Ähnlich zu der in LdN456 skizzierten Todesspirale für die immer teuer werdenden Netzentgelte bei den Gasnetzen (immer mehr Fixkosten müssen auf weniger Verbraucher aufgeteilt werden), gibt es diesen auch bei den Strom - Netzentgelten und Umlagen.
Durch eine PV-Anlage auf dem Dach (+Speicher) werden die Netzentgelte und Umlagen, die als variable Kosten auf die Strommenge gezahlt werden, eingespart. Die Kosten für die Netzinfrastruktur bleibt jedoch die Geichen (oder erhöht sich zusätzlich durch den notwendigen Ausbau für die erneuerbaren Energien). Es erhöhen sich demnach der Netzentgelte für alle, die sich keine Solaranlage installiert haben. Bei höheren Preisen ist der Anreiz für eine PV Anlage wieder größer und schon haben wir eine Todesspirale.
Allerdings ist es hier nicht so wie beim Gasnetz:
- Auf lange Sicht werden nicht alle der Todesspirale entkommen. Nicht alle haben ein Dach und Mieterstrommodelle funktionieren noch nicht so gut.
- PV Besitzer bleiben am Stromnetz angeschlossen und sorgen für Kosten auch zu den Zeitpunkten in denen sie keine Netzentgelte zahlen, weil sie ins Netz einspeisen.
Es gibt einen Zielkonflikt bei den Netzentgelten. Wir wollen sie hoch als Anreitz für die PV Installation und wir wollen sie tief, weil es nicht schön ist, in der Todesspirale gefangen zu sein.
Eventuell sollte das jetzige System überdacht werden, wenn es für einige unverschuldet teurer wird.