#UnPlugBigTech - Raus aus der digitalen Abhängigkeit von US-amerikanischen Großkonzernen

Interessante Artikelserie auf dem kuketz-Blog in Zusammenarbeit mit Mobilitätsexpertin Katja Diehl @shedrivesmobility (https://katja-diehl.de):

Die meisten Menschen nehmen, was funktioniert: Ein Konto hier, eine App dort – Google für Suche und Karten, WhatsApp für Nachrichten, YouTube für Videos, Windows im Job, iCloud oder Microsoft 365 für Dateien. Nichts Dramatisches. Es ist bequem, es ist überall und es erleichtert den Alltag. Genau dadurch übersieht man aber das Wesentliche: Big Tech (Big Tech – Wikipedia) ist für viele nicht mehr nur Werkzeug, sondern das Fundament, auf dem ihr gesamter digitaler Alltag gebaut ist.

#UnplugBigTech ist deshalb eine Artikelserie für alle, die raus wollen, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Im Mittelpunkt steht Orientierung statt Aktionismus: Was bringt wirklich etwas? Wo sind schnelle, sinnvolle Hebel? Welche Kompromisse sind vertretbar – und wo wird es kritisch? Nur ehrlich muss man sein: Das ist kein Schalter, den man einfach umlegt. Wer unabhängiger von Big Tech werden will, muss Zeit investieren und ein paar Grundlagen verstehen. Wir versuchen, das so verständlich und praktikabel wie möglich aufzubereiten:

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In dem Zusammenhang seien auch die folgenden Podcasts sehr empfohlen:

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In dem Zusammenhang wurde ja jetzt der erste Sonntag im Monat als Digital-Independence-Day ausgerufen, u. a. von Marc-Uwe Kling. War zumindest auf Mastodon ein recht großes Ding mit hunderten Beiträgen. Da geht es auch darum Menschen, die gern unabhängiger wären, aber nicht genug Know-How haben zu unterstützen. So Sachen wie:

  • Wie richte ich Signal ein?
  • Welche Office365-Alternativen gibt es?
  • Alternative OS für Computer oder Smartphones
  • u. v. m.

Das wäre sicherlich mal ein Aufhänger das genauer zu beleuchten.

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Hier noch ein aktueller Spon-Artikel (Paywall) Abhängigkeit von den USA: Ohne Washington läuft in Deutschland und Europa fast nichts - DER SPIEGEL

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Wir haben jetzt auch angefangen, umzustellen. Der finale Anstoß kam durch Marc-Uwe Kling. An jedem ersten Sonntag des Monats ist Di.Day, digitaler Unabhängigkeitstag, ausgerufen vom, soweit ich weiß, Chaos Computer Club. Firefox und Ecosia zu nutzen ist sowieso klar. Jetzt haben wir ein Posteo-E-Mail-Konto und ändern alle paar Tage die E-Mail-Adresse bei den unterschiedlichen Apps, die man so hat. Das ist etwas mühselig, aber es gibt ein gutes Gefühl :))

Als nächstes Projekt ist die Suche nach einer Alternative zum Google Kalender dran.

Als erste Anlaufstelle hat uns diese Website geholfen: https://di.day/

Und ich werde versuchen, meine Freunde und Familie wieder konsequenter über Signal anzuschreiben.

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Grundsätzlich bin ich dem Boykott der gängigen großen US Unternehmen eher skeptisch gegenüber gestellt. Nichtsdestotrotz überlege ich, wo ich für meine Familie und mein Unternehmen unabhängiger werden kann.

Bislang bin ich begeisterter Microsoft 366 Nutzer. Hat hier jemand Erfahrungen mit Alternativen dazu? Also einem Rundumpaket aus Cloudlösung, Sicherheit, Office und idealerweise leichten KI Tools? Möglichst alles aus einer Hand

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Sicher alles nicht gleichwertig, aber je nach Anspruch vielleicht eine Option.

Ich greife via VPN auf meine Dokumente Zuhause zu wenn ich unterwegs bin, völlig ohne Cloud. Das funktioniert ganz gut im Zusammenspiel mit Libreoffice und Co.. Ist aber eher eine Bastellösung und tendenziell weniger sicher als ein kommerziell betriebener Clouddienst.

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Ich glaub Proton bietet das an, nur Powerpoint würde da fehlen. Habe das aber noch nie genutzt, kann also nicht sagen, wie gut das ist.

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Ihr könnt Posteo auch als digitalen Kalender verwenden (und ebenfalls andere digitale Kalender in Posteo einbinden).
Ebenfalls kann man Adressbuch und Kalender mit Android synchronisieren :slight_smile::

(Mit iOS geht das bestimmt auch, aber da kenne ich mich nicht aus.)

Dafür braucht es also keinen separaten Anbieter.

Als wirklich All-in-one Komplettpaket gibt es glaube ich nur Proton.
Für Office gibt es ansonsten noch LibreOffice (offline) oder CryptPad (online).
Clouds gibt es wie Sand am Meer, je nachdem was genau dein Use-Case ist. Im Zweifelsfall tut es auch eine normale Cloud, verschlüsselt mit Cryptomator.

Was meinst du mit „Sicherheit“?

Man könnte auch immer überlegen auf eine in Deutschland gehostete Nextcloud zu gehen. Da hat man Kontakte, Kalender und Dateien drin. Im Web-UI kann man auch sein eMailkonto anlegen (zugegeben, noch recht rudimentär). Da hat man alles auf einem Haufen. Nette Zusatzapps sind z. B. die TALK-App, ein Messenger, der dann praktisch “intern” läuft. Auch den OTP-Manager lasse ich auf der Nextcloud Instanz laufen, ebenso wie GPodder für die AntennaPod App. Die Nextcloud bei Hetzner war für unsere Familie wirklich ein Rundumschlag und Gamechanger. (nein, ich bekomme keine Provision, ich bin einfach nur ein sehr zufriedener Kunde).

Das gleiche haben wir auch für unseren Verein gemacht, da es relativ günstig ist.

Wir nutzen kein Facebook, kein WhatsApp, kein Instagram.

Stattdessen sind Mastodon für Social Media und Signal/Threema als Messenger am Start. Damit erreiche ich alle mir wichtigen Kontakte, die anderen bekommen eben SMS…

Privat bin ich aktuell im Apple-Universum verhaftet. Desktop-PC, iPhone und iPad. Das Zusammenspiel und die Synchronisation über iCloud funktioniert bestens und ist schon sehr komfortabel und vermutlich nicht so einfach (ohne große IT- oder Nerd-Kenntnisse) zu ersetzen.

Aber ich würde mich gerne - da wo es einfach geht und ohne große Klimmzüge umzusetzen ist - unabhängiger von #BigTech machen:

Statt Google verwende ich DuckDuckGo, bei nächster Gelegenheit möchte ich mit der privaten E-Mail-Adresse zu Posteo wechseln.

Deshalb bin ich gespannt, auf die Initiativen des #DiDay

und des kuketz-Blog,

die sicherlich nicht nur mir sondern auch vielen anderen Hinweise und Orientierung geben können, wie wir unsere bisherige Abhängigkeit von wenigen #bigTech-Firmen zumindest teilweise etwas reduzieren können…

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Hab einen alten aber funktionierenden Laptop, der kein Win11 kann, mal auf Linux Mint umgestellt. Richtig flott der alte Kasten, alles funktioniert, Apps zuhauf kostenlos, Treiber funzen, für den Alltagsgebrauch ausreichend und Nutzerfreundlichkeit.
Kann ich empfehlen

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Das Problem ist, dass bei Facebook, Instagram, Whatsapp die Abhängigkeit nicht ganz so groß ist, daher ist es auch einfacher davon wegzukommen. Wichtiger wäre es von Apple, Microsoft und Google wegzukommen.

Zum Thema Synchronisierung. Also ich denke das hängt stark von den use cases ab. Also es ist vermutlich definitiv nicht so plug and play wie bei Apple. Ich denke aber, dass es mittlerweile in Teilen auch ohne große IT-/Nerd-Kenntnisse möglich ist sowas einzurichten. Man muss halt nur etwas mehr Geduld mitbringen. Weiß aber nicht, wie gut das mit einem iPhone funktioniert. Vielleicht hat ja hier im Forum jemand Erfahrung mit dem Zusammenspiel von iPhone und Linux

Wir könnten hier https://www.mckinsey.de/news/presse/video-streaming-jeder-zweite-deutsche-haushalt-nutzt-netflix-amazon-prime

oder hier Social-Media-Nutzung in Deutschland auf neuem Höchststand | bidt

anfangen wenn man es wirklich wollte. In dem Bereich gibt es halt keine (kaum) alternativen.

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Auf di.day sind auch schon einige Rezepte für die Loslösung von #BigTech hinterlegt. Diese hier lassen sich verhältnismäßig leicht umsetzen:

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Social Media bin ich bei dir, das haben wir schon vor 3 Jahren umgesetzt und sind zu Mastodon gewechselt. Bei den Streamingdiensten sehe ich ehrlich gesagt schwarz. Da ist nichts in Sicht, oder zumindest glaube ich nicht, dass es da zukünftig Europäische Alternativen gibt. Das ist sicherlich Geschmackssache, aber bei uns kommen keine Deutschen Serien ins Haus. Bei unserem Konsum ist das schlichtweg nicht möglich sich davon zu befreien. Hardcopies sind für mich auch keine Alternative mehr, über 2.500 Scheiben habe ich bereits in so CD-Bücher einsortiert, weil irgendwann kein Platz mehr da war. Das wird uns noch viele Jahre begleiten…

Naja, ohne es verifiziert zu haben: Joyn, rtl+, WOW.

Aber hilft ja nichts. Wenn sie US Inhalte haben, landet das Geld trotzdem bei ihnen.

Nur gebrauchte DVDs/BluRays würden klappen. Aber ist ein gänzlich anderes Level von Komfort. (Oder Piracy…)

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Zur digitalen Souveränitat gehört noch mehr. Und die hier genannten Beispiele sind für Deutschland und Europa das kleinste Problem.

Social Media ist letztendlich verzichtbar. Ohne TikTok, Instagram, Facebook, YouTube,X und Co. wären wir eine bessere Welt. Diese Technologie hat weder zur Stärkung der Demokratie beigetragen, noch wirkt sich verheerend auf unsere Jugend und ihren sozialen Umgang untereinander aus. Ja, es gibt bessere Open Source Alternativen ohne Kontrolle durch BigTech. Hilft aber nichts, wenn der Mastadon Server dann wieder bei AWS läuft.

Kommen wir zu den großen Cloud Anbietern, Das geht von SaaS (Office und Co.) bis hin zu PaaS und SaaS Services, die in allen erdenklichen Fachanwendungen zum Einsatz kommen. Der Markt und die Abhängigkeit ist gigantisch. Es gibt zwar europäische Cloud Anbieter wie StackIt oder OVH. Die liegen aber weit hinten den Platzhirschen AWS, Azure und GCP. Die amerikanischen Anbieter bieten viel mehr Services, auf die sich viele Unternehmen verlassen, z.B. für Datenanalyse oder AI. Außerdem sind die europäischen Anbieter nicht wirklich souverän, da sie die grundlegenden Technologien nicht beherrschen.

Kommen wir zum Thema Open Source, das aus meiner Sicht viel zu naiv betrachtet wird. Die wichtigsten Open Source Projekte sind sicher Linux als Betriebssystem und Kubernetes als “Cloud Betriebssystem”. Wenn man sich anschaut, wer dort relevant beträgt, sind das nicht etwas Hobby Programmierer, sondern Angestellte von großen Firmen. Ganz vorne weg sind das Microsoft, Google, Amazon, IBM/Redhat, Alibaba. Irgendwo weit hinten abgeschlagen folgen dann SAP und SUSE als deutsche Unternehmen.

Linux zu nutzen ist eine Sache. Wirklich souverän = handlungsfähig ist aber nur, wenn man diese Technologien auch wirklich in die gewünschte Richtung entwickeln kann. Der Linux Kernel mit seinen 40 Millionen Lines of Code muss man erst mal verstehen, bauen, testen und debuggen können. Leider haben die großen deutschen und europäischen Unternehmen das gerne kostenlos genutzt, ohne adäquat mitzuwirken und somit Souveränität aufbauen.

Wenn wir die Kontrolle über diese Basistechnologien verlieren oder uns Trump die Cloud Provider abschaltet, gehen bei uns die Lichter aus. Da ist die Diskussion um Instagram & Co wirklich nebensächlich. Und von der Hardware will ich erst gar nicht anfangen. Die Speicherchips kriegen wir ja notfalls aus Asien (Korea, Japan), Prozessoren, Netzwerkequipment etc. kommen aber meist auch aus den USA.

Um wirklich souverän zu werden, müsste die Wirtschaft gigantische Summen investieren. Das Know-How aufbauen ist kurzfristig nicht realistisch. Ich sehe hier ein riesiges Erpressungspotenzial. Mal schauen was Trump macht, wenn die EU den “Anti Cohersion Mechanismus” anwendet.

Sehe hier leider ziemlich schwarz und keine Möglichkeit, wie man das kurzfristig managen will.

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Ganz ehrlich was du hier beschreibst würde ich eher als nice to have sehen. Das größte Problem hier ist, dass wir zu wenig große Softwareunternehmen haben.

Aktuell sehe ich die Probleme eher darin, dass die meisten Behörden Windows verwenden, da lässt sich gar nicht in den Source Code schauen und man ist abhängig von den USA. Als Regierung würde ich also den Fokus darauf setzen so schnell es nur geht an den Stellen, wo es möglich ist, von Windows auf Linux zu wechseln. Da wird uns vermutlich der Föderalismus im Weg stehen. Könnte man vielleicht lösen in dem der Bund den Umstieg finanziert. Dann im nächsten Schritt würde ich alle Software die im Auftrag des Staates entwickelt wird Open Source sein soll (so fern möglich). Dann würde ich die wenigen Software Konzerne die es gibt dazu anregen ihre Software Linux kompatibel zu machen. Dann würde ich an Schulen Linux unterrichten. Dann würde das ich dafür lobbyieren, dass die gesamte EU auf Linux umsteigt.

Und wenn sich Linux dann stärker verbreitet wird denke ich der Support für Open Source automatisch kommen.

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