Moderation, Sprachfiguren

Hallo liebes Lage der Nation Team,

ich bin begeisterter Hörer der Lage der Nation und finde die Aufbereitung der Themen und das Bemühen, verschiedene Seiten darzustellen grundsätzlich sehr gut. Was mir allerdings auffällt, ist , dass vor allem Ulf Buermeyer sehr häufig, nach meinem Eindruck immer häufiger Wendungen wie „das muss man (so) sagen“, „ das muss man (ganz) ehrlich sagen“ „das muss man so sehen“ verwendet. Abgesehen davon, dass ich davon ausgehe, dass alles, was Ulf Buermeyer sagt, ehrlich ist, zumindest ehrlich gemeint ist, frage ich mich, warum diese Sprachfiguren so oft verwendet werden. Ist das eine Selbstvergewisserung, die richtige -objektive- Meinung zu haben? Ich stimme sehr oft mit Euren Bewertungen überein, merke jedoch, dass mich diese Wendungen manchmal stören und die Überzeugungskraft eher schwächen. Ich werde Euch natürlich weiter hören und finde, was Ihr macht, super, wollte Euch aber doch mal auf die inflationäre Verwendung dieser Wendungen aufmerksam machen.

Lieben Gruß

Tom aus Köln

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Bei uns zu Hause ist „das muss man so ganz deutlich sagen“ schon fast zu einem geflügelten Wort geworden, das mit einem Augenzwinkern benutzt wird, weil jeder weiß, dass man sich auf die Lage der Nation bezieht. :grin:
Das bedeutet aber nichts schlechtes - ist eher ein Zeichen von Wertschätzung und dass die Lage in einen gemeinsamen kulturellen Hintergrund integriert ist.

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Nun ja, es freut mich natürlich, wenn das in euren Familien-Wortschatz eingegangen ist, aber ich denke schon, man muss klar sagen, dass ich das übertrieben habe :wink:

Sollte in der aktuellen Folge schon deutlich weniger vorgekommen sein, und ich werde mal darauf achten.

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Ich habe diesen Beitrag vor der aktuellen Lage gehört und habe nun einen How I met your mother-Effekt (ihr wisst schon – dort, wo man auf eine bestimmte Verhaltensweise hingewiesen wird und diese dann nur noch wahrnimmt).

Ehrlicherweise: Mir war es bis zu diesem Beitrag gar nicht aufgefallen.

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Wo es diesen Thread schon mal gibt, nutze ich ihn doch auch gleich :slight_smile: Eine weitere inflationär genutzte Sprachfigur ist „Das macht Sinn“. Kommt in der Lage ständig vor. Man kann aber keinen Sinn machen, Sinn kann sich nur zb. aus etwas ergeben. „Das macht Sinn“ ist eine falsche Übernahme aus dem Englischen „That makes sense“ und ist als solche fürchterlich. Nun weiß ich, dass das leider immer mehr in dieser Form in den deutschen Sprachgebrauch als normal eingeht, aber wo wir schon bei korrekter Verwendung von Sprachfiguren sind, würde ich darum bitten auch hier auf die korrekte Verwendung zu achten. Alles andere würde keinen Sinn ergeben :wink:

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„Das macht Sinn“ hat mich (außerhalb der Lage) auch lange gestört. Inzwischen habe ich aber akzeptiert, dass sich die Sprache halt ändert, und dass das mittlerweile ein ganz normaler deutscher Ausdruck geworden ist. Es nützt nichts, sich dagegen zu sträuben.

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Ich frage mich tatsächlich jedes Mal wenn ich auf English ‚that makes sense‘ schreibe, kurz ob das ‚Denglisch‘ ist und ich versuche wörtlich aus dem deutschen zu übersetzen oder ob es anders rum war und die Formulierung eigentlich aus dem Englischen stammt…

Mir konnte noch niemand überzeugend erklären, warum sich Sinn nur von selbst ergeben kann, nicht aber gemacht = geschaffen werden kann. Sprachlich bevorzuge ich zwar selbst den Ausdruck „das ist sinnvoll“ o.ä. Ich sehe aber keinen Grund, warum man „Sinn stiften“ oder ein Sachverhalt einer anderen Sache „Sinn geben“, aber nicht „Sinn machen“ kann.
Wenn @RictusErectus mir das also bitte mal erklären könnte.

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Himmmmm, aber ich glaube wir müssen auch zugeben, daß es auch etwas mit unserem eigenen " neurotisch sein" zu tun hat, wenn uns die Wiederholungen in der Sprache so sehr nerven. Wenn jemand einen Ausdruck immer wieder benutzt, wir könnten das ja auch als ein Zeichen von Begeisterung und Enthusiasmus sehen. So habe ich das auch im Fall von Ulf empfunden.

Malcolm Gladwell, der Moderator von dem unglaublich interessanten Podcast " Revisionist History" , sagt ständig das Gleiche, wenn er von verrückten und unmöglichen Zuständen und Zusammenhängen spricht, die er immer wieder entdeckt. Er sagt:

„That is bananas!“
Alle seine non fiction Bücher sind New York Times Bestsellers; also er könnte bestimmt auch Tausend andere Ausdrücke dafür finden, aber er besteht eben auf " Bananas" …

Ich finde es schon sehr sympathisch, weil der man anscheinend in einem Dauerzustand vom " erstaunt sein" lebt und auch obsessive an einem Ausdruck hängt
:- )

Übrigens in der Musik ist es ja auch so: z. B in einem Fuge von Bach, kommt dasselbe Motiv immer wieder in verschiedenen Stimmen vor. Von Vivaldi sagt man auch, daß er eigentlich 500 mal dieselbe Concerto komponiert hat!
Wenn man sich selbst einer Schocktherapie unterziehen will, man sollte vielleicht einfach dieses berühmte Stück von Ravel auf Loop hören! Da wird dieselbe Rhythmusfigur der kleinen Trommel tatsächlich 169-mal wiederholt! Man muß sich das mal vorstellen: das spielt ein Mensch! Bitte schön:

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