Ich hätte da mal einen Themenvorschlag für den neuen E-Auto-Podcast, nämlich das Thema Zuverlässigkeit von E-Autos.
Mit Zuverlässigkeit meine ich dabei nicht primär den Akku sondern auch das Ganze drumherum. Sind E-Autos wirklich wartungsärmer (in der Statistik)? Wie lange dauern die Reparaturen? Und wenn etwas kaputt geht, wie leicht lässt es sich reparieren? Reparieren alle Werkstätten E-Autos?
Viele Menschen, gerade auf dem Land, sind ja auf ihr Auto angewiesen und nicht jeder Haushalt hat den Luxus zwei Autos zu besitzen. Da ist eine Reparatur, die sich ein paar Monate hinzieht (habe den Fall gerade in der Familie bei einem Verbrenner) ein echtes Problem.
In dem Zusammenhang auch das Thema Garantie beleuchten. Wann gefährdet eine freie Werkstatt die Garantie? Denn die ist beim Akku meist acht Jahre, die man auch nicht gefährden sollte.
Da fällt mir noch ein: wie steht es um die Batterie bei Gebrauchtwagen? Wie stelle ich sicher, dass die Garantie nicht gefährdet ist?
Zu den Wartungskosten gibt es reichlich Informationen:
Fazit: BEV sind in der Wartung rund ein Drittel günstiger als Verbrenner.
Eigene Erfahrung: Der BMW i4 muss lediglich alle 2 Jahre zur Wartung, die knapp 400€ kostet. Der letzte Verbrenner, den ich gefahren bin (ein Ford S-Max), lag nicht unter 800,-€, und das jährlich. Zusätzlich haben die BEV bei mir einen geringeren Reifenverschleiß gehabt. Das hängt aber natürlich auch stark von der eigenen Fahrweise ab.
Zum Thema Akku: Im Gegensatz zu gebrauchten Verbrennern kann man einen Akku auslesen und genau feststellen, wie es jeder einzelnen Zelle geht. Man kann sich also vor dem Kauf überzeugen, dass der Akku in Ordnung ist. Die Möglichkeit gibt es bei Verbrennern nicht, da kauft man die Katze im Sack. Wie lange Motor, Getriebe, Kupplung oder Ölpumpe halten, kann einem keiner sagen.
Bei allen mir bekannten BEV liegt die Akkugarantie bei ca. 160.000km oder 8 Jahren. Voraussetzung ist eine regelmäßige Wartung, die aber nicht in Vertragswerkstätten durchgeführt werden muss. Aber das ist bei Verbrennern auch so. Die Garantie gilt nur, wenn die Wartungen durchgeführt wurden.
Ich habe mal einen tatsächlichen Vergleich. Im September 2022 eine Inspektion in einer freien Werkstatt bei einem Verbrenner. Und eine Inspektion eines E-Autos in einer Vertragswerkstatt im Mai 2025. Wenn man da noch die Inflation und die Unterschiede Vertragswerkstatt/Freie mal reinrechnet, ist das ein No-Brainer:
Sind Gebrauchtwagenhändler eigentlich verpflichtet, ein Zertifikat zum Akku-Zustand vorzuweisen? Sollte Eigeninteresse sein, aber kann man es als Käufer verlangen?
EAutos ohne Wartungshistorie sind demnach unverkäuflich?
Ich würde jedenfalls kein E-Auto ohne aktuellen Akku-Bericht kaufen. Zumindestens bei den zwei Nissan Leaf die ich gekauft habe waren die auch mit in den Unterlagen dabei und ich hätte den Bericht auch problemlos vor dem Kauf selbst auslesen können (über den zentralen Port, einen Bluetooth-Adapter und eine Smartphone App).
Wenn ich einen Gebrauchtwagen nahe der Garantiegrenze und mit einem sauberen Akku-Bericht habe, dann wäre mir die Wartung-Historie egal. Es scheint recht unwahrscheinlich, dass ein Akku-Fehler erst nach 50.000 Kilometern oder mehr innerhalb des letzten Garantiejahres auftaucht, wenn bis dahin alles in Ordnung war.
Mich würde interessieren, ob es für die hierzulande angebotenen chinesische E-Autos es schon ein nennenswertes Werkstattnetz gibt.
Ich habe dazu folgendes gefunden:
Für die in Deutschland angebotenen chinesischen E-Autos von MG, BYD, Nio und XPeng gibt es mittlerweile nennenswerte, flächendeckende Werkstattnetze.
MG Motor: Ca. 180 Händlerstandorte mit Werkstätten, Ausbau auf 200+ geplant; viele sind zertifizierte E-Auto-Werkstätten.
BYD: Ende 2025 150 Händler- und Servicestandorte, Ziel 350 bis Ende 2026; starkes Wachstum von 26 auf 150 in einem Jahr.
Nio: Über 50 autorisierte Servicepartner via G.A.S., plus eigene Hubs und Mobile Service.
XPeng: Ca. 30–60 Standorte mit Service, Ausbau läuft; Fokus auf Ferndiagnose und Logistik.
Bei dieser Anzahl von Werkstätten muss man sich immer noch auf längere Fahrten gefasst machen, oder ?
Die Netze wachsen rasch, um den steigenden Absatz zu bedienen.
I.d.R. sind das Händler mit integrierten Service-Standorten sowie Kooperationen mit unabhängigen Werkstätten. Dazu gibt es, z.B. bei Nio Apps für Terminbuchung für mobilen Services mit Ersatzwagen Ersatzteile stammen oft aus EU-Lagern
In städtischen Gebieten und West-/Süddeutschland ist die Dichte hoch, im Osten dünner, aber wachsend. ADAC bewertet BYD, MG und Co. als gut aufgestellt.
Kurze Info aus der MEB Community - Die Spanne reicht von 168 EUR - 1.107 EUR.
Ich habe mir zwischen Berlin und Hamburg an der MeckPomPlatte ein vernünftigen SKDA Service gesucht und an einem Freitag Mittag meine 2 Stunden Inspektion zu 210 EUR inkl. MWSt gemacht. Gut hin-/Rückfahrt 3h, aber das hat man in den Grosstädten auch. Also kleinen Ausflug palnen und die Rechnung wird fair!
Ich glaube, so pauschal ist das schwierig zu beurteilen mit der Zuverlässigkeit.
Auch bei E-Autos wird es ggf Montagsautos geben, und sei es nur eine zickige Elektronik.
Genauso kann bei moderater Pflege (Ölwechsel) auch ein Verbrenner günstig und lange betrieben werden.
Hatte mal einen gebrauchten Mazda 323C über drei Jahre von 100.000km auf 200.000 hochgefahren, und bis auf Ölwechsel in der freien Werkstatt nur 3,50€ für einen abgebrochenen Sitzverstellhebel bezahlt.