Reminder zu Antirassistischer Sprache

Nochmal: Die Problematik der inkriminierten Begriffe liegt weder in der (Sprach-)Geschichte, noch in den angenommenen Eigenschaften oder Intentionen von Menschen, die sie verwenden, sondern in der aktuellen rassistischen Wirkung dieser Begriffe.

Niemand in diesem Thread hat gefordert, dass Ulf und Philipp die Art und Weise, wie sie im Podcast sprechen, grundsätzlich ändern oder gar aufgeben sollen. Daher frage ich mich etwas, warum Du das hier schreibst und was es aus Deiner Sicht mit dem Thema des Threads zu tun hat.

Du sprachst davon, den Hosts des Podcasts würde „Rassismus vorgeworfen“ und sie würden öffentlich „vorgeführt“ - dabei ging es eindeutig um eine Kritik an bestimmten Begriffen, nicht an bestimmten Personen. Wenn Du nach der ganzen Diskussion hier bei dieser Sichtweise bleibst, unterstellst Du dem Eröffnungspost aus meiner Sicht schon eine falsche Intention.

Ein „big deal“ ist für mich wenn überhaupt nicht das eigentliche Anliegen des Eröffnungsthreads, sondern die Reaktionen darauf. Rekapitulieren wir nochmal. Am Anfang dieses Threads stand eine einfache und sehr freundlich formulierte Bitte. Als Reaktion hätte ich irgendwas erwartet zwischen „oh, danke für den Hinweis, das hatte ich nicht auf dem Schirm“, „ja, weiß ich ja, passiert halt manchmal“, ignorieren oder „stimmt ja eigentlich, aber es gibt auch wirklich Wichtigeres“ - alles normale und adäquate Reaktionen. Stattdessen gab es aber die von mir beschriebenen talking points, die m. E. insgesamt darauf abzielten, die Legitimität der Bitte um mehr Sensibilität bei der Verwendung von Sprache infrage zu stellen. Und dagegen habe ich diese Bitte verteidigt.
Es ist m. E. schon auffällig, dass bei dieser Thematik (z. B. hier LdN315 - ist der “Schwarze Peter” rassistisch?) auch in diesem Forum immer wieder Denkfiguren auftauchen, die eigentlich eher von der Neuen Rechten bekannt sind. Da ist schnell von angeblichen „Vorwürfen“, „Verboten“ oder „Kreuzzügen“ die Rede. Das klingt für mich schon so, als sei es für viele doch ein „big deal“.

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