Podcast wie LdN von konservativen/neoliberalen

Moin Leute,

Ich bin immer mal wieder auf der Suche nach Podcasts, die aus einer rechteren Perspektive auf die Welt blicken als die Lage aber mit ähnlich gut recherchierter Vorgehensweise und klarer Argumentation.
Ich möchte einfach mal deren Argumente verstehen, abseits von dem populistischen blabla, was man sonst immer hört.

Mir geht es konkret um Positionen, die aus
Neoliberaler, konservativer und/oder rechter Position auf den politischen Diskurs blicken/einwirken, Meinungen bilden und die Weltlage analysieren.

Vielleicht haben ja Leute von euch Empfehlungen. Das würde mich sehr freuen.

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Bin auf Antworten gespannt. Ich wage indes bis dahin die These, dass man sobald man es mit Fakten, gut recherchierter Vorgehensweise und klarer Argumentation zu tun bekommt, man zumindest konservative Positionen aufgeben muss. Neoliberale eventuell auch.

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Das kommt in meinen Augen auf die Definition von konservativ an. Konservativ heißt ja keineswegs alle Veränderung abzulehnen und gegen Fakten zu handeln.

Da gerade in der Politik ja auch viele Themen gegeneinander abgewogen werden müssen kann man auch zu anderen Forderungen kommen ohne die Fakten komplett zu ignorieren.

Mich würde tatsächlich auch interessieren ob es einen Podcast gibt der hier gleiche Qualität aus einer anderen Perspektive bietet.

Wie man so eine Position in ihrer Pauschalität irgendwie begründen möchte fände ich ja eine sehr spannende Diskussion. Nur vielleicht nicht in der Kategorie „Quellensammlung“ …

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Das

In der Theorie wäre das vielleicht möglich, sofern die jeweilige konservative Position nicht in ihrer Grundprämissen falsch liegt.
In der Praxis konnten jedoch viele konservative Positionen einer wissenschaftlichen Prüfung nicht standhalten. Oder umgekehrt formuliert wurden oft konservative Positionen über das durch Fakten abgedeckte Maß hinaus geschoben.
Beispiele waren in der Vergangenheit zu finden in Drogenpolitik, Klimapolitik, Austeritätspolitik, Trickle-Down-Ökonomie.

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Die Regierungschefs mit ausgeprägten neoliberalen Vorhaben waren übrigens in der Regel Sozialdemokraten (Schröder, Blair) oder z.B. Bill Clinton. Getreu dem Motto: Only Nixon can go to China. Empfehle hierzu the Rise and Fall of the neoliberal order.

Persönlich kann ich mit konservativer Außenpolitik im Sinne von Adenauer bis Kohl am meisten anfangen: westgebunden und pragmatisch. Am ehesten erkenne ich das, neben der CDU (nicht CSU), mittlerweile bei den Grünen wieder. Die traditionelle anti-amerikanische, Russland-verbundene Sicht auf die Welt der klassischen Linken hat durch ihr subversives Engagement und die willfährige Unterstützung von Merkel unfassbaren Schaden angerichtet.

Auch auf die Gefahr hin mich einem Shitstorm auszusetzen, ich höre ganz gerne Machtwechsel mit Robin Alexander und Dagmar Rosenfeld. Alexander ist in Berlin enorm gut vernetzt und hat interessante Insiderinfos. Außerdem teile ich seine Abrechnung mit Merkel. Wenn man ihm zuhört, ist er auch nur in Teilen konservativ. Einer seiner größten Vorwürfe an die Union ist beispielsweise kein eigenes belastbares Klimakonzept entwickelt zu haben oder beim Thema Steuergerechtigkeit so wenig Rückgrat zu beweisen.

Unreflektiert wird’s bei so Selbstdarstellern wie Gabor Steingart.

Gute Konservative Positionen gibt es manchmal sonntags im Presseclub, je nachdem wer eingeladen wurde.

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Sicher sehr mainstreamig, aber die Podcasts vom Handelsblatt (Disrupt, Economic Challenges) geben einen Einblick in die wirtschaftsliberalere Welt.

FAZ Podcast für Deutschland dürfte für viele hier schon konservativ sein, ist aber bei neutraler Betrachtung sehr ausgewogen.

Die ZEIT: Die sogenannte Gegenwart mit Ijoma. Mangold ist quasi die Definition von konservativ (, aber nicht rechts). Ich höre selten rein, aber es ist oft sehr aufschlussreich.

Bei DLF: Nach Redaktionsschluss wird meist einem Zuhörer die Chance gegeben über ein Thema, das aus seiner Sicht unkorrekt wiedergegeben wird, mit Fachleuten und Journalisten zu sprechen. Die Zuhörer sind dort stets vernünftig, oft Konservative und oder Fachleute auf dem kritisierten Feld. Aus meiner Sicht sehr hörenswert, da unheimlich selbstkritisch. Fast immer nehmen die Hosts oder Gäste Dinge mit, die sie in Zukunft besser darstellen wollen. Vom Ansatz her 100% konträr zur LdN. Hier spricht man eher auf Augenhöhe miteinander und ist sehr selbstkritisch. Die Hosts von Nach Redaktionsschluss nehmen nicht für sich in Anspruch die Wahrheit zu kennen, sondern versuchen zu verstehen und einzugehen.

Je nach Thema ist vielleicht auch DLF: Streitkultur ganz aufschlussreich. Der neutrale Host lädt meist zwei Diskutanten zum klassischen Debattierduell zu einem Thema. Naturgemäß hat man da oft eine Person aus dem liberalen oder konservativen Lager mit dabei. Bullshitting wird vom NEUTRAL auftretenden Host unterbunden, ist aber aufgrund der eingeladenen Personen eher selten.

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Ich höre neben der Lage auch FAZ Einspruch, oftmals diesselben Themen aber aus unterschiedlicher Perspektive. Die sind seit dem Moderatorenwechsel deutlich konservativer. Der Podcast ist an Jurist*innen und interessierte Laien gerichtet. Habe beides in der Examensvorbereitung angefangen zu hören und bin dabei geblieben.

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  1. Da kann ich mich anschließen, Machtwechsel von Dagmar Rosenfeld und Robin Alexander höre ich auch gerne.

  2. Ich höre auch bto 2.0 von Daniel Stelter häufig, mit zum Teil deutlich anderen Argumenten bzgl. Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik, Klimapolitik.

  3. Wenn es was tägliches sein soll, kann man sich auch Table Today mit Michael Bröcker und Helene Bubrowski gut anhören.

  4. Falls du auch etwas Polemik unterhaltsam findest: Es gab auch mal Das Denkt Deutschland mit Ulf Poschart und Torsten Tierhoff, da gab es aber schon länger keine neuen Folgen mehr.

Habe die Namen nicht nochmal recherchiert, hoffe nicht alle falsch geschrieben :joy:

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„Machtwechsel“ mit Robin Alexander und Dagmar Rosenfeld höre ich immer, den täglichen „FaZ Podcast für Deutschland“ je nach Thema bzw. eingeladener Gäst:n.
Alexanders Nähe zu Politikern ist oft interessant, vom Niveau finde ich den von der FaZ meist besser.

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Ich ertrage seitdem nicht mehr. Habe Corinna Budras nicht nur für ihre ausgewogen Positionen sehr geschätzt, sondern auch für ihre angenehme Art. Seit dem Wechsel war es für mich oft so unangenehm, insbesondere wie kriecherisch ein junger Mann da mit einem arrivierten spricht. Aber definitiv konservative Positionen, zugegebenermaßen. Keine richtige(re)n, meiner Meinung nach, aber darüber kann man ja streiten.

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Mir hat es mit Budras und van Lijnden auch am besten gefallen. Da gab es im Moderatorenteam schon eine gewisse Spannung.

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Ja, das ist auch ein guter Aspekt: allein die Spannung zwischen den beiden hat schon viel hergegeben, vor allem inhaltlich, teilweise aber auch im Ton. Corinna Budras ist ja nicht gerade eine Linke, aber sie war für mich immer die klare Sympathieträgerin, inhaltlich wie auch in der Art und Weise des Argumentierens.
Aber vor allem, dass der oft deutliche inhaltliche Dissenz mit einer immer freundlichen, oft auch freundschaftlichen und herzlichen sowie häufig humorvollen („der Podcast für Deutschrap und Recht“) Art des gemeinsamen Sprechens einherging, war sehr wertvoll. Jetzt ist davon nichts mehr da. Dissenz ist Fehlanzeige, ähnlich wie bei LdN, aber die Positionen sind (jenseits der juristischen Einschätzungen, die kann ich als Laie gar nicht adäquat bewerten) aus meiner Sicht oft sehr problematisch.

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Das Budras-van-Lijnden-Gespann ist bis heute mein Lieblings-Podcast. :heart_eyes: Die Folgen eignen sich fürs Lehrbuch, wie komplexe Fachthematiken unterhaltsam und sachlich erklärt und debattiert werden können.

Seit dem Abgang der beiden ist der FAZ Einspruch Podcast zwar leider nicht mehr „der wahrscheinlich beste Podcast Deutschlands“ :wink: , aber meiner Meinung nach immer noch eine der sachlichsten Besprechungen der aktuellen juristischen und politischen Lage (aber eben ohne den Unterhaltungswert und das Streitgespräch :frowning:).

Danke an @turmfalke für den Tipp bzgl. „DLF: Streitkultur“, konstruktive Streitkultur in Reinform! :slight_smile:

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