Mehrwertsteuer

Jo. Erhöht mal schön die Mehrwertsteuer und schreit dann ein Jahr später Zeter und Mordio, wenn Grundsicherung und Asylbewerberleistungen entsprechend angepasst werden müssen(!). Genau mein Humor.

11 „Gefällt mir“

Stimmt halt nicht. Jeder, der so viel verdient, dass er den Spitzensteuersatz zahlt und in die unsolidarische PKV wechseln kann, hat definitiv mehr zum Abgeben und enorm von den Vorzügen von Deutschland profitiert. Natürlich können und sollen die mehr abgeben. Nur die Superreichen müssen natürlich mehr abgeben, da die nicht mal irgendwas leisten sondern sogar oft spalten.

6 „Gefällt mir“

Angenommen es wären 0% und nicht 50%. Wieso sollten die Arbeitgeber dann weiterhin den „alten“ Bruttobetrag an Lohn zahlen, wenn sich andere Arbeitnehmer finden, die den gleichen Job auch für „weniger“ (Netto den gleichen Betrag wie bei 50%) machen? Der Unterschied wäre lediglich, dass der Staat noch weniger Mittel für Infrastruktur, Gesundheit, Bildung etc. hätte.

So gesehen zahlt die 50% nicht der Arbeitnehmer, sondern der Arbeitgeber, bzw. die Arbeitnehmer werden dadurch für den Arbeitgeber teurer.

5 „Gefällt mir“

Darauf habe ich ja mal gewartet. Wir liegen beim Haushaltseinkommen in den top 10%, ich würde mich also durchaus als Betroffener bezeichnen.

Unser Durchschnittssteuersatz liegt am Ende bei ~30%, und dafür bekomme ich meines Erachtens einen guten Gegenwert. Meine Ausbildung war (fast) kostenlos, öffentlich Sicherheit, Gesundheitssystem und Infrastruktur ist im weltweiten Vergleich hervorragend, ich kann mit meinem Pass quasi jedes Land der Welt bereisen etc.

Gibt es trotzdem viel zu tun, klar! Aber passt das Verhältnis, auch ja!

9 „Gefällt mir“

Sind diese Personen hier mit im Raum? Niemand in diesem Land muss 50% seines Einkommens an „den Staat“ abgeben.

Edit: Schoen dass ich das ja selber als Beispiel gebracht habe… Wobei ich gedanklich bei 50% Grenzsteuersatz war, der Durchschnittssteuersatz duerfte auch fuer die allermeisten Topverdiener noch deutlich unter 50% liegen.

Diese Vermengung von Sozialversicherung und Steuern nervt. Sind die Versicherungen verpflichtend, leider ja, Menschen sind nun einmal nicht gut darin Risiken abzuschätzen und würden ohne diese Pflichtversicherung am Ende dem Staat auf der Tasche liegen. Also haben wir uns Gesellschaftlich dazu entschlossen das über Pflichtversicherungen zu lösen.

Und überhaupt dieses Staat gegen uns Bürger denken. Wir, die Bürger, sind am Ende der Staat.

Ich bin ja für mehr politische Bildung in der Schule.

5 „Gefällt mir“

Würde ich anders formulieren: Ohne diese Pflichtversicherungen würden wir arbeiten müssen, bis wir nicht mehr können. Würden uns unserere Erkrankungen (einige davon ja auch wegen unserer Arbeit) finanziell ruinieren. Würden wir verhungern oder kriminell werden, um uns zu ernähren, wenn wir keine Arbeit mehr haben. Und einfach unter der Brücke enden, wenn wir bei einem Arbeitsunfall arbeitsunfähig werden.

Die Sozialversicherungen sind kein notwendiges Übel, sondern das Netz, das uns auffängt, wenn wir stürzen.

9 „Gefällt mir“

Ein funktionierender liberaler demokratischer Rechtsstaat braucht Bürger deren Basisbedürfnisse (Essen, Wohnen, etc) gedeckt sind.

Ob man die Lösung dafür jetzt notwendiges Übel oder Netz nennt, ich finde beides passt.

1 „Gefällt mir“

Finde ich nicht, weil bei der Benennung als Übel mitschwingt, dass man das eigentlich weg haben möchte.

Aber das nur als sprachliche Anmerkung, inhaltlich sind wir uns ja einig.

2 „Gefällt mir“

…Eine freiwillige Versicherung könnte das genauso abdecken und man wäre nicht automatisch gezwungen unter der Brücke zu leben. Vielmehr ist es auch heute schon, dass nur eine freiwillige Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich in der Lage ist den Lebensstandard zu sichern wenn man wegen eines Unfalls der nichts mit der Arbeit zu tun hat nicht mehr arbeiten kann.

Damit will ich nicht gegen die Pflichtversicherungen argumentieren, da hat @pintxo ja gut skizziert, dass das nötig ist, weil sonst viele sich nicht versichern würden und man das dann über die Soziale Basisabsicherung abfangen müsste, aber es ist eben keinesfalls so, dass die Konsequenzen die du hier aufzählst nur durch eine Pflichtversicherung für den einzelnen verhindert werden könnten, so wie du es skizzierst.

Der entscheidendere Punkt ist für mich, dass dies eben keine Gelder sind die an den Staat gehen sondern Zahlungen denen auch Leistungen gegenüberstehen.

Das finde ich jetzt so zu allgemein gesagt. Gerade wer gerade so Spitzensteuersatz zahlt, aber nicht in die PKV wechselt ist mit einem Bruttolohn von gut 6.000 € (gerechnet mit 13. Monatsgehalt) zwar schon sehr gut verdienend, aber hat ja oft gegenüber Menschen ohne Studium auch einige Jahre mehr ohne richtiges Einkommen zu refinanzieren. Das ist jetzt in meinen Augen nicht die Gruppe an Leuten bei denen ich sagen würde die müssen wir höher belasten. Da sehe ich die Einkommen ab 150.000 € eher als die Zielgruppe bei denen wir über Mehrbelastungen reden sollten.

2 „Gefällt mir“

Wenn man sich die freiwillige Versicherung leisten kann. Dann kann man den Leuten wieder an den Zähnen ansehen, ob sie reich oder arm sind. Und wenn diese freiwillige Versicherung eine private ist, hat die auch noch eine Gewinnerzielungsabsicht, so dass entweder die Beiträge höher oder die Leistungen schlechter sein werden. Wenn die überhaupt noch da ist, falls der Versicherungsfall eintritt.

Und die gesetzliche Krankenversicherung etliches nicht bezahlt, so dass man entweder selbst zahlen oder privat zusatzversichert sein muss. Aber das ist ja kein Argument für private freiwillige Versicherungen, sondern eher ein Beleg für die Löchrigkeit unseres Netzes.

2 „Gefällt mir“

Das mit dem Gehalt stimmt natürlich für geringe Einkommen sehr wohl, da private Versicherungen keine soziale Komponente bei den Beiträgen haben, aber den Rest müsstest du mir mal anhand von Beispielen mit Belegen erörtern.

Ist es in Ländern mit privater Versicherung denn so, dass die regelmäßig die Leistungen verweigern? Häufiger als die GKV bei uns?

Das die Pflichtversicherung auch ihre Tücken hat quasi als Beleg dafür zu nehmen, dass private Versicherungen schlechter sind ist jetzt aber schon ganz schön fragwürdig.

Wie gesagt, ich möchte die Pflichtversicherung nicht angreifen, aber diese als einzige Möglichkeit sich sicher zu versichern zu sehen ist für mich auch falsch.

1 „Gefällt mir“

Sehr polemisch: Aber ich wüsste nicht, dass man in Deutschland einen Vorstand einer gesetzlichen Krankenkasse jemals auf offener Straße erschossen hätte, weil diese einen Versicherungsfall abgelehnt hat und die öffentliche Meinung in dem betreffenden Land sehr auf der Seite des mutmaßlichen Täters ist, weil sie ähnliche Erfahrungen gemacht hat.

Die Sozialversicherungssystemen haben keine Tücken, sondern Lücken. Bei diesen Lücken sehe ich das Gegenmittel nicht in zusätzlichen privaten Versicherungen sondern beim Schließen der Lücken in den gesetzlichen Versicherungen - oder zumindest sollten diese Lücken nicht noch größer werden.

Und ja, natürlich hast du Recht, manche können sich auch privat sicher versichern. Aber eben nicht alle, weil nicht alle die finanziellen Mittel dazu haben. Da scheinen wir uns ja auch einig zu sein. Was willst du denn dann mit denen tun, die sich nicht versichern können oder es wegen der Freiwilligkeit einfach nicht getan haben, wenn ein Versicherungsfall (Arbeitslosigkeit, Krankheit, Rente…) eintritt?

1 „Gefällt mir“

Das stimmt nicht – und das kritisieren hier viele zu Recht (auch wenn „knapp über dem Bürgergeld“ zugespitzt ist).

Der Spitzensteuersatz greift ab 69.879 Euro zu versteuerndem Einkommen (Stand 2026), was etwa 3.500 bis 4.500 Euro netto entspricht. Das ist ein gutes Gehalt, aber gerade in einer Großstadt angesichts der Mieten auch kein Reichtum, und für Wohneigentum reicht das in kaum einer Großstadt mehr aus.

Ich finde es grundfalsch, den Blick ständig auf diejenigen zu richten, die nur knapp mehr verdienen als man selbst, und daraus abzuleiten, man könne ihnen gerne mehr wegnehmen. Die nicht-erbende Mittelschicht trägt bereits den Großteil von Einkommensteuer und Sozialabgaben. Dass sie nicht einfach auswandern kann, sollte kein politischer Maßstab sein.

Es entsteht ein Glaubwürdigkeitsproblem, wenn sich Politik ständig an dieser Gruppe abarbeitet, während erhebliche Vermögensungleichheit fortbesteht: Die reichsten 10 % besitzen 63–74 % des Nettovermögens. Die Mittelschicht ist nicht das Problem und sollte nicht das Ziel von Umverteilung sein - die leistet ihren Beitrag schon.

Die Fixierung auf Einkommen erschwert außerdem sozialen Aufstieg und nährt den Eindruck, Leistung lohne sich nicht. Da gerät der Sozialvertrag irgendwann ins Wanken.

Deshalb: Wer genug verdient, um in die PKV zu wechseln, ist kein legitimes Ziel für noch mehr Belastung. Neid ist kein guter politischer Berater. Entscheidend ist ein ehrlicher Blick auf die Vermögensverhältnisse.
(Die PKV als unsolidarisches Parallelsystem ist ein anderes Thema)

12 „Gefällt mir“

Die SPD hat an den Wählerwanderungen festgestellt, dass sie nicht mehr als Partei der Arbeitnehmer wahrgenommen wird.

Anscheinend ist die AFD nicht der Sargnagel für die CDU sondern für die SPD.

Ich bin gespannt, ob sie es hiermit und der Abschaffung des Ehegattensplittings (steht nicht auch die kostenlose KV für den nicht arbeitenden Ehepartner zur Disposition) hinbekommen.

Knapp mehr? 3500 ist mein Brutto. Das ist schon eine ganze Ecke mehr. Muss ich hier mal so deutlich sagen. Ich finde hier verlieren viele den Blick wie wenig manche Menschen im Vergleich verdienen.

Außerdem sage ich selbst, dass natürlich hohe Vermögen und Erbschaften massiver besteuert gehören.

Könnte man bitte aufhören bei jeder Geldthematik Neid zu schreien, da sind dann doch alle gleich, egal ob es CDUler, Erben oder Gutverdiener sind.

3 „Gefällt mir“

Aber unabhängig davon ist doch die Frage warum du genau diese Menschen schon mehr besteuern willst. Denn um diese Gruppe mehr zu besteuern bei gleichzeitiger Entlastung geringerer Einkommen müsste man ja bei einer Reform z.B. Freibeträge senken und dann auch noch den Spitzensteuersatz noch früher beginnen lassen. Sonst profitieren die am Rand selbst bei höherem Spitzensteuersatz ja noch immer von einem höheren Freibetrag.

Oder meinst du eigentlich gar nicht, dass du diese Gruppe bereits absolut gesehen höher besteuern willst was den Betrag an Einkommenssteuer angeht, sondern lediglich was den Grenzsteuersatz angeht?

Edit: Also z.B. höherer Freibetrag bei gleichzeitigem Anheben des Spitzensteuersatzes, sodass z.B. die Entlastung bis zum Spitzensteuersatz gegeben ist und ab da schmilzt die Entlastung immer mehr ab bis man dann z.B. bei 120.000 € Einkommen mehr bezahlt als heute.

2 „Gefällt mir“

Der Spitzensteuersatz greift aber nur auf das Einkommen, was darüber liegt. Und dann werden es doch recht wenige sein, die einen größeren Anteil mit dem Satz zahlen müssen.

5 „Gefällt mir“

Bitte nicht immer diesen “Unsinn” vom Spitzensteuersatz erzählen. Jemand der mit 68000€ zvE “42 Prozent” zahlt, hat einen realen Steuersatz auf sein Einkommen von ca. 28%. An die 42% real kommt man erst bei ca. 250000€ ran.

4 „Gefällt mir“

Das ist kein Unsinn weil ich gar nicht das behauptet habe was du widerlegst. Die Aussage auf die ich mich bezog war:

Und da wirklich niemand Spitzensteuersatz im Durchschnitt zahlt ist auch klar wie das gemeint war.

Würdest du meine Posts lesen, dann hättest du auch lesen können, dass ich hier nur wenig weiter oben selbst geschrieben habe, dass für den einzelnen entscheidend ist wie viel Einkommenssteuer man insgesamt zahlt und nicht was der Grenzsteuersatz ist.

So viel zum Thema Unsinn!

Edit:

Vielleicht nochmal differenziert. Spitzensteuersatz in einer Reform anheben sehe ich unproblematisch, insbesondere wenn die Betroffenen ja auch von höheren Freibeträgen profitieren, weil eine Mehrbelastung dann erst bei sehr hohen Gehältern im sechsstelligen Bereich stattfindet.

Eine Mehrbelastung für diejenigen zu fordern die an der Versicherungsgrenze sind dagegen ist was anderes. Denn um für Personen an dieser Grenze eine Mehrbelastung zu erzeugen müsste man den Spitzensteuersatz im Rahmen einer Reform nicht nur erhöhen, sondern auch sehr viel früher ansetzen. Und das kritisiere ich, nicht mehr, nicht weniger.

Edit2:

Denn um hier eine spürbare Mehrbelastung zu erzielen müsste man ja schon früher mit der Mehrbelastung beginnen und damit noch früher die Entlastung abschmelzen. Dann wären wir aber nicht mehr bei einer Entlastung von kleinen bis mittleren Gehältern sondern es bliebe höchstens noch eine Entlastung im untersten Drittel. Und finde dafür eine Mehrheit in der Mitte.

4 „Gefällt mir“

Die Aussage, der ich widerspreche, ist diese:

Und dabei sprechen wir offensichtlich NICHT über diejenigen, die den Spitzensteuersatz auf ihr komplettes Gehalt zahlen, sondern eben über alle, die über der Versicherungspflichtgrenze verdienen.

Die Gruppe, die tatsächlich Reichensteuer zahlt, ist statistisch gesehen winzig. Bei diesen Leuten sind über die Einkommenssteuer keine haushaltssanierenden Summen zu holen, weil es einfach zu wenige und die Einkommen für nennenswerte Mehreinnahmen bei ein paar Prozent Steuererhöhung immer noch nicht hoch genug sind.

Davon abgesehen korrelieren die höchsten Gehälter tendenziell mit hohen Erbschaften. An der Spitze reproduziert sich also eine ohnehin wohlhabende Schicht. Will man an die ran, dann sind Erbe und Schenkungen bei weitem effektivere Hebel, als das Einkommen. Wer ohne intergenerationellen Reichtum Reichensteuer zahlt: Ehrlich, dem sei’s gegönnt.

Es bringt schlicht nichts, sich an Einkommen abzuarbeiten.
Menschen, die von ihrem Einkommen leben, zahlen ihren Beitrag – und zwar einen überproportional hohen. Je höher das Einkommen, desto höher der Beitrag.
Das ist auch richtig so, aber die Diskussion sollte nicht sein, wie wir diese Gruppe noch weiter belasten, sondern wie wir eine faire Verteilung der aktuell ungedeckten Lasten erreichen. Insbesondere, wenn Erbe und Vermögen nicht annährend mit der gleichen gesellschaftlichen Verantwortung behelligt werden.

Außerdem würde ich auch Steuerhinterziehung gerne ordentlich verfolgt sehen, bevor irgendwer auf die Gehaltszettel der steuer- und sozialabgabenzahlenden Angestellten schielt, egal in welcher Gehaltsklasse.

8 „Gefällt mir“