Es handelt sich um Verbrauchsteuern oder Aufwandsteuern. Das sind eigentlich ganz einfach strukturierte Steuern.
Verbrauchsteuern werden auf die Menge verbrauchten Stoffs bezogen. Damit steigt die Steuer mit der verbrauchten Menge an. Die Steuer muss dazu nicht mal beim Verbraucher eingezogen werden, sondern muss direkt vom Hersteller oder Importeur bezahlt werden,wenn er die Waren auf den Markt bringt (die offizielle Bestimmung des Zeitpunkts klingt etwas gestelzter). Dazu:
Zoll online - Steuerentstehung, Steuerschuldner
Der Vorteil für den Zoll ist Verwaltung mit wenigen Beamten pro Steuer (bei der Tabaksteuer hörte ich vor Jahren mal von 20 für ganz Deutschland).
Die Steuersätze dafür sind von Natur aus erst einmal der Inflation entzogen. Der Gesetzgeber ist aber nicht gehindert, sie regelmäßig anzuheben. Bei der Tabaksteuer wurde davon in der Vergangenheit auf hin und wieder Gebrauch gemacht. Der Gesetzgeber ist aber auch nicht gehindert, die Steuersätze einfach über Jahrzehnte nicht anzupassen, abzusenken oder die Steuer abzuschaffen. Viele “kleine” Verbrauchsteuern gibt es nicht mehr. Das sind dann politische Entscheidungen. Dabei wird der Gesetzgeber viele Aspekten beachten, u.a., Gesundheitsaspekte, aber auch, ob er sich mit der Festlegung beliebt macht. Einige wirklich bedeutende Verbrauchsteuern sind europarechtlich harmonisiert. Da gelten dann Mindeststeuersätze für die Gesetzgeber, die im “Rat” einstimmig festgelegt wurden z.B. für Alkohol:
eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:31992L0084
und deren Änderungen einstimmig festgelegt werden müssen. Ich kann kaum mitzählen wie oft dabei der Berg kreißt und eine Maus gebiert. Die Mindestsätze für Alkohol werden aber aktuell außer in Bulgarien überall bei Weitem überschritten:
BSI-Datenbroschuere 2023.pdf
Etwas anders ist das bei Aufwandsteuern, wie der Hundesteuer. Diese sind i.d.R. Gemeindesteuern und werden von vielen Gemeinden regelmäßig angepasst, weil in vielen Bundesländern eine Art Ausgleich existiert, aus dem Gemeinden nur dann etwas bekommen, wenn sie ihre Steuerquellen ordentlich ausgepresst haben und es doch nicht reicht. Gemeinden, die da auf Steuern verzichten, verzichten doppelt. Da mache ich mir weniger Gedanken.