Rechte von Fahrradbesitzenden

Ich bin letztes Wochenende umgezogen in ein Mehrfamilienhaus in der Innenstadt, zur Miete. Das Haus hat einen großen Hinterhof, welcher sich mit dem Nachbarhaus geteilt wird. Dort gibt es ca. 20 Parkmöglichkeiten plus Zugang zu einer Garage mit weiteren mind. 10 Gelegenheiten. An einer Wand stehen 2 Mülltonnen, die draußen gelegenen 20 Plätze werden teilweise durch einen Rasenstreifen mit 4 Bäumen getrennt. Es gibt hier also viel Platz. Aber keine Möglichkeit um Fahrräder abzustellen. Eine schmale Treppe führt vom Hinterhof runter zu einem Fahrradkeller, dazu muss man nur um zwei enge Ecken rum, eine Tür aufschließen während man das Fahrrad auf der Treppe festhält, wieder zuschließen, und dann einen Platz in dem Raum finden, wo bereits 8 andere Räder verteilt sind. Danach muss man noch durch den dunklen Kellerflur, da der Lichtschalter sich am anderen Ende befindet, die Tür ins Treppenhaus aufschließen und wieder zuschließen. Alternativ kann man sein Fahrrad vor dem Haus an einem Geländer oder unvertrauenswürdigen Ständer abschließen, mitten in der Stadt, keine 300 Meter vom zentralsten Umsteigeplatz entfernt.

Zu allem überdruss werde ich von der Hausbetreuung darauf hingewiesen, dass das Rad nicht auf der einen Seite des Fahrradkellers stehen darf (wo Platz ist) sondern auf die andere Seite, im zweifel vor ein fremdes Fahrrad gestellt werden muss.

Nun stellen sich mir die Fragen: werde ich als Radfahrer hier unfair behandelt? gibt es Gesetze die mir das Recht geben, Fahrradständer im Hinterhof zu verlangen?

Vielleicht teilt wer hier meinen Frust :slight_smile:

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Die Situation ist hier bei uns ähnlich.

Richtig absurd wurde es dann, als der Vermieter nach einem Müllbrand ein Tor zum Innenhof installiert hat, das abgeschlossen war und der Vermieter nur der Müllabfuhr den Schlüssel zur Verfügung gestellt hat. Der Vermieter hat sich ernsthaft auf die Position gestellt, die nun durch das abgeschlossene Tor versperrte Ausfahrt wäre nie dazu bestimmt gewesen, den Mietern Zugang zu gewähren (was selbst wenn es stimmen würde im Hinblick auf die über Jahrzehnte praktizierte Übung irrelevant wäre). Da im Innenhof jedoch die Treppen zu den (viel zu kleinen und feuchten) Fahrradkellern lagen war die Argumentation des Vermieters natürlich noch absurder… (nach einigem Druck seitens der Mieter hat der Vermieter dann die Müllabfuhr angewiesen, das Tor nicht mehr abzuschließen…)

Das Beispiel zeigt hoffentlich, dass ich deinen Frust verstehen kann. Als Fahrradfahrer hat man immer das Gefühl, dass die eigenen Interessen weder von Vermietern, noch von denjenigen, die die Bauordnungen verabschieden, berücksichtigt werden. Jeder Neubau muss verpflichtend KFZ-Parkplätze einplanen, aber an Fahrräder denkt absolut niemand, die müssen im Zweifel im Treppenhaus gelagert werden, was dann wieder zu Beschwerden führt.

Ich würde mir echt gerne ein Lastenfahrrad anschaffen, kann es aber schlicht nicht, weil es keinerlei Unterstellmöglichkeiten gibt und der Vermieter sich weigert, die Zustimmung zu geben, im Innenhof einen Carport für ein Lastenfahrrad bauen zu dürfen. Als Radfahrer hat man leider kaum Möglichkeiten, hier irgend etwas gegen den Willen des Vermieters durchzusetzen, weil die gegenwärtige Rechtslage das einfach nicht hergibt. Das sehe ich auch als einen Grund, warum wir mit der Mobilitätswende nicht voran kommen, gerade in solchen „Wohnblöcken“ sollte es einen Anspruch auf Zustimmung zur Schaffung hinreichend (witterungs- und diebstahl-)geschützte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geben, wenn es schon keine Pflicht der Vermieter gibt, solche Abstellmöglichkeiten selbst zu schaffen.

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