Total hilfreicher Bericht

Ich habe eben die neue Folge zu Ende gehört.

Nach 36 tkm mit meinem eAuto habe ich noch ein Problem mit einer kaputten Ladesäule gehabt.

So. Das war jetzt super hilfreich für alle Menschen, die überlegen sich ein e-Auto zu kaufen. Die rennen jetzt alle zum Autohändler und kaufen sich ein e-Auto, weil der Stefan noch nie eine kaputte Ladesäule gehabt hat.

Das ist genauso hilfreich wie der Erfahrungsbericht in der aktuellen Folge, und genauso hilfreich wie eine ähnliche Story bei Professor Kemfert im Podcast.

Das Segment über Leasing war mit den “persönlichen Erfahrungen” schon grenzwertig, aber sorry, wenn das der Anspruch des Podcasts ist: aus dem Nähkästchen zu plaudern, dann kann ich mir die 45 Minuten sparen. Vielleicht hätte man, wie man es von der Lage gewöhnt ist, mal ein paar Zahlen zur Häufigkeit von Ladesäulen gebraucht, und wie viele davon sind kaputt? Gibt es da Statistiken? Wenn nein, warum nicht? Soll da was kommen? Wie können Anbieter ihre Apps aktueller halten? Das sind Dinge, die mich als BEV-Fahrer sicherlich genauso interessieren, wie jemand der überlegt sich eins zu kaufen. Stattdessen hören wir, dass de Hans-Schorsch letscht in Mildebersch sei Karre net lade konnt, weil’s bleed Kabel verrisse war.

Sorry, aber diese unendlichen “persönlichen Erfahrungsberichte” kann ich nicht mehr hören. Der Stefan ist nun angekekst, gibt dem Podcast aber in 2 Wochen noch mal eine Chance.

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Möchte das hier nochmal kurz unterstützen und mit ein paar Beobachtungen anreichern.

Vorweg, weil ich den Einstieg gut fand:

Ich hab nach ca. 85.000km E-Auto schon 2-3 kaputte Ladepunkte gesehen. Geändert hat das nichts, hab halt einen anderen der 20 Schnelllader vor Ort genommen oder bin in der Stadt „eine Säule weiter“ gefahren.

Schon 2 Leute ohne Probleme, warum setzt sich das in Deutschland denn nicht wirklich durch?

Spaß beiseite:

Diese ganzen „persönlichen“ Erfahrungsberichte sind das, was die E-Mobilität am meisten zu schaffen macht. Es vergeht kein Event bei Familie oder Freunden, in dem man die immer gleichen Storys wieder und wieder abräumen muss.

  • „Ich hab gehört dass Laden so teuer ist, dass man doppelt so teuer wie Diesel ist!“
  • „Der Ilse ihr Mann hat erzählt, dass man damit nicht weiter als 150km kommt, und der muss es wissen, der ist schließlich Elektriker.“
  • „Die Akkus sind ja schon nach 2-3 Jahren kaputt, ist ja beim Handy auch so.“
  • „Wie das kann man zuhause laden, da muss man sich doch erstmal einen speziellen Stromanschluss legen lassen.“
  • „Muss man dann wirklich alle 200km für 3h Pause machen?“

Alles Fragen, die jemandem mit 7 Jahren Berufserfahrung als Entwicklungsingenieur für E-Mobilität echt zu schaffen machen, insbesondere weil das richtigstellen gar keine Besserung bringt. Die Reaktion ist meist aus der Richtung „Aha, also das kann ich mir nicht vorstellen, man hört ja so oft so viel schlechtes darüber, da muss ja auch was dran sein.“

Neulich haben sich Nachbarn meiner Eltern mit Doppelgarage und Wallbox (wurde ja damals gefördert, hat man mitgenommen) für einen Diesel Neuwagen entschieden, der nur Kurzstrecke fährt, weil man ja nicht will dass das Auto nach 2 Jahren eine neue Batterie braucht, man im Winter auf der Landstraße liegen bleibt (bei 21km Pendelstrecke übrigens) oder das Haus nachts abfackelt wenn das Auto lädt.

Finde es daher auch äußerst schwierig, wenn ein Podcast, der von einer Institution wie der Lage der Nation zumindest mit aufgebaut wurde, dann solche Stammtisch-Geschichten auspackt, ohne da irgendeine Art Datenerhebung mitzuliefern. So überzeugt man die Menschen auf jeden Fall nicht von E-Autos.

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Sowas ist traurig! :frowning:
Ökologisch sowieso, aber auch ökonomisch macht das absolut keinen Sinn. Zumal das E-Auto ja fast nur Vorteile hätte, die Kosten pro km niedriger wären und auch der Anschaffungspreis mehr oder weniger vergleichbar wäre.
Außer auf der (seltenen) Langstrecke ist es mit dem Diesel vielleicht etwas einfacher und halt so wie man es gewohnt ist. Aber das reicht nicht als Argument für den Diesel und gegen das E-Auto aus.
Ich befürchte, diese Fehlentscheidung wird noch von einigen Leuten (dieser Generation) wiederholt. Ab 2035 dann hoffentlich nicht mehr…

Vor allem das mit der Wallbox Förderung. Das gleiche Beispiel haben wir gegenüber. Der Nachbar hat die Förderung halt “mitgenommen”, obwohl er mir immer wieder sagt, dass er nicht an e-Autos “glaubt”. Wir hatten damals Glück, dass meine Frau selbstständig ist, da konnten wir die geschäftliche Förderung noch bekommen, als wir unser erstes e-Auto gekauft haben. Der Meister von dem Fachbetrieb meinte damals, er würde 80% der Wallboxen bei Leuten einbauen, die weder ein e-Auto haben noch planen, sich eines zu zulegen. Wertet halt die Immobilie auf. Das war ein toller Griff ins Klo.

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