Das sollte nochmal deutlich werden. Ein AfD-Verbot ist nur ein Baustein, nicht die alleinige Lösung.
Mal ganz verrückt: vielleicht ist dieses Gefühl ganz gut begründet. Und wenn ich merke, dass ich für meine Meinungsbildung zu wenig Überblick und Ahnung habe (was angesichts der Komplexität von Politik wirklich keine Schande ist) aber gern so behandelt werden will, als wäre das anders, könnte ich ja an mir arbeiten, statt auf den vermeintlichen “Boten” zu schimpfen. Also das wäre jedenfalls das, was ich von Erwachsenen erwarten würde. Aber weil ich weiß, dass das nicht so läuft, sondern diese “Erwachsenen” dann halt jemanden wählen, der besser vortäuschen kann, können wegen meiner auch Kinder ab 0 wählen gehen. Keiner von denen wird es schlechter machen können, als 25% der Erwachsenen.
Frage 1: wollen Politiker immer den mündigen Bürger, der alles hinterfragen kann und will? ![]()
Frage 2:Haben alle Menschen in Deutschland das gleiche intellektuelle Potential und Bildungsniveau, um diese „Erkenntnis“ zu erreichen?
Wenn ich mir das tägliche Fernsehprogramm angucke, scheint es ja möglich zu sein das Niveau sehr stark abzusenken….![]()
So wie du dein Beispiel formuliert hast, muss ich dir zu 100% Recht geben. Im Kontext der Studien bezweifle ich aber, dass sich entsprechende Neigungen so klar herauskristallisiert haben. Ich unterschreibe gerne, dass die Strippenzieher definitiv die Demokratie der usa aushöhlen. Ob das so aber vom gemeinen Wähler wahrgenommen und sogar bewusst gut geheißen wird, wage ich jedoch zu bezweifeln. Gerade Trump Supporter werden beschwören wie wichtig es doch sei auf den Wählerwillen zu hören.
Ich denke, dass anti systemisch nicht zwangsläufig anti demokratisch sein muss. Es gibt z.B. genug demokratische Gründe gegen das Mehrheitswahlrecht der USA zu sein und nur weil ein Fan des Kommunismus eine kommunistische Partei wählt, heißt das nicht dass er deren -möglicherweise anti-demokratischen Methoden - auf dem Weg dorthin gutheißt.
Ich habe eine andere These, weshalb die AfD gewählt wird:
Es geht darum nicht letzter zu sein. Dazu gibt Experimente zum Sozialverhalten von Schimpansen. Auch wenn es denen individuell schlecht geht ist wichtiger zu wissen, dass es jemandem anderen schlechter geht.
Dieser Effekt ist auch evolutionsbiologisch sehr einleuchtend. Ein Herdentier muss nicht am schnellsten laufen, nur halt nicht am langsamsten. Da die Gruppe für uns überlebenswichtig ist, wollen wir analog in der Sozialstruktur der Gruppe nicht letzter sein.
In unserer modernen Gesellschaft ist die Frage nach der gesellschaftlichen Stellung natürlich enorm komplex. Menschen haben aber ein feines Gespür für Verteilung - eben weil es so wichtig für die Überlebenschancen ist. Die Umverteilung nach oben spüren die Menschen einfach. Deshalb wird so viel nach unten getreten, wenn der enge Gürtel noch enger geschnallt werden muss (Inflation umd herunterwirtschaften des öffentlichen Angebots sind hier die Mechanismen), könnte man ja letzter werden.
Auf unsere moderne Gesellschaft angewandt ist das der Mechanismus, über den die AfD so lange gewinnt, wie der soziale Abwärtsdruck groß ist. Dagegen hilft nur, die Umverteilung nach oben umkehren. Kein inhaltliches Stellen, Erklären oder Annähern wird das Problem lösen. Es ist ein gruppendynamisches Phänomen, was nur durch Beseitigung der Ursache zu lösen ist: Dass viele vom Kuchen immer weniger abbekommen.
Du vermengst da was.
Die ganze Diskussion hatten wir hier schon mal:
Da verweise ich einfach auf von mir verlinkte Studien, Erklärungen und Thread-Querverlinkungen (s. Primaten-Forschung).
Deine Herleitung und Schlussfolgerung stimmen so einfach nicht.
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