Olympia-Bewerbung: (Desaster-)EM 2024 vergessen?

Ich würde behaupten, wir fallen zurück, weil wir uns keinen Herausforderungen stellen, weil die NIMBY-Mentalität jedes Großprojekt und jeden Fortschritt verhindert.

Und die Konsequenz dessen soll nun sein, dass wir aufgeben?!?
Im Gegenteil, gerade WENN es wahr ist, dass wir an jedem Großprojekt der Vergangenheit gescheitert sind (was ich bezweifeln würde, siehe unten!), müssen wir ergründen, woran das liegt, und diesen Mangel abstellen, statt den Kopf in den Sand zu stecken und zu sagen „Is halt so, wir haben’s nicht drauf!“. Was wäre denn das für ein Zeichen für die Zukunft?!?

Das ist immer eine Frage der Perspektive. Wir bewerten etwas vermutlich nur als „erfolgreich“, wenn es „perfekt“ im Sinne eines absurden Perfektionismus läuft. Beispiel Flüchtlingpolitik ab 2015. Ja, es ist auch vieles schief gelaufen, aber unterm Strich war das ein absolutes Mammut-Projekt. Hätte es besser laufen können? Klar. Aber eben auch deutlich schlechter. Gleiches gilt für jedes Großprojekt, von der genannten EM 2024 über die Fußball-WM 2006 usw. usf.

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Ich finde den Vergleich zwischen einer EM, ein dezentrales Event, und einer Olympiade, zentral, nicht fair. Speziell Olympische Spiele sind zu großen Teilen ein Infrastrukturprojekt.
Angefangen beim olympischen Dorf (zukünftige Mietwohnungen), Straßen und Bahninfrastruktur, Uferwege, Parks, Umgestaltung von Plätzen und Freiflächen um Sehenswürdigkeiten, …. . Wenn man es gut macht, profitiert eine komplette Region.

Klar, man benötigt ein Olympiastadion mit Laufbahn, was die Weiterverwendung als Fußballstadion schwierig macht, dafür braucht man eine zumindest halbwegs gute und nicht zu teure Lösung.

Ein oft vergessener Punkt:
Olympia würde bundesweit Geld für Sportförderung generieren, und zwar nicht nur im Spitzensport, sondern in der Breite. In der Regel steigen die Eintritte in Sportvereine in den Jahren vor den Spielen deutlich, die Anzahl der Sportler die für nationale und internationale Wettkämpfe gemeldet werden steigen, Strukturen werden optimiert. Solch ein Boost würde Sport-Deutschland sehr gut tun.

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Von den Modernisierungen der Stadien der WM 2006 profitieren die Städte, Vereine und die Bundesliga bis heute. Sie haben einen Standard gesetzt, den die anderen Vereine mitgehen mussten. Im Vergleich zu z.B. Spanien und v.a. Italien (von der finanziellen Stärke der Liga vergleichbar) ist die Infrastruktur in Deutschland seitdem auf einem viel viel höheren Niveau.

Hier kann man wirklich davon sprechen, dass die WM hier eine positive und sehr erfolgreiche Zeitenwende war.

Naja das Argument könnte man gelten lassen, wenn das nur die deutsche Innensicht wäre. Aber über alle internationalen Medien hinweg war es nahezu Konsens, dass dieses Turnier eine absolute Kathastrophe und Peinlichkeit war.

‘national embarrassment’

„Fans and journalists reported scenes of chaos, variously described as “shambolic” and “by far the worst” experience they have ever had“
https://www.telegraph.co.uk/news/2024/06/19/german-incompetence-euro-shambles-trains-roof/

https://www.forbes.com/sites/samindrakunti/2024/06/27/german-punctuality-and-deutsche-bahn-questioned-amid-euro-2024-travel-chaos/

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6 Flüssiggasterminals sind in zwei Jahren gebaut und in Betrieb genommen worden. Ist für mich ein Großprojekt.

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Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Schweizer Nationalmannschaft die deutsche Bahn genutzt hat, um zu ihren Spielen zu reisen und das ganz gut geklappt hat.

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Nur weil einige (oder viele) Züge Verspätung hatten, kann man die EM 2024 aber nicht als Desaster abstempeln. Über jede Großveranstaltung gibt es immer irgendwelche Beschwerden. Das zerstört aber nicht das Gesamtbild. Ich bin echt verwundert, dass hier so viele das Gefühl haben die EM sei schlecht organisiert gewesen. Aus Fan-Perspektive war die EM 2024 ein extrem erfolgreiches Turnier. Auch international wird die EM (bis auf die gelinkten Ausnahmen) eigentlich sehr gelobt und als erfolgreiches Turnier beschrieben. Vor allem die Atmosphäre in Deutschland wird da hervorgehoben.

Für mich ist die Erfahrung aus der EM 2024 (im Gegenteil zum Thread-Ersteller) eigentlich ein Beispiel dafür, dass die Olympischen Spiele in Deutschland gut aufgehoben wären. Auch international würde eine Vergabe an Deutschland vermutlich begrüßt werden, insbesondere im Vergleich zu möglichen Alternativen.

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Ich empfehle mal eine halbwegs seriöse Auseinandersetzung mit vergangenen berwerbungsunden (olympische Sommerspiele 2012 in Deutschland) bevor man sich so dermaßen zum Horst macht

Vielleicht möchtest du dazu etwas mehr Kontext geben?

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Einerseits machen wir uns das Leben dadurch oft schwerer als nötig.
Andererseits führen diese hohen Ansprüche auch dazu, dass in Deutschland viele hochwertige Produkte entwickelt oder hergestellt werden.
Ich glaube, es ist kein Zufall, dass hier besonders viele hochwertige Kraftfahrzeuge entstehen. Da können die Kunden davon ausgehen, dass bei ihrer Entwicklung viele Szenarien berücksichtigt wurden, die anspruchsvoller sind als was die meisten Kunden je erfahren werden (einschließlich Autobahn und Nordschleife) und im Zweifelsfall eher zuviel als zuwenig „engineert“ wurde (Das wirkt sich natürlich auch auf den Preis dieser Fahrzeuge aus).
Und 80 % der Computerchips (100 % im High-End-Bereich) werden mit Lithografieoptiken einer deutschen Firma hergestellt ( About us as company & team | ZEISS Semiconductor Manufacturing Technology ).

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Von wem? Ich habe bisher noch nie irgendwas positives über diese EM gehört.

Ich habe weder wirklich positive, noch deutlich negative Stimmen gehört. Ich habe einfach den Eindruck, dass die EM den meisten egal war und das nimmt der Diskussion um den positiven Spirit für ein Land aber leider auch den Rückenwind.
Eventuell war die Diskussion aber auch nicht ganz so heiß, weil die Fußballinfrastruktur extrem gut ausgebaut ist. Somit konnte das Event einfach ohne extreme Eingriffe stattfinden und diejenigen, die es nicht interessiert hat, konnten es ignorieren.
Immerhin sind die Kosten für Olympia, bei geschätzen 8Mrd Euro insgesamt, pro SteuerzahlerIn ca. 320€. Deshalb verstehe ich den Aufschrei und die Diskussion.
Die EM Kosten waren deutlich niedriger, aber auch nicht zu verachten und wurden massiv unterschätzt. Wir lernen also aus der EM, dass die Kosten für Olympia deutlich über der Erstschätzung liegen werden. Vermutlich wäre die Diskussion bei den am Ende tatsächlich entstandenen Kosten auch größer gewesen.

Eine gute Zusammenfassung der EM Kosten findet sich hier:

Correctiv schreibt von insgesamt knapp 300 Millionen für die EM.
Nur mal so zum Vergleich: der Umbau des Camp Nou Stadions in Barcelona alleine kostet bis zu 1,5 Milliarden Euro.
Das jüngste neue Bundesliga Stadion in Freiburg hat 130 Millionen gekostet, und ist mit 35.000 Plätzen noch überschaubar groß.
Die 300 Millionen sind natürlich nicht nichts, aber für die Ausrichtung einer EM nahezu lächerlich wenig.

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Ich würde dir in diesem Punkt so gerne zustimmen.
Leider bin ich gestern mit der Bahn gereist. Auf einer Strecke, die eigentlich ganz frisch saniert ist hatte dennoch wieder jeder. einzelne. ICE in meine Richtung Verspätung. Ursache: Signalstörung. Am Hbf war nur eines von drei ICE-Gleisen befahrbar. Es gab Personalmangel im Zug. Kommunikativ war es ein Totalausfall. Der ICE selbst war in einem desolaten Zustand.

Meine Heimatstadt ist seit einem Jahr eine einzige Großbaustelle, weil von Autobahnbrücke bis Radweg einfach alles marode ist.

Ein weiteres Großevent wie die letzte WM wird m.E. lediglich eine erneute, internationale Großblamage.
Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass eine erneute internationale Dokumentation unseres Infrastrukturversagens at Scale einen positiven Eindruck bei potentiellen Investoren hinterlässt.

Wir sprechen von 2036 oder 2040. Das sind mindestens 8 Jahre Zeit. Man kann doch nicht ernsthaft den Ist-Zustand mit einem in der mittleren Zukunft liegenden lokal begrenzten Event vergleichen.

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Beispiel NRW-Bewerbung (Candidate-City wurde dann Leipzig…)

Man hat damals völlig am Anforderungskatalog des IOC vorbei losbeworben und Geld verbrannt. (z.B. kurze Wege als ein kernkriterium völlig außer Acht gelassen).

So hatte der Bewerber Rhein-Ruhr natürlich überhaupt keine Chance, spätestens als das Kirchturmdenken einsetzte und man in NRW natürlich nichts ohne Düsseldorf resp. Köln machen durfte. So hatte man ein paar Wochen Hype und konnte schöne Fotos für den Jahresbericht sammeln. Für die Infrastruktur hatte es keinen Effekt. Aber die Bewerbung war damit eigentlich schon tot weil man zig Provinzfürsten zufriedenstellen musste und mit ins Boot holte. v.a. natürlich die Rhein”Metropole” Düsseldorf

Um dennoch loslegen zu können hat man hat Roland Berger ins Haus geholt um sich die Bewerbung absegnen zu lassen. Die Machbarkeitsstudie sah natürlich prima aus, entsprach den wünschen der Auftraggeber. Nur eben, dass das Scheitern von Vornherein klar war.

Es ist immer ein Event für diejenigen die sich die Teilnahme an Events drumrum leisten können. Aber darbenden KOmmunen geht es danach keinen Deut besser. Eher im Gegenteil. Nur zur Erinnerung: Gelsenkirchen sowie das Ruhrgebiet insgesamt spielte beim Sommermärchen 2006 eine herausragende Rolle. Die Bewerbungen werden immer teurer als prognostiziert. Das Geld wird woanders zusammengestrichen.

Grotesk, dass kaputtgesparte Kommunen ausgerechnet für den IOC-Apparat an ihre letzten Reserven gehen und das dann auch noch bejubelt wird.

Dass eine der Top3 Volkswirtschaften Olympische spiele Braucht um mal an Modernisierung und Infrastruktur zu denken sagt echt alles über Deutschland 2026 aus.

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Genau, in einem Großteil der olympischen Sportarten steht neben dem Wettbewerb (der persönlich zur Höchstleistung antreibt), der Sportsgeist und die olympischen Werte an hoher Stelle. Für viele Sportler und auch Staff sind solche olympischen Spiele ein wahres Highlight aufgrund des gemeinschaftlichen Erlebnisses über Grenzen/Herkunft hinweg. Und genau diese Stimmung überträgt sich auch auf Zuschauer egal ob vor dem Bildschirm oder vor Ort. Das ist m.E. ganz viel Wert. Eine Vielzahl an Sportarten erfährt zumindest für kurze Zeit mehr Aufmerksamkeit. Kinder bekommen Vorbilder, steigen in den Sport ein und bekommen über die lokalen Vereine in dem Sport dann wichtige Werte vermittelt. Im Optimalfall auch außerhalb des Fußballs (ja auch ich bin eigentlich selbst auch Fussball Fan und sage das so).

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Ich fand den Beitrag zu Olympia sehr oberflächlich. Es wurden natürlich beide Seiten beleuchtet, die Art der Information ist aber immer “Hörensagen” bzw. werden einzelne Beispiele herangezogen, die dann entweder das Für oder Wider bestärken sollen. Es gibt mittlerweile genug fundamentale Analysen, die ganz klar attestieren, dass die Olympischen Spiele ein Geldgrab sind. Das wäre für mich mal der erste Punkt (z.B. The Economics of Hosting the Olympic Games | Council on Foreign Relations)

Jetzt kann man sicher argumentieren: Geldgrab kann man auch als Investition ansehen. z.B. in Breitensport, z.B. in gesellschaftlichen Zusammenhalt, Infrastruktur-Anstöße etc etc. Hier gab es auch einen Beitrag über Großbritannien, der sogar positiv dargestellt wurde. Aber: Nachhaltig hat Olympia tatsächlich nur bedingt positive Effekte. In GB hat man herausgefunden, dass die Effekte eher sehr kurzfristig sind, und mittel - langfristig nicht mehr messbar sind. Siehe z.B. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0277953625002503#b35

Ich würde mir für die Zukunft wirklich wünschen, dass die Einordnung einzelner Stimmn mit etwas mehr übergeordneten wissenschaftlichen Untersuchungen stattfindet. Ansonsten wird es - wie so oft in der Gesellschaft - ein “ich fühle Argument B” vs. “Ich fühle Argument A”. Das ist mir bei der Gesprächspartnerin dann auch aufgefallen; die Argumente waren sehr populistisch (nicht böse gemeint), da wurde nicht eine Studie angeführt.

PS: Natürlich kann man - wie hier im Forum auch - auch mit anderen Argumenten wie z.B. gefühlter Zusammenhalt, “Urlaubsgefühl” o.ä. argumentieren. Finde ich auch absolut valide und bin ich total offen für. Ich würde mir für Diskussionen nur gerne wünschen, dass sie auf einem Faktenbett basieren, welches man klar darlegt. Und eben nicht mit gefühlten Fakten wie der Kritiker über GB gesprochen hat. Nur dann kann mEn eine sinnvolle Entscheidung treffen.

Hier geht es vor allem um gesundheitliche Auswirkungen, die nicht nachhaltig seien. Daher: Der Alkohol- und Tabakkonsum geht während solcher Sport-Großevents etwas runter, die körperliche Aktivität etwas hoch, aber die Effekte bleiben nicht lange. Das wundert jetzt nicht wirklich.

Das zeigt aber eine Sache ganz gut: Es geht nie um einen einzelnen Aspekt, sondern um das Gesamtpaket. Wir zahlen für Olympia eine gewisse Summe, einen Teil dieser Summe ist letztlich eine sinnvolle Investition in die Zukunft (vor allem Infrastruktur), einen Teil dieser Summe bekommen wir zurück (z.B. durch Tourismus, Verkauf von Fanartikeln usw.). Der übrig bleibende Teil steht diversen immateriellen Vorteilen gegenüber: Die in der von dir verlinkten Studie zu messenden „Health Benefits“, das gestiegene Ansehen der eigenen Nation in der Welt, das „Urlaubs“-Feeling bzw. das Gefühl, Teil von etwas großem zu sein usw. usf.

Selbstverständlich ist die Frage, ob diese immateriellen Nutzen hoch genug sind, um die Kosten zu rechtfertigen. Das hängt stark davon ab, wie viele Kosten „überhängen“ (dh. nicht durch „gute“, nachhaltige Investitionen und Einnahmen aufgefangen werden können) und wie hoch man den Nutzen schätzt. Wissenschaftlich lässt sich das nur sehr mäßig prognostizieren - auch ein Verweis darauf, dass die Kosten der letzten vier Sommerspiele massiv explodiert sind, ist nicht zwangsläufig. Man muss sich tatsächlich fragen, warum die Kosten so explodiert sind, wie es die Grafik aus deinem ersten Link zeigt:

Die Frage ist:
Setzt das IOC diese massiven Kosten wirklich voraus? Oder „übertreiben“ die Ausrichter-Länder es einfach, weil alle immer nach der nächsten „Superlative“ streben? Wäre es vielleicht an der Zeit, mal in der Bewerbung um Olympia schon klar zu machen, dass man Olympia ausrichten will, aber wieder zurück zu vernünftigen Verhältnissen möchte? Oder wird das IOC dann die Spiele an das „unvernünftigste, zahlungswilligste Land“ vergeben, also das Land, das noch am ehesten bereit ist, wieder etliche Milliarden auf die Spiele zu werfen?

Hier läge ein möglicher Kompromiss: Bewerbung Deutschlands als Olympia-Standort ja - aber unter der Vorgabe eine klaren Budgetierung, die auch einzuhalten ist. Und der Vorgabe, nicht nach der nächsten Superlative zu streben, sondern von Anfang an eher eine Rückbesinnung auf einfachere Standards zu zelebrieren. Ob wir damit die Bewerbung gewinnen mag zweifelhaft sein, aber wir würden damit ein sinnvolles Zeichen setzen. Und möglicherweise wäre das auch genau das, was dem aktuellen Zeitgeist entspricht.

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Ich fand die Folge LdN476 “Olympia, warum wir uns diesen Urlaub leisten sollten” insgesamt wirklich stark.

Bei einem Punkt bin ich aber hängen geblieben:
So wie ich die Diskussion verstanden habe, wurde gesagt oder zumindest angedeutet, dass bei Paris 2024 nach den Spielen noch 6–7 Milliarden Euro an Kosten für Infrastruktur, Sicherheit, Gesundheit etc. „übrig bleiben“, die nicht nachhaltig nutzbar seien.

Genau dafür finde ich bislang allerdings keine belastbare Quelle.

Die öffentlich diskutierten 6–7 Milliarden Euro beziehen sich nach meinem Verständnis eher auf die gesamten öffentlichen Kosten inklusive Infrastrukturinvestitionen. Der französische Rechnungshof unterscheidet zwischen einmaligen Organisationskosten und langfristigen Infrastrukturmaßnahmen mit „legacy“ bzw. dauerhafter Nachnutzung.

Wenn tatsächlich 6–7 Milliarden Euro reine „Restkosten“ ohne nachhaltigen Nutzen übrig geblieben wären, müsste das Gesamtbudget dieser Bereiche ja nochmals deutlich höher gewesen sein. Dafür habe ich bislang keine Herleitung gefunden.

Vielleicht wurde das in der Diskussion etwas verkürzt dargestellt oder ich habe den Punkt missverstanden, deshalb die ehrliche Nachfrage.

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