Und noch eine insolvente Sozialversicherung

Jede Woche hören wir aus den Bereichen der Sozialversicherung oder der steuerlichen Finanzierung eine neue Hiobs-Botschaft. Die gesetzlichen Krankenkassen sind pleite, die Rentenkasse ist pleite, die Pflegeversicherung blutet aus, die Kommunen haben kein Geld, die Länder sind pleite, dem Bund fallen etliche erwartete Milliarden weg die irgendwo gespart werden müssen … und jede Woche kommt einer mit einer neuen Idee, in welcher leeren Taschen vielleicht noch Krümel zu finden sein könnten. Da wird munter hin und hergebucht um den Eindruck zu erwecken, man hätte eine Lösung gefunden. Aber mal ganz ehrlich: ist mir als Arbeitnehmer doch völlig egal, ob ich die zweihundert Euro mehr Beiträge in der Gehaltsabrechnung unter GKV, RV oder Lohnsteuer abgebucht sehe oder ob ich es dann nachträglich im Geschäft oder an der Tankstelle bezahle - weg ist das Geld so oder so. Die Änderungen, die zuletzt besprochen werden verschieben mal ein bisschen Last von A nach B, aber immer bleibt es innerhalb der arbeitenden Bevölkerung.

Am Ende müssen wir uns der Realität stellen: wenn wir den Menschen in Deutschland noch vermitteln wollen, dass Aufstieg möglich ist, sich harte Arbeit lohnt und der Staat zwar die Hand auf-, diese aber auch schützend über dich hält wenn es mal düster wird muss das Schröpfen der Arbeitnehmer enden. Ihr zitiert eine Vorhersage über 50% Abgaben nur für die Sozialversicherungen! Dazu noch Steuern? Das wird niemand stillschweigend tolerieren, schon gar nicht hochqualifizierte Kräfte mit Perspektive im Ausland.

Wir müssen endlich anfangen die großen Vermögen zu beteiligen. Alle Vorschläge, die zuletzt aufkamen, schonen diese jedoch und belasten massiv die Leute, die substanzielle Anteile ihrer erwirtschafteten Leistung abgeben - für immer schlechtere Leistungen. Auch das von euch zitierte französische Modell spielt wieder den großen Vermögen in die Hand. Ganz einfaches Rechenbeispiel: Antons Oma hat ein Häuschen im Wert von 300 000€, das ist nach sieben Jahren stationärer Pflege dann weg. 100% des Vermögens verbraucht. Bernds Oma hat ein Vermögen über 500 Millionen Euro in Immobilien, Aktien, etc., davon sind nach sieben Jahren Pflege 0,06% aufgebraucht. Hat aber jährlich stabile 5% Rendite erwirtschaftet.

Ich würde dieses ganze Milliardenschieben beenden und mal ermitteln, wie groß das gesellschaftliche Defizit wirklich ist - und dementsprechend die Vermögen besteuern. Ansonsten wird meine Generation nicht nur die Fortpflanzung einstellen, sondern dieses Land ganz verlassen.

4 „Gefällt mir“