Netzkosten auch beim Verbrenner?

Nachdem die Lagemacher schön erklärt, dass die Kosten des Gasnetzes mehr und mehr für den einzelnen Kunden ins Gewicht fallen, sollte sie ebenso analysieren, wie sich die Lage des Verbrennerfahrers oder der Verbrennerfahrerin verändert, wenn zunehmend mehr Leute auf ein E-Auto umsteigen, weil das beispielsweise stark gefördert wird. Ich kann mir vorstellen, dass es genauso gravierende Auswirkungen hat, wenn ein bestimmter Punkt X überschritten ist. (Nebenbei ist aus diesem Grund das Infragestellen des Verbrenneraus höchst fraglich. Dann kann man auch fragen, ob das Verbrenneraus auch eine soziale Komponente hat, um Leute davor zu bewahren, in die falsche Technik zu investieren. Und man kann auch die Frage stellen, ob es irgendwann so ein Tempo aufnimmt, dass die Frage schon vorher geklärt wird.)

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Das finde ich eine spannende Frage … vermutlich gibt es auch bei fossilem Sprit einige Fixkosten, die umgelegt werden, beispielsweise die Betriebskosten der Raffinerien und der Tankstellen, sodass diese Fixkosten pro Liter Sprit irgendwann steigen werden. Mir scheint nur, dass das System besser skaliert, weil man ja einfach ein paar Tankstellen und ein paar Raffinerien stilllegen kann, gerade so viele, dass die verbleibenden gut ausgelastet sind. Das wird der Markt vermutlich ganz gut regeln.

Daher wäre meine Hypothese: Diese Effekte gibt es in der Theorie, in der Praxis werden sie aber sehr lange gut abgefangen werden können, jedenfalls bis die Absatzkurve sich asymptotisch der Nulllinie nähert.

Realistisch erscheint mir allerdings, dass schon in einigen Jahren die Versorgung mit Benzin und Diesel gerade in der Fläche immer schlechter werden wird, weil es sich für kleinere Tankstellen nicht mehr lohnt - es sei denn, die können sich als Späti mit angeschlossener Zapfsäule in den grünen Bereich retten.

Wenn ich länger zu einer Tankstelle fahren muss, erhöht das für die Verbrennerfahrer ja auch die Kosten. Wenn nur ein Monopolist in der Region übrig bleibt, können sie auch die Preise stärker festsetzen. Gerade in dünn besiedelten Regionen kann das irgendwann zu Problemen führen, wenn dort der Umstieg greift. Dann haben wir wieder die Diskussion um das abgehängte Land, wenn Tankstellen ihre Filialen schließen.

Es gibt auch gegenteilige Effekte, die ich auch im Gasnetz sehe, beispielsweise sinkt mit der fehlenden Nachfrage auch der Preis. Natürlich kann die Fördermenge drosseln, dann steigt wieder der Preis.

Wenn mich recht erinnere, dann verdienen die Pächter hauptsächlich durch die Shops. Es sind schon heute wohl mehr Spätis mit angeschlossener Zapfstelle. Wenn da weniger Spontankäufer kommen, sinken auch ihre Einnahmen.

Das wäre aber eine gute Idee, herauszufinden, wie sich ein Anstieg der E-Mobilität auf diesen Bereich auswirkt. .

Wobei gerade am Land ja auch länger Bedarf für andere Maschinen und Fahrzeuge bestehen bleiben dürfte.

Das kommt sicher auf die Gesamtkonstellation an. Wird vor Ort die Möglichkeit zum Schnellladen geschaffen, dann kann ich mir sogar vorstellen, dass die Einnahmen sogar steigen. Denn dann wird das Laden vielleicht eher mit der Pause verknüpft und es gib einen Kaffee und ein Brötchen dazu. Bei uns in der Gegend ist wegen geschlossener Bäckereien, Cafees und Wirtshäusern auch mancherorts die Tankstelle lokaler Treffpunkt. In einem sich verändernden Markt besteht ja auch immer die Möglichkeit sich dem Markt anzupassen.

Anders sieht es aber sicher dort aus, wo die technischen Anlagen erneuert werden müssten. Wenn sich das bei nur wenigen Restjahren erwartbarer Nutzung nicht mehr lohnt, dann wird wohl das Angebot doch eingestellt.

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So dass man jetzt schon in Spritkanisterhersteller investieren sollte :wink: Wenn die Kosten nicht mehr tragbar sind, werden auch diese Menschen irgendwann umsteigen. E-Autos werden zu dem Zeitpunkt, wo das spürbar wird vermutlich nicht mehr teurer sein als Verbrenner und es wird einen vollen Gebrauchtwagenmarkt geben.

Du hast recht, das die Diskussionen vermutlich kommen werden. Was ist die Alternative?

Es gibt ständig Innovationen, die dazu führen, dass man altes nicht mehr nutzen kann.
Sei es das BTX-Gerät oder später das Modem.
Die Digitalisierung im Rundfunk haben Antennen, analoge Satelliten und Fernseher lahm gelegt.
Manche mussten für ihren Lieblingssender aufs Digitalradio umsteigen.
Ein Skandal wird es nur, wenn die Politik versäumt, die entsprechenden Planken zu setzen.
Wenn sie aber darauf verweisen kann, dass sich das ja jahrelang abgezeichnet hat, kann der Verbraucher ihr auch keine Schuld geben.
Wenn nun Politik aber den Eindruck erweckt, sie hält den Diesel für die Zukunftstechnologie 2050 wird sie auch bis 2050 die Infrastruktur erhalten müssen.

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Wie sich das auswirkt, werden wir sehen, aber das Signal des Aufweichens des Verbrenner-Aus halte ich aus diesem Grund für fatal und gnadenlos unpatriotisch.

Glaubt die Regierung in Deutschland, sie könne die Zeit aufhalten? Wenn die Konsequenzen des Klimawandels im Land spürbar werden, dann werden Regierungen in Vietnam, Spanien und Co ihre Konsequenzen daraus ziehen. Unsere Regierung schützt so die deutsche Autoindustrie nicht, sondern schadet ihr.

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Ja, spannende Frage ist, ob für eine E-Ladestation auch das Ladenschlussgesetz entfällt. D.h. ist die Erlaubnis Bier und Brötchen auch Sonntags Nachts um 3 Uhr zu verkaufen damit verbunden dass man Diesel/Benzin verkauft ?
Welchen Regelungsparagraphen gibt es dafür ? - Juristen vor :grinning_face:

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Das tut sie leider. Zumindest die „hocheffizienten“ Verbrenner. Was auch immer das sein soll :man_facepalming:t3:

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Während eine Ladesäule vielleicht für 5000 Euro zu kriegen ist, würde ich für eine Tankstelle eher 5 Mio erwarten

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Eigentlich ist es fast schon bewundernswert, wie hartnäckig sich dieses Märchen von dem Zulassungsverbot für Verbrenner hält. Wer immer sich diesen Spin ausgedacht hat: Respekt.

Und für Merz ist das natürlich auch gut, dass er da ein Verbot aufweichen will, welches gar nicht da ist, denn so kann er dabei auch nicht scheitern. Selbst wenn die Flottengrenzwerte (das angebliche Verbrenner-Aus) so bleiben sollten, wie sie aktuell geplant sind, darf man ja trotzdem nach 2035 Verbrenner neu zulassen. Und dabei ist es auch unerheblich wie dreckig die sind, es wird dann nur teurer.

Sorry, für dieses etwas Themen-fremden Einwurf.

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Super Hinweis der zeigt wie die Bevölkerung manipuliert wird. Viel besser als Trump ist das auch nicht. Und alle machen mit

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Aber um zum Thema zurück zu kommen: Ich glaube den Infrastruktur Effekt wird es auch geben, aber er wird glaube ich viel weniger relevant sein, als bei der Wärmewende.
Dafür ist man beim Tanken von Benzin im Vergleich zum Bezug von Gas für seine Heizung einfach zu flexibel. Die meisten fahren jeden Tag eh größere Strecken und da kann man auch leicht eine entfernte Tankstelle anfahren, das machen ja viele schon heute um ein paar Cent pro Liter zu sparen.

Außerdem setzen vermutlich viele künftige Verbrenner-Käufer darauf, dass die Regierung schon einspringen wird, um den Spritpreis auf erträglichem Niveau zu halten. Das hat die FDP 2022 ja leider vorgemacht und der CDU traue ich das auch sofort zu.

Ich glaube die größte „Preisangst“ würden potentielle Verbrenner-Kaufer entwickeln, wenn sie den Wiederverkaufswert ihres Autos in Gefahr sehen. Leider sehe ich nicht wie man hier ein ökologisches Umdenken einleiten will, außer über Gesetze und das wäre wohl mit großen Widerständen verbunden.

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Kosten sollte man nicht nur auf den Preis reduzieren. Soweit ich weiß, fahren die meisten keine großen Strecken, bei 49 Prozent ist der Weg laut statitischen Bundesamt unter 10 Kilometer, da kann eine weit entfernte Tankstelle schon ins Gewicht fallen.

Statt Subvention von Benzin und Diesel, was ja verfassungswidrig sein könnte, wenn man das Klimaurteil des Bundesverfassungsgericht konsequent zu Ende denkt, sollte man lieber das Klimageld einführen.

Soweit ich weiß, ist, wenn man sich eine Ladestation im Eigenheim besitzt, die E-Variante im Unterhalt jetzt schon billiger. (Viele unter den E-Autofahrern sind auch Steuerzahler. Warum sollen die Ewiggestrigen durch Subventionen einen ökologisch unsinnigen, teuren Luxus mitfinanzieren? Irgendwann in ein paar Jahren kann die Politik auch nicht mehr mit der sozialen Frage herausreden. Könnte man eigentlich vor dem Verfassungsgericht gegen solch eine Subvention klagen?) .

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Die meisten am Land fahren aber zumindest regelmäßig in die nächste Stadt und in den Städten hat man mehrere Tankstellen in der Nähe. Der Entfall einiger Tankstellen sorgt also nicht automatisch dafür, dass man nicht mehr tanken kann.
Selbst wer am Land nur von einem Dorf ins andere pendelt wird zum Einkaufen in die nächste Stadt fahren.

Ich sehe diese Problematik solange Autos mit Verbrennermotor in der Fläche verbreitet sind eher nicht. Das kommt erst wenn nur mehr Liebhaber ihre Oldtimer bewegen.

Das Tanken wird irgendwann schwieriger, aber zunächst nicht unmöglich. Bei einem Anbieter kann eine Tankstelle auch Monopolpreise kassieren, natürlich neben die Kosten für das Co2-Verschmutzung. Aber Autofahrer werden sich überlegen, ob man diesen Umweg jedes Mal fahren wollen, wenn man doch prima daheim und mit weniger Kosten Strom aufladen kann.

2045 wird nach aktueller Gesetzeslage normales Tanken unmöglich, denn da wollen wir klimaneutral sein. Eigentlich ergibt sich schon daraus ein faktisches Verbrennerverbot spätestens 35.

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Bis es so weit ist, dass nur noch ein Anbieter weit und breit existiert dauert es aber noch lange und auch heute ist es keineswegs so, dass die Tankstelle am Land wo die nächste 10 km entfernt ist unbedingt teurer ist als die in der Stadt wo in einem Radius von 3 km 9 Tankstellen existieren.

Das wird viel mehr der Weg sein wie es dazu kommt, dass Tankstellen schließen. Wenn dann mal wirklich der Bedarf so gering ist, dass nur mehr einzelne Tankstellen im Umkreis existieren, dann fahren wohl die Leute nur mehr in Sonderfällen Verbrenner, z.B. weil man den eh nicht mehr zu akzeptablen Preis verkaufen kann und man zu wenig fährt als dass sich ein Umstieg lohnt oder eben bei Liebhabern von verbrennern, Oldtimern etc.

Bei 50 Kilometern pro Tag sind das über zwei Wochen bis man wieder zur Tankstelle muss. Man kann das also eigentlich immer mit irgendeiner Besorgungsfahrt verbinden. Tatsächlich werden die Tankstellen ja jetzt schon weniger und zentrieren sich auf Städte und Autobahnnähe. Auf Autobahnen werden auch jetzt schon Mondpreise verlangt, wer es bequem mag, nimmt das in Kauf. Das Framing, dass ja Verbrenner-Fahrer die bösen Klimasünder sind, wird mit dazu beitragen, dass man, wie Raucher auch, alle Preiserhöhungen mit stoischem Trotz schlucken wird.