Rentenreform – Protest von MPs gegen die Abschaffung der Rente nach 45 Beitragsjahren

Die Bundesregierung (BR) will im Rahmen der Rentenreform die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren („Rente für besonders langjährig Versicherte“, fälschlich oft „Rente mit 63“ genannt) abschaffen. Ein vorgezogener Rentenbeginn soll künftig grundsätzlich nur noch mit Abschlägen möglich sein. Parallel dazu soll die Altersgrenze für die vorgezogene Rente mit Abschlägen nach 35 Versicherungsjahren angehoben werden. Die genaue Ausgestaltung steht noch aus. [1][2][3]

Die Rentenkommission hatte dagegen empfohlen, die Abschlagsfreiheit allein aufgrund von 45 Versicherungsjahren zu beenden und frühere, abschlagsfreie Zugänge stärker an gesundheitliche Kriterien (Erwerbsminderung, Schwerbehinderung etc.) zu knüpfen. Vorzeitige Renten sollen grundsätzlich mit Abschlägen verbunden bleiben. Als Ersatz schlägt die Rentenkommission Ausnahmen für Härtefälle vor, die sich am Gesundheitszustand orientieren, ein klar geregelter gesundheitlicher Ersatzmechanismus. Die Bundesregierung greift diese Härtefall‑Logik bisher nur verschwurbelt auf.[3][4][5][6][7][1]

Die ostdeutschen Ministerpräsidenten (CDU, SPD) gehen nun auf die Barrikaden. Sie argumentieren, dass bei der Rentenreform die ostdeutsche Erwerbsbiografien aus dem Blick geraten sind, die sich auszeichnen durch: viele sehr frühe Berufseintritte, viele 45+ Versicherungsjahre, geringe Rentenansprüche, kaum Betriebsrenten, kaum Vermögen. zentraler Satz: „Wer 45 Jahre eingezahlt hat, hat genug eingezahlt.“[8][9][10][11][12][13]

Teile der SPD schließen sich dem an. Die Rente nach 45 Jahren war bei ihrer Einführung ein sozialpolitisches Versprechen gegenüber Menschen, die früh angefangen und sehr lange gearbeitet haben. Die geplante Abschaffung wird als Bruch mit diesem Versprechen empfunden.[6][14][15][16][17]

Empirische Befunde, wonach sehr viele Nutzer dieser vorzeitigen Rente eher gering belastet waren, bleiben in der politischen Kommunikation bislang weitgehend außen vor. Diejenigen, die jetzt auf die Barrikaden gehen, stellen gar nicht auf den Maurer, die Pflegekraft oder Industriearbeiter ab, der bzw. die gesundheitlich nicht mehr bis zur Regelaltersgrenze durchhält, sondern explizit auf die Zahl der Versicherungsjahre.[12][14][15]

Ich sehe hier keinen Raum für einen Kompromiss. Wenn die Abschaffung der abschlagsfreien Frühverrentung nach 45 Versicherungsjahren fällt, fehlt in der Rentenreform eine Entlastung von rund 140 Mrd. € bis 2035 (Ifo‑Studie zur „Rente mit 63“) – das entspricht grob einem zusätzlichen Beitragssatz von etwa einem Prozentpunkt.[18]

Quellen in der Fortsetzung:

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… Fortsetzung:

Quellen

[1] Rentenreform 2026: Aktueller Stand zu späterem … Rentenreform 2026: Aktueller Stand zu späterem Rentenbeginn, Wegfall der Rente nach 45 Jahren und Vertrauensschutz.
[2] Was die Rentenreform für die verschiedenen Generationen … Was die Rentenreform für die verschiedenen Generationen bedeutet | tagesschau.de
[3] Dieser Vertrauensschutz gilt für rentennahe Jahrgänge Rentenreform: Dieser Vertrauensschutz gilt für rentennahe Jahrgänge | Ihre Vorsorge
[4] Das sind die Empfehlungen der Rentenkommission Vorschläge an Bundesregierung: Das sind die Empfehlungen der Rentenkommission | tagesschau.de
[5] BMAS - Rentenkommission 2026 Rentenkommission 2026 - BMAS
[6] Rentenkommission: 33 Empfehlungen im Faktencheck Rentenkommission: 33 Empfehlungen im Faktencheck – 3 davon sind aus Sicht der Versicherer kritisch
[7] Neue Härtefallrente nach 45 Jahren mit Gesundheitsprüfung? https://www.youtube.com/watch?v=ENxKMsFYTds
[8] Rentenreform: Warum CDU-Ministerpräsidenten im Osten … Rentenreform: Warum CDU-Ministerpräsidenten im Osten rebellieren
[9] 7 von 16 Länderchefs wollen an abschlagsfreier Rente … Rentenreform - Debatte um abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren: Unionsfraktionschef Frei sieht keinen Verhandlungsspielraum
[10] Rente nach 45 Jahren: Ost-Ministerpräsidenten setzen … Rente nach 45 Jahren: Ost-Ministerpräsidenten setzen Merz unter Druck
[11] Ablehnung im Bundesrat? Kretschmer kämpft für die Rente … Kretschmer kündigt Ablehnung der Rentenreform im Bundesrat an | tagesschau.de
[12] Rente nach 45 Beitragsjahren: Ost-Ministerpräsidenten … Rente nach 45 Beitragsjahren: Ost-Ministerpräsidenten rebellieren gegen Teile der Reformen | DIE ZEIT
[13] Widerstand in CDU gegen Aus für Rente nach 45 … Widerstand in CDU gegen Aus für Rente nach 45 Beitragsjahren | evangelisch.de
[14] Was wird aus der abschlagsfreien „Rente mit 63“? - Politik Rentendebatte: Was wird aus der abschlagsfreien "Rente mit 63"?
[15] Alterssicherung: Rentenpaket gerät ins Wanken https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/alterssicherung-rentenpaket-geraet-ins-wanken/100244496.html
[16] Widerstand nimmt zu: Auch Rehlinger gegen Aus für " … Widerstand gegen Abschaffung der "Rente mit 63" wächst | WEB.DE
[17] Rente nach 45 Jahren: Auch Personen mit geringer … DIW Berlin: Rente nach 45 Jahren: Auch Personen mit geringer Arbeitsbelastung gehen frühzeitig abschlagsfrei in Ruhestand
[18] Rente mit 63 – Quo vadis? Auswirkungen der Rente mit 63 | Prognos

Die Mütterrente kostet etwa 13 Milliarden pro Jahr aus der Rentenkasse und zusätzliche 5 Milliarden ab 2027 aus Steuermitteln. Meiner Meinung nach sollte beides gestrichen werden.

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Ich denke, die MP schielen schon auf den Wahlkampf, wollen gegenüber der Bundesregierung etwas Rückgrat demonstrieren.

Ich schätze, Merz hält sich bedeckt, wartet die Wahlen ab und bringt die Rentenreform weitgehend unverändert im Herbst ins Gesetzgebungsverfahren.
Da wird man sicher auch sowas wie Härtefallregelungen diskutieren müssen.

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Interessierte Frage: Warum sollten ausgerechnet die Frauen, die ihre Kinder zu einer Zeit bekommen haben, in der es weder Elterngeld noch Ganztagskitas gab, die also tatsächlich benachteiligt sind, was ihre Rente betrifft, schlechter gestellt werden als heutige Mütter?

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Weil diese Frauen wussten, dass sie für das Kindererziehung keine Rentenpunkte bekommen und gleichzeitig ganz andere Möglichkeiten zur familiären Vorsorge hatten, als die heutigen Frauen (Stichwort Kosten eines Eigenheims)?

Die gesetzliche Rente ist eben eine Versicherung, auf die man Ansprüche durch Einzahlung bekommt.

Ich persönlich würde ja bevorzugen, dass das System komplett solidarisiert wird. Wird es aber nicht. Jetzt den Müttern von damals eine systemfremde Leistung zuzuschustern, die die Mütter (und Väter) von heute erarbeiten müssen, ist Banane.

Wenn der CDSU wirklich so viel daran liegt, Altersarmut bei Frauen zu bekämpfen, dann könnten sie ohne Probleme die Sozialhilfe besser aufstellen. Gerne auch mit einem „Altersbonus“. Mit der Gießkanne ein paar Euro über den Müttern dieses Landes auszuschütten hat dann doch eher den Geschmack eines (teuren) Wahlgeschenks.

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Ist die Rentenreform eigentlich im Bundesrat zustimmungspflichtig? Wenn nicht, dann sind diese „Widersprüche“ wirklich nur wenig ernst zu nehmendes Theater für die Galerie, denn dann müssten die MPs ihren Widerstand schon anders (z.B. durch parteiinterne Maßnahmen gegen Merz und Klingbeil) organisieren, damit er irgendeinen Effekt hat.

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Weil Ausnahmen zu einem System führen, bei dem die Gruppen mit den besten Lobbyisten gewinnen. Siehe deutsches Steuersystem oder die abschlagsfreie Rente in Österreich. Um das zu vermeiden, bin ich für Null Ausnahmen. Und ja, da gehen die Mütter im entspr. Zeitraum leer aus. Aber mit einer Mütterrente haben sie in der „Mutterzeit“ auch gar nicht gerechnet. Da könnte ja man auch argumentieren: Warum habe ich als 18-jähriger Mann gerade Pech und bin und noch nicht 27 und muss mein Wehrtauglichkeit testen. Ein Schnitt ist ein Schnitt und da wird man nie gerecht sein können.

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Was ich bei der Diskussion über die Rentenreform nicht verstehe und auch nicht nachvollziehen kann: Was ja gemeint ist ist „Der Staat macht nicht genügend Transferleistungen“. Es ist eigentlich nicht gemeint „Diese eine Transferleistung da, die zweite von rechts, ist zu gering“. So wird es formuliert und geframed.

Warum schränkt man seine Handlungsmöglichkeiten freiwillig ein?

Wenn es im Bundesrat keine Mehrheit gibt (und das könnte nach aktueller Lage knapp werden), kann der Bundestag überstimmen. Ob die SPD allerdings dafür nochmal die Hand heben wird?

Ich empfehle dazu:

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Etwas offtopic:
Zumal die Mütterrente die Altersarmut nicht bekämpft. Empfängt die Frau Grundsicherung, wird die nun mehr gezahlte Mütterrente von dieser abgezogen. Sie hat also am Ende nicht mehr Geld.
Es fehlen ergänzende Freibeträge.

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Erfrischend finde ich, dass der Aufstand aus den Reihen der CDU kommt. SPD stabiler beim Verraten ihrer Ideale als die CDU beim Umsetzen ihrer Agenda…

Ich hoffe, sie haben keinen Erfolg.

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