Wohin führt diese Argumentation? Die Hunde hätten nicht da sein dürfen, wenn was passiert - bis dahin ist es eine Klasse Idee? (Auf jeden anderen Kontext übertragen zumindest mal spannend… das ist solange eine gute Idee bis was schief geht, auch wenn das Risiko bereits sichtbar war?)
Außerdem ignorierst du eine der Hauptargumente von @Daniel_K :
Die Hunde sind da und damit hast du kein Problem… aber was sollen sie da? @Daniel_K führt mögliche Einsatzszenarien aus und erklärt warum er jedes einzelne für Ungeeignet hält… desweegn nochmal an dich die Frage: Was sollen die Hunde da außer Drohkulisse sein, die man nicht einlösen möchte? (Und zusätzlich die immer noch offene Frage: sollte unser Staat mit Sachen drohen die er nicht umsetzen will)
Das /s hätte ich als Sarkasmus interpretiert. Das heißt die Aussage deines Satzes war andere Teilnehmer und Polizisten leiden auch unter dem Stress. Und das war was ich meinte mit relativieren. Hier wird anerkannt, dass die Hunde leiden, aber dann auf die Menschen und deren Leid verwiesen.
Wenn ein krebskranker Mensch jeden Tag seinen Hund zusammenbrüllen würde, würde ich auch sagen, nehmt dem sofort den Hund Weg. Auch wenn dieser Mensch leidet. Nur weil ein Mensch leidet, rechtfertigt das nicht, ein unschuldiges Wesen auch leiden zu lassen. Das heißt ja nicht, dass man dem Mensch nicht helfen sollte.
Die Hunde sind an einer Leine. Außerdem würde die Polizei menschliche Sklaven verwenden, würdest du das auch sagen?
Ich habe mich über das Ablenkungsmanöver beschwert. Du hättest ja auch sagen können: Ja hast Recht, wir sollten Hunde bei solchen Einsätzen verbieten. Außerdem wenn wir schon dabei sind, sollten wir auch mal über den Stress sprechen unter dem auch die Polizisten bei solchen Einsätzen stehen.
Natürlich sind die Hunde dafür da, dass man sie bei Bedarf auch einsetzt. Ein Einsatz ist nicht notwendig, wenn niemand randaliert und die Absperrung versucht aggressiv zu durchbrechen. Die Anwesenheit der Hunde führt bereits zu Verhaltensregulation.
Diese ganze Diskussion ist absurd. Die Polizei führt auch Schusswaffen mit, obwohl sehr unwahrscheinlich ist, dass sie bei einer Demonstration (oder überhaupt irgendwo) eingesetzt werden.
Ein Großeinsatz wie in Erfurt, bei dem auch Antifa anwesend sind, ist natürlich ein Risikoeinsatz und die Polizei kann die eventuell einzusetzenden Mittel zur Durchsetzung (hier: Hunde) selbstverständlich mitführen.
Das Grundgesetz ist antifaschistisch. Jeder Demokrat ist antifaschistischisch. Wer genau soll da gewesen sein? Oder ist das große böse antifa-Gespenst gemeint, dass in Trumps Kopf und Springers Lügenbubble umgeht, auf der Suche nach vergessenen Demo-Geld-Empfängern?
Das geht am Problem vorbei. Die Frage ist bisher für mich auch völlig unbeantwortet: was konkret bringt ein Hund mit sich, dass man den zusätzlichen Aufwand betreibt, den mitzubringen, obwohl man mit allerlei Waffen, Werk- und Rüstzeug ausgestattet in den Einsatz geht? Klar kann man sagen, die führen zu „Verhaltensregulation“ aber ist nur ein Euphemismus für „Schüchtern ein, verbreiten Angst und Schrecken etc.“ Und davon sind immer alle betroffen. Wenn ich in Deutschland demonstriere, ist es nicht die Aufgabe der Polizei, mir Angst zu machen.
So gefährlich können die Demonstranten nebenbei nicht gewesen sein. Teile der Polizei haben sich offensichtlich so gelangweilt, dass sie ungesichert vereinzelt zwischen Demonstranten gelaufen sind, um einen Anlass für Gewalt zu schaffen:
Nicht immer. Sonst könnten die ihre Aufgabe nicht erfüllen. Die Chance zur Flucht besteht grundsätzlich. Auch wenn das abgerichteten Lebenwesen oft gar nicht einfällt
Nein. Nicht aber dann. Sondern und es wird erinnert, dass auch Menschen unter derselben Situation leiden. Ich schätze Menschen, die - wie ihre Hunde - Ihre eigenes Wohl zum Schutze andere riskieren, nicht geringer als ihre Tiere.Sie sollten zumindest gleichauf bedacht werden. Dann kann man immer noch sagen, dass die Polizeigewerkschaft für die Menschen und Du, in dieser spezifischen Situation der Debatte, für die Tiere eintritst.
Indem Du das Thema „Polizeihunde auf Demos“ auf Tierquälerei beschränken wolltest. Schade, dass Du eine Ablenkung interpretierst. Denn auch jetzt, da Du mir erklärt hast, worum es Dir in der Beschwerde ging, sehe ich keine Ablenkung darin, des einen Leid anzuerkennen wie die des anderen in derselben Situation. Das schließt mögliche Tierquälerei ja nicht aus sondern Polizistenleid mit ein.
Das kann man so sehen und ich denke, auch ohne auszublenden, das die Hundeführer dazu gehören.
Nein, hätte ich nicht.
Ich sehe eine mögliche starke Belastung der Tiere und der Polizisten. Aber Tierquälerei bezeichnet das vorsätzliche oder fahrlässige Zufügen von Schmerzen, Leiden oder Schäden an Tieren ohne vernünftigen Grund.
Das sehe ich beim qualifizierten Einsatz von dafür ausgebildeten Tieren zusammen mit dafür ausgebildeten Polizisten nicht. Auch wenn es, wie in jedem anderen Beruf, auch mal Polizisten geben mag, die das nicht so gut können, ihre Hunde schlecht führen und damit womöglich fahrlässig handelten. Polizeihunde sind zwar Nutztiere die aber für gewöhnlich eine beiderseitig enge Bindung zum Hundeführer haben. Die passen i.d.R. gegenseitig auf sich auf.
Du besuchst eine Demonstration, um eine Botschaft zu senden. Durch Anwesenheit, Transparente, Skandieren. Die Polizei ist nun dazu da, die Veranstaltung zu schützen.
Wieso ist es relevant und problematisch, ob Hunde dabei sind, oder nicht? Warum sind diese einschüchternd? Warum sollte die Möglichkeit im Raum stehen, sie auf Demonstranten loszulassen? Die Demonstranten demonstrieren wie oben beschrieben. Was soll da passieren?
Worauf willst du hinaus, jeder weiß, dass deutsche Antifa eben teilweise auch militante und gewaltbereite Gruppen umfasst (z.B. Antifa-Ost a.k.a. Hammerbande). Du kannst ja auch mal in den Beitrag von @Nyarlathotep schauen. Ich wüsste nicht, was Trump damit zu tun haben soll.
Nachdem es in Gießen auch zu Gewaltausbrüchen gekommen ist, bereitet sich die Polizei bei einer vergleichbaren Großeinsatzlage natürlich auf mögliche Ausschreitungen vor bzw. beginnt von Anfang an (z.B. durch starke Präsenz oder eben Hunde) entgegenzuwirken.
Bei Demos werden Diensthunde immer an der (kurzen) Leine geführt, weil der Hundeführer den Hund stets unter unmittelbarer Kontrolle halten muss.
Es geht in diesem Thread wie du selber sagst um Polizeihunde auf Demos und nicht um den Stress von Polizisten auf Demos. Daher war meine Argumentation, sie gehören nicht auf Demos, weil das Tierquälerei ist. Du bist überhaupt nicht auf dieses Argument eingegangen, stattdessen verweist du auf Polizisten die Stress haben. Und jetzt? Das hat überhaupt nichts mit diesem Thread zu tun. Die Polizisten sind gestresst, also ist es in Ordnung, wenn die Hunde auch noch gestresst werden? Ist man nicht so alleine beim gestresst sein? Geteiltes Leid ist halbes leid?
Ich könnte mir vorstellen, dass die meisten Hundeführer sich garnicht so sehr der Tierquälerei bewusst sind und sich vermutlich einreden, dass das in Ordnung sei. Will hier aber nichts unterstellen, da ich die nicht persönlich kenne. Aber häufig bekommen sie von Oben eh vorgegeben was zu tun ist. Wobei die Polizeigewerkschaft sich ja anscheinend auch nicht wirklich gegen Tierquälerei einsetzt.
Ein Diensthund darf dann ohne Leine arbeiten, wenn er sich im direkten Einsatz befindet und dies für die Erfüllung seiner Aufgabe notwendig ist (z. B. bei der Suche nach vermissten Personen im Gelände).
Es gibt also Gelegenheiten ohne Leine im Dienst. Mutmaßlich auch auch nach Feierabend. Aber auf Demos, danke für den Hinweis, gibt es keine.
Einen gelegentlicher, gut vorbereiteter Einsatz bei einer friedlichen Demonstration ist für einen gut trainierten Polizeihund zwar anstrengend, aber nicht zwingend Tierquälerei, solange der Hund danach ausreichend Erholung und positive Verstärkung erhält. Deshalb stimme ich „sie gehören nicht auf Demos, weil das Tierquälerei ist“ nicht zu. Wenn Hunde ohne ausreichende Pausen, dauernd auf Demos geschickt werden, die gesundheitsschädliche Auswirkungen von Stress ignoriert werden und so die Gesundheit des Tieres nachhaltig geschädigt wird, er unnötig harten Methoden wie Pfefferspray ausgesetzt wird oder in Situationen geschickt wird, für die er ungeeignet oder nicht ausgebildet ist, dann könnte man von Tierquälerei sprechen.
Aber nicht bloß, weil ein Hund auf einer Demo ist.
Naja, so sehr ich daran glauben möchte, dass die Polizei nur dazu da ist die Demo zu schützen, aber Wasserwerfer schützen die Demo auch nicht. Die Polizei war in erster Linie da um die Demo zu kontrollieren und das ist erstmal auch gut und sinnvoll.
Das Problem ist, dass die Polizei ein Mittel einsetzt, welches schlicht nicht in der Lage ist irgendwas zu schützen ohne unverhältnismäßige Gewalt zumindest mal anzudrohen. Die Kontrolle wird hier für wichtiger erachtet als der Schutz von Individuen oder deren Rechten und das ist durchaus diskussionswürdig mMn.
Da kann man vermutlich drüber streiten. Aber dann wäre die Frage, warum nimmt man einen Hund mit zu einer friedlichen Demo? Sobald diese nicht mehr friedlich ist, kommen wir in den Bereich von Tierquälerei. Also was soll der auf einer friedlichen Demo?
Und da du die Menschen angesprochen hast. Für Demoteilnehmer erhöht das garantiert den Stress, wenn die Polizei da mit Hunden auftaucht. Hundeführer stehen vermutlich auch konstant unter einem erhöhten Stresslevel da sie ständig auf den Hund und das Verhalten der Menschen um den Hund aufpassen müssen, selbst bei einer friedlichen Demo. Und auch für reguläre Polizisten erhöht es vermutlich das Stresslevel, da es eine weitere Eskalationsstufe ist.
Somit bleibe ich dabei, Hunde gehören nicht auf Demos, weil jeglicher Einsatz der „nützlich“ für den Menschen wäre immer mit Tierquälerei verbunden ist.
Mit Hunden bei einer AFD-Demo zu sein, fände ich sinnvoll. Es erinnert daran, was Systemfeinden droht, wenn wieder Nazis regieren.
AFD-Feinde daran erinnern, was Systemfeinden droht, wenn Nazis regieren, finde ich aber sehr sarkastisch. Dass die Polizei bei linken Demos gerne sarkastische Anspielungen nutzt, finde ich dann traurigerweise auch gar nicht überraschend.
Antifa ist halt komplett unspezifisch. War die „Hammerbande“ vor Ort oder hatte sich angekündigt? Dann schreib das doch, wenn du das meinst.
Nein. Mangels account kann ich mich auf der rechtsextremen Propagandaschleuder nicht mehr umschauen. Was ist da jetzt genau das Argument? Mit Schäferhunden wäre das nicht passiert? Aber es waren doch welche im Einsatz und die scheinen den konkreten Vorfall - wenn es denn einen gab - offensichtlich nicht verhindert zu haben.