Auf der letzten Wohneigentümerversammlung haben wir das Thema Photovoltaik kurz angerissen. Unser Hausverwalter hat klar gesagt, dass er kein Interesse daran hat den Strom einzuspeisen, weil er die Abrechnung nicht machen will oder kann, aber er hat auch einen Gegenvorschlag gemacht: nämlich den Strom nutzen um das Warmwasser zu erzeugen.
Ist das eine gute Idee? Könnten die Stadtwerke das eventuell verbieten, weil sie uns dann weniger Fernwärme verkaufen?
Watt? Also wenn die Stadtwerke sowas aus finanziellem Eigeninteresse verbieten könnten würde ich mich schon fragen, in was für einem Staat wir leben.
Kann ich nachvollziehen. In der aktuellen politischen Lage ist es generell fragwürdig, ob man mit Einspeisung noch irgendwie sinnvoll Geld verdienen kann, vor allem mittelfristig, wenn der Strompreis während der Sonnenstunden im Sommer auch mal negativ werden kann.
Sinnvoller wäre es, den Strom zu speichern und selbst zu verbrauchen. Stromspeicher kosten nicht mehr die Welt und zumindest im Sommer kann ein Mehrfamilienhaus mit genug Stromspeichern theoretisch komplett autark sein (wenn keine Großverbraucher wie BEVs im Spiel sind).
Je nach Größe des Hauses bzw. Anzahl der Bewohner:innen wäre es eine Möglichkeit, die angedachte PV-Anlage mit Batteriespeicher und/oder Brauchwasserwärmepumpe zur Erzeugung von Warmwasser (Bad, Dusche, Küche) zu kombinieren.
Auf diese Weise könnte der erzeugte PV-Strom größtenteils oder vollständig im Haus selbst verbraucht werden. So wäre im Idealfall gar keine Abrechnung nötig…
Grundsätzlich wird es vermutlich Einspeisung geben. Ihr würdet ihn nur verschenken, weil ihr ihn nicht abrechnet. Müsst ihr wissen, wie viel das ist und klären, ob es rechtlich möglich ist. Für sowas gäbe es dann auch Dienstleister.
Wirtschaftlicher ist auf jeden Fall immer der Eigenverbrauch. Ein Tauchsieder im Warmwasserspeicher ist sicher die kostengünstigste Variante in Bezug auf die Hardware. Aber ihr braucht dann ein Stück Software, die PV Überschuss, Ladezustand Speicher etc. verknüpft.
Je nach Überschuss würde ich dann auch eher zum Speicher tendieren.
Bei wenigen Parteien könnte man in Erwägung ziehen das Dach zuzupflastern, und jedem Eigentümer einen eigenen Modulstrang & Wechselrichter zu geben, dann muss das Haus gar nichts abrechnen. Und die Verantwortung liegt bei den einzelnen Eigentümern. Ist natürlich in einer großen Anlage nicht realistisch.
Bei Fernwärme ist das wohl üblich. Wir hatten bei unserer früheren Wohnung z.B. einen Contractingvertrag mit Grundbucheintrag, dass wir keine Heizung im Haus betreiben dürfen.
War viel Arbeit das wieder los zu werden, aber ging am Ende. Hat mich gelehrt das auch Anwälte fehlbar sind. Der Anwalt der WEG meinte immer nur das geht nicht, das würde die andere Seite nie machen.
Halte ich mittlerweile auch für die machbarste Form. Alle Mess- und Abrechnungskonzepte, die ich schon kennengelernt habe, erzeugen unverhältnismäßige Reibungsverluste.
Kommt darauf an wie gross die Gemeinschaft und wie klein das Dach ist. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ihr jemals mehr Warmwasserbraucht, als eine Solaranlage liefern würde.
Man darf vielleicht hoffen, dass wir hier bald Anbieter sehen, die § 42c Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) umsetzen („Energy Sharing“) und dass die Netzbetreiber vor Ort Smart Meter zeitnah einbauen.
Das Thema ist so oder so für Mehrfamilienhäuser mit WEG-Aufteilung sehr komplex. Wer bezahlt die Investionen zu welchem Teil? Wer darf wieviel Strom verbrauchen? etc. Die einfachsten Möglichkeiten sind entweder alles einzuspeisen oder nur die Dachfläche zu vermieten.
Schau mal beim Solarförderverein auf der Homepage. Die bieten auch Beratung an.
Wahrscheinlich ist aber alles momentan eh in der Schwebe bis klar ist, wie die Gesetzgebungen von K. Reiche am Ende aussehen werden.
Zwei Antworten auf diese Aussage des Hausverwalters
Es gibt ein sehr einfaches Abrechnungsmodell für Mehrfamilienhäuser. Das nennt sich Einzählermodell. Es gibt nur einen offiziellen Zähler und einen Stromliefervertrag für das ganze Haus. Alle Parteien hab. Einen Unterzähler und zahlen den gleichen externen Tarif nach Verbrauch und sparen schon mal einen großen Anteil der Grundgebühren. Die Erlöse aus der PV-Anlage ( direkt verbrauchter Strom und Einspeisevergütung) werden wie die Investitionskosten entsprechen der Eigentumsanteile über die Hausabrechnung verteilt.
Klar den Eigenstrom für Wärme nutzen, aber dann bitte mit Wärmepumpe!
Die vollständigen technischen Rahmenbedingungen war mir nicht erkennbar. Irgendeine technische Ergänzung müßt ihr machen um PV-Strom zu verheizen, aber bringen tut es in der Hauptheizperiode, November bis Februar, nicht wirklich, weil nicht viel vom Dach kommt . Mit einer WP habt ihr wenigstens einen Wirkungsgrad von 3-4 aber müsstet auch mehr investieren.
Aber bei 28 Parteien ist der Direktverbrauch im Haushalt sowieso die beste Lösung.
Ist meines Wissens aber leider nicht rechtssicher.
Ich meine mich zu erinnern, dass man als Vermieter technisch jeder Partei die rechtlich verbriefte freie Vertragswahl des Stromlieferanten ermöglichen muss.
Und das geht mit dem Einzählermodell nicht, dafür müsste jede Partei einen eigenen Zähler haben.
Im Titel steht Solaranlage, im Post geht es dann darum, mit PV-Strom Wasser zu erwärmen. Werden hier vielleicht zwei Dinge in einen Topf geworfen?
Photovoltaikanlage: kleine Zellen, die mit der Hilfe von Sonnenlicht Strom erzeugen.
Thermische Solaranlage: Röhren, die mit der Hilfe von Sonnenlicht das Wasser erwärmen.
Wenn das mit dem Strom aus welchem Grund auch immer nicht sinnvoll erscheint, kann man Letzteres nutzen, zumal es im Einbau und bei Wartung verhältnismäßig günstig ist. Man spart damit die Kosten, die im Sommer zur Erwärmung von Wasser (durch Strom oder Fernwärme) entstehen. Im Winter reicht es meist nicht.
Ob es sinnvoll ist, mit einer Photovoltaikanlage Strom zu erzeugen, der dann Wasser erwärmt, würde ich bezweifeln, da kann man den Strom lieber direkt nutzen oder speichern, wie hier auch schon gesagt wurde.
Viele Anlagen (so auch unsere) haben eine Peak-Leistung, die weder vor Ort verbraucht noch in Heimspeichern gespeichert werden kann (weil schon voll). In diesem Fall heizt bei uns auch ein zusätzlicher Heizstab in der Warmwasserwärmepumpe (tolles Wort …) das Wasser auf mehr als die sonst eingestellten 55°C, um die Energie nicht zu verschenken.