Marx reloaded? Der Techfaschismus als logische Konsequenz?

Zu den Inhalten der Ideologien dieser Typen wieder mal nix von dir.

Am Rande sei vermerkt, dass ich bewusst Weltbeherrschung und nicht Weltherrschaft schrieb. Mit Schwurbelei hat das nicht das Geringste zu tun.

Warum ist unterlassene Hilfeleistung noch mal strafbar?

Dass nicht auch staatliche Akteur:innen ein entsprechendes Satellitennetz aufgebaut hätten, wenn es nicht einen privaten Kontraktor gegeben hätte, weißt du woher?

Im Übrigen:

Elon Musk: tatsächlich „Selfmade-Milliardär“ oder nutzt er einfach wie kein anderer staatlichen Subventionen und Steuergelder? Change-Berater Kishor Sridhar deckt auf, wie Elon Musk Steuergelder nutzt und nun in der Situation ist noch mehr Gelder in seine Richtung zu lenken.

https://www.focus.de/finanzen/leadership-experte-kishor-sridhar-selfmade-milliardaer-elon-musk-so-hat-er-wirklich-sein-geld-gemacht_id_260499903.html

Elon Musk kämpft gegen staatliche Eingriffe. Dabei erhielt er selbst Milliarden an Förderung für seine Firmen. Was der reichste Mann der Welt dem Staat zu verdanken hat.

https://www.telepolis.de/article/38-Milliarden-Dollar-Starthilfe-Musks-vergessene-Staatsaffaere-10336421.html

Welche KI ich nutze, weißt du woher?

Abgesehen davon, dass die meisten Techfaschisten selbst gar nicht coden.

Und selbst dann wäre es eine Guerilla-Nutzung, da sie den Absichten der Techfaschisten zuwiderläuft.

Warum drängte sich mir eigentlich schon bei deiner ersten Einlassung der Verdacht auf, dass du gar nicht am Thema interessiert bist? I really wonder why.

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Vervollständigt wird das Bild dieser Ideologie von Quinn Slobodians Vortrag beim Einstein Forum im Mai dieses Jahres:

Rund ums bald erscheinende Buch über „Endeit-Faschismus“ hier noch ein Gespräch der Autorinnen:

Fighting Fascists Together with Naomi Klein & Astra Taylor

Astra and I talk about about why we wrote this book together and how we in the midst of it all, we found hope.

Ich würde hier @Mitte zustimmen und um eine Definition von „Tech-Faschismus“ bitten. Ich habe nicht alle der zahllos verlinkten YouTube Videos von @Simsalabeam gesehen, das von „Tante“ ist auf jeden Fall relativ erkenntnisarm. Außer schwammigen Formulierungen, sinnfreien Kategorisierungen und dem wiederholten Lustigmachen körperlicher Eigenheiten war da nicht viel. Die von der KI verfasste Definition lässt mich auch etwas ratlos zurück, technokratisches Denken und Handeln können in faschistisches Systemen vorkommen - wie auch in allen anderen. „Technologie als Kontroll- und Sortierungswerkzeug“ - trifft auf alle autoritären Systeme zu. Nur die Mittel dazu verändern sich mit der Zeit, China ist hier sicher weiter als Nordkorea oder Turkmenistan, alle nicht zwingend faschistisch. Der dritte Punkt ist auch vollkommen willkürlich und hat herzlich wenig mit Faschismus zu tun, wenn man nicht erpicht darauf ist zwanghaft eine Verbindung herzustellen.
Das Phänomen dass einige wenige Firmen einen neuen Bereich dominieren und damit das Potential haben gewichtigen Einfluss zu nehmen ist durchaus kritisch zu sehen, aber ist es notwendig, oder sinnvoll, hier, vollkommen unpassend, mit der Ultima Ratio des Faschismus zu kommen?

In der Ukraine ist Starlink eines der wesentlichen Elemente der Verteidigung. Musk stellt dies der Ukraine zur Verfügung. Russland nicht. Ähnliches gilt mittlerweile auch für Palantir. Zwei der größten Techfaschisten leisten also mit den größten Beitrag zur Verteidigung der Ukraine. Es gibt da noch jemanden der solche Leute gerne als Faschisten bezeichnet, wie war sein Name noch gleich, irgendwas mit P

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Du musst dich schon mindestens mit Yarvin, Land und Thiels kruder Ideologie beschäftigen, um das spezifisch Faschistische zu begreifen.

Um den Salazar-Faschismus zu verstehen, braucht man auch eine etwas umfangreichere Auseinandersetzung, das lässt sich nicht in wenigen Stichworten verschlagworten. So ist es auch in diesem Fall.

Das bestreitet ja auch niemand.

Das Argument kann ja nicht sein: ‚Aber der Frauenmörder war doch immer so nett zu den Nachbarskindern.‘

Oder: ‚Hitler war Tierfreund und hat sich zuletzt überwiegend vegetarisch ernährt.‘

Ihr müsst sie ja nicht Faschisten nennen, aber mir fällt es schwer zu glauben, dass du und Mitte nichts Negatives an Menschen wie Thiel und Musk finden und wie sie durch Geld und Macht Einfluss auf die Politik nehmen? Der ganze fragwürdige Thinktank Apparat dahinter…?

Thinktanks nicht so, es sind diese Typen schon selbst, die rassistischen, sozialdarwinistischen, demokratiefeindlichen etc. Ideologien anhängen.

Und wer durch willentliche Unterlassung von Hilfeleistung (USAID) über zehn Millionen Tote (über vier Millionen davon Kinder) verursacht wie Musk, da braucht man über dessen moralische Integrität nicht mehr diskutieren.

Vorsicht, jetzt wird uns gleich wieder vorgeworfen, wir halten uns für die moralisch besseren Menschen und wollen anderen angeblich vorschreiben, wie sie zu leben und sich zu verhalten haben :wink:

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Dann sag doch auf welche Definition von Techfaschismus du dich beziehst. Zu behaupten es sei halt kompliziert und man muss sich mit xy beschäftigen um es begreifen zu können ohne selbst etwas anzubieten ist nicht unbedingt zielführend. Der „klassische“ Faschismus ist vielfach definiert worden, unter anderem wie von dir erwähnt von Umberto Eco, über jede dieser Definitionen lässt sich streiten, jedoch haben, zumindest die Besseren, genug Substanz um darüber streiten zu können. Dies fehlt mir hier. Du erwähnst hier verschiedene ideologische Zugänge, müssen die miteinander vereint werden um faschistisch zu sein, und können sie das überhaupt? Muss man dem ganzen ideologischen Konstrukt anhängen oder reichen einzelne Elemente? Wenn ja wie viele und welche?

Ein Frauenmörder kann auch nett zu Kindern sein, das eine schließt das andere nicht aus. Die Frage ist ob es sinnvoll ist jemanden als Faschisten zu bezeichnen der, an der Wirkung gemessen, mutmaßlich mehr als jeder andere Mensch für den Erhalt eines demokratischen Staates tut, was dessen negative Eigenschaften und Taten sicher nicht relativiert, die aber auch schwerlich als faschistisch zu bezeichnen sind. Außer die erwähnte sinnvolle Definition kommt noch.

Mats Musk, Thiel und Konsorten haben natürlich negative Eigenschaften und ihre Taten negative Auswirkungen. Genau so wie sie positive haben. Und der Großteil liegt irgendwo im Graubereich, auf welcher Seite der Schattierung liegt wiederum an den eigenen Positionen. Eine Reduktion der staatlichen Bürokratie (ein Beispiel, dies soll hier nicht inhaltlich bewertet werden) kann sowohl als sinnvolle Verschlankung des Staates mit einhergehendem Vertrauensgewinn, als auch als Abbau notwendiger Leistungen und erhöhtem Kontrolldruck gewertet werden. Was die eine Person als positiv wahrnimmt kann für die andere negativ sein, was für die eine Person eine Verbesserung des Staates ist, ist für die andere eine Verschlechterung.
Man kann jede Form der Wahlkampfunterstützung kritisch sehen, genauso wie Thinktanks. Ich wüsste jedoch nicht wo der Sinn liegt hier zwischen Branchen zu differenzieren.

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Das irgendein Staat Starlink hätte aufbauen können zu den ähnlichen (ich sag nichtmal gleichen) Kosten wie SpaceX, glaubst du doch selber nicht. SpaceX musste Astronauten aus der ISS retten, weil es die USA selber nicht konnte und die monatelang fest saßen.

Ja, du hast recht, manche dieser Leute haben verschobene Ansichten, aber deswegen alles zu verteufeln und immer unter größten gedanklichen Verbiegungen zu behaupten, der Staat könnte das genau so gut, ist einfach nur unrealistisch.

Und einige deiner Quellen sind sehr zweifelhaft. Wenn ich ein Podcast/Beitrag aus dem liberalen/Libertären Spektrum equivalent zu „tante“ versuchen würde zu verlinken…

[Mangels Bezug zum Thema gekürzt, mod.]

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Und wer durch willentliche Unterlassung von Hilfeleistung (USAID) über zehn Millionen Tote (über vier Millionen davon Kinder) verursacht wie Musk, da braucht man über dessen moralische Integrität nicht mehr diskutieren.

Wäre dann nicht jeder andere Staat der finanziell in der Lage ist diese Lücke zu füllen ebenfalls der Unterlassung von Hilfeleistung schuldig?

Vielleicht ist das dutzendweise Posten von Videolinks und ellenlangen KI-generierten Texten halt auch einfach nicht optimal, um eine tatsächliche Diskussion anzuregen. Noch dazu, wenn bei jedem Post unklarer wird, was eigentlich genau das Thema sein soll - mir geht es jedenfalls so.

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Seit über neunzig Jahren wird über Inhalt und Reichweite des Faschismus-Begriffs gerungen. Kein anderer „Ismus”, so konstatierte Roger Eatwell, habe derart widersprüchliche Deutungen hervorgebracht wie der Faschismus. […] Wird der generische Begriff als eine platonische Universalie gedacht, führt das unweigerlich zu dogmatischen Nominalismusstreitigkeiten. Daher scheint es sinnvoller, ihn als heuristische Konstruktion zu verwenden, die das Erkennen von „Verwandtschaftsbeziehungen” gewährleistet. […] Da idealtypische Definitionen naturgemäß immer nur bestimmte Aspekte eines Phänomens zum Vorschein kommen lassen und andere in den Hintergrund drängen, gilt es, ein Bewusstsein für diese Einschränkung zu bewahren und unterschiedliche Idealtypen und sich ergänzende Ansätze miteinander zu kombinieren.

Das ist die wissenschaftliche Sachlage.

Merkmale des (Tech-)Faschismus, die über bloßen Totalitarismus hinausgehen (z.B. Sozialdarwinismus, Rassismus, Ableismus, toxische Männlichkeit, pseudoreligiöse Mythologeme etc. pp.), habe ich hier mehrfach benannt. Ansonsten verweise ich ergänzend auf „Technofascism: AI, Big Tech, and the new authoritarianism“ (insb. Kp. 2, s.o.) und auf bestimmte Merkmale der zehn von Jason Stanley (zum Techfaschismus auch hier) vorgeschlagenen.

Die „Familienähnlichkeit“ (Docupedia) des Techfaschismus zu früheren Faschismen ist somit belegt.

Seien wir ehrlich, das Ziel hinter der wiederholten Forderung, doch erstmal Faschismus zu definieren, ist ja nichts anderes als die Anwendbarkeit in Einzelaspekten auf den Techfaschismus infrage zu stellen. Und auf solche Spielchen lasse ich mich nicht ein.

Doch.

Natürlich.

Ausgangs- und Kernpunkt ist die reale Gefahr der undemokratischen Machtübernahme von Milliardären wie Thiel und Musk, also Leuten, die den techfaschistischen Ideologien insb. von Yarvin und Land anhängen, unter Nutzung neuer, sehr machtvoller Ideologien (Stichwort autonome KI-Agenten), deren Gefahrenpotenzial mittlerweile sogar der Techoptimist Bill Gates als so hoch einschätzt, dass er deren Regulierung dringlich anmahnt.

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Ja, da zeigt sich wieder, wie die vermeintliche Mitte Diskussionen führt. Da wird ein Begriff herausgepickt und statt dass zu ignorieren, weil das Thema ja eigentlich ein ganz anderes ist, meint man, man müsse sich rechtfertigen. Und schon hat man den Habeck-Vibe, der vom hundertsten ins Tausende kommt.
Dabei ist es ja ganz einfach: eine Gruppe von Personen, die sich für eine überlegene Spezies hält, möchte die aus ihrer Sicht Untermenschen mit Hilfe von Technologie kontrollieren, um eine neue Welt zu schaffen, die in ihren Augen eine bessere ist, in erster Linie aber die eigene Gruppe bevorzugt.

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Das trifft es schon recht gut, allerdings würde ich die apokalyptische Komponente (s.o.) noch ergänzen. Denn die Zukunftsvorstellung ist durchaus düster, wobei die Techfaschisten glauben, dass sie als überlegene Elite weitgehend unbeschadet daraus hervorgehen werden. Ob der Luxusbunker auf Neuseeland oder der Mars das bessere Refugium ist, ist allerdings eine offene Frage.

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Du hast schon recht, @der_Matti, dass die Definitionsfrage ablenkt, und ich finde deine Beschreibung im 2. Absatz auch hilfreich. Allerdings fühle ich mich von den vielen Videos und Zitaten auch überfordert. Ich würde @Flixbus zustimmen, dass diese Form nicht optimal ist für unseren Austausch hier.

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Also zusammengefasst gibt es keine sinnvolle Definition von Faschismus (auch wenn du selbst auf die von Eco bezüglich des Urfaschismus verwiesen hast) und auch nicht des Techfaschismus. Lediglich eine Reihe von Merkmalen und Ideologien die man sich nach belieben zusammensetzt um zum erwünschten Ergebnis zu kommen.
Definitionen im sozialwissenschaftlichen Bereich sind nie vollkommen, sie hängen vom Standpunkt und der Schwerpunktsetzung ab. Man kann über sie diskutieren, sie ablehnen oder in Frage stellen. Trotzdem sind sie notwendig um das Feld abzustecken und eine Diskussion zu ermöglichen, immer im Bewusstsein der Einschränkungen die man sich auferlegt. Das ist hier anscheinend nicht möglich und wird als Spielchen abgetan.

Im Grunde sind unsere Annahmen dieselben. Es gibt Leute, die durch von ihnen vorangetriebene Technologien sehr reich geworden sind. Einige davon nutzen dies um Einfluss auf die Politik auszuüben. So weit so schlecht. Nun kann man sich fragen welche Ziele verfolgen sie, wie homogen ist diese Gruppe und welche Handlungen setzen sie. Man kann es sich jetzt recht einfach machen, sie kollektiv als Techfaschisten bezeichnen, ihnen unlautere Ziele unterstellen und alle ihre Handlungen in diesem Licht sehen. Die einen sind streng religiös, die anderen nicht - egal. Vollkommen unterschiedliche Staatsverständnisse - egal. Musk hilft der Ukraine mit seinem Kommunikationssystem, eine Hilfe die kein anderer zu leisten vermag - egal, schließlich ist es seine Schuld dass niemand anderer so ein System aufgebaut hat.

Es geht hier nicht um einen Begriff, sondern dass eine Komplexe Situation hinter dem Kampfbegriff des Faschismus verschleiert und vereinfacht wird. Wenn man der Einflussnahme besagter Personen effektiv etwas entgegen setzten will sollte man sich nicht in Verallgemeinerungen und Zuschreibungen ergeben sondern stärker differenzieren und in Grautönen denken statt im immer angenehmeren schwarz-weiß

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Dann schränke ich mal ein.

Das bereits von mir verlinkte WDR-Feature erklärt schon manches (recht pointiert):

Ansonsten verweise ich auf die KI-Zusammenfassungen, die einige zentrale Elemente des Techfaschismus skizzieren.

Das Problem bei der Darstellung ist aber ganz grundsätzlich, dass diese krude Ideologie nicht einfach in Traktat- oder Manifestform vorliegt, sondern als ‚Konvolut‘ von u.a. Online-Essays, die in keiner Weise systematisch sind, sondern eklektizistisch, ‚mythopolemisch‘, teilweise an Populärkultur (z.B. bestimmte dystopische Science-Fiction-Narrative) anknüpfend, mithin zunächst mal verworren usw. sind. Da werden von Yarvin und Land Versatzstücke verschiedener menschenfeindlicher Ideologien (einschließlich libertaristischer Elemente) amalgamiert. Das macht den Zugang nicht einfacher und Substrate bleiben immer unvollständig.

Aber der Vorschlag von @der_Matti, den Kern als demokratiefeindliche Übermenschen-Ideologie zu charakterisieren, ist schon recht gut, wie ich finde.

Das ist nur deine Unterstellung.

Ich habe darauf verwiesen, dass es in der Forschung keine allgemeinverbindliche „Definition von Faschismus“ gibt. Daraus zu schließen, dass es deswegen auch keinen Faschismus gäbe, wäre absurd.

Die affirmative Bezugnahme auf Yarvin und Land ist belegt und keine Unterstellung.

Jetzt könnte ich den Ball zurückspielen und sagen: Definiere „streng religiös“!

Wenn Thiel z.B. Greta Thunberg als „Legionärin des Antichristen“ markiert, hat das mit Religiosität nichts zu tun, höchstens rhetorisch aufgrund des Nutzens einer religiös geprägten Begrifflichkeit.

Diese Leute greifen in alle möglichen mythologischen Kisten, das bedeutet noch längst nicht, dass fundamentale ideologische Differenzen bestünden.

Thiel rührt alles Mögliche zusammen:

Thiels Vorträge, die am 15. September begannen und am Montag endeten, waren lang und weitreichend; er vermischte darin Bibelstellen, Zeitgeschichte und Philosophie und schweifte gelegentlich in Verschwörungstheorien ab. Er würzte sie mit Anspielungen auf Videospiele und Fernsehsendungen sowie mit Betrachtungen zu J. R. R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“. Ebenso erinnerte er sich an Gespräche mit Elon Musk und Benjamin Netanjahu und sprach ausführlich darüber, warum er Bill Gates für „einen sehr, sehr schrecklichen Menschen“ hält.

Der Silicon-Valley-Schwergewichtler stützte sich auf eine breite Palette religiöser Denker, darunter den französisch-amerikanischen Theoretiker René Girard, den Thiel an der Stanford University kennengelernt hatte, und den Nazi-Juristen Carl Schmitt, dessen Werk seiner Aussage nach den Kern seiner eigenen Überzeugungen mitgeprägt habe.

(Übers. m. DeepL)

Von Tolkien über den Kronjuristen der Nazis bis zu Videospielen also.

Und Thiels Transhumanismus (s. z.B. hier) ist natürlich auch alles andere als „christlich“.

Das allein reicht ja nicht. Gerade in diesem Zusammenspiel muss ja die Frage mitgestellt werden, warum er das tut. Und da zeigt sich dann: Musk wollte eigentlich, dass die Ukraine Russlands Forderungen erfüllt und den Krieg beendet.
Nach einem Shitstorm hat er sich dann anders entschieden.
Das, was er hier mit Starlink macht ist schlicht Werbung. Finanzieren tut er das, indem er sich die Steuerung von Drohnen per Starlink bezahlen lässt. Da hat er dann mal eben die Preise angehoben, weil: was will man denn dagegen tun?

Nachtrag:

Für Schläge tief im russischen Hinterland jedoch – gegen Munitionsdepots, Militärflugplätze oder mobile Raketenstellungen – bleibt Starlink vollständig gesperrt.[…]Elon Musk begründet seine ablehnende Haltung mit der Sorge vor einer vertikalen Eskalation des Konflikts. Der Einsatz kommerzieller US-Raumfahrttechnologie für offensive Operationen tief im russischen Hinterland erhöhe, so seine Position, das Risiko einer direkten Konfrontation zwischen Atommächten. Stattdessen plädiert er öffentlich und in Hintergrundgesprächen für eine diplomatische Verhandlungslösung.
Starlink-Sperre: Wie Elon Musk die ukrainische Kriegsstrategie begrenzt

Er nimmt damit direkt Einfluss auf den Konflikt und entscheidet, wie weit er eskaliert werden darf oder nicht. Das ist in meinen Augen kein demokratisches Verständnis.

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@Schiessbogen

Sehr empfehlenswert ist auch noch folgender KIT-Podcast:

Neben Land, Yarvin, Thiel und Musk spielt auch Alex Karp noch eine nicht unwichtige Rolle:

„Warum müssen wir uns bei der Verteilung knapper Kapitalressourcen in einer Marktwirtschaft immer der Weisheit der Masse beugen?“, fragte Karp in seinem jüngsten Bestseller „The Technological Republic“.

Für Yarvin, Karp, Thiel und die anderen Eliten, die diese Ideen vertreten, sind die Menschen Idioten.

Wenn eine traditionelle Republik eine Republik „vom Volk und für das Volk“ war, so argumentiert Karp, werde eine technologische Republik „den Wiederaufbau einer Eigentumsgesellschaft erfordern – einer Gründerkultur, die aus der Tech-Branche stammt, aber das Potenzial hat, die Regierung neu zu gestalten“.

In dieser Vision wandelt sich der Staat in etwas Schlankeres, Erfolgreicheres, das eher einem Start-up ähnelt: dem Unternehmen. „Eine Regierung ist nichts anderes als ein Unternehmen, dem ein Land gehört“, betont Yarvin. Musk hat sich dieser Sichtweise angeschlossen: „Die Regierung ist einfach das größte Unternehmen.“

„Sobald das Universum der demokratischen Korruption in eine (frei übertragbare) Beteiligung an der ‚Gov-Corp‘ umgewandelt ist, können die Eigentümer des Staates eine rationale Unternehmensführung einleiten, beginnend mit der Ernennung eines CEO“, erklärt der Philosoph Nick Land.

„Wie bei jedem Unternehmen werden die Interessen des Staates nun präzise als Maximierung des langfristigen Shareholder Value formalisiert.“ In diesem Modell wird der Präsident zum CEO-König; der Bürger wird zum Kunden oder Nutzer.

Land hat mehr als jeder andere dieser Bewegung ihr philosophisches Prestige verliehen, indem er Yarvins witzige, aber verschwommene Prosa aufgriff und sie in einem umfangreichen Essay aus dem Jahr 2014 zu einer politischen und philosophischen Strömung formalisierte, die als Neoreaktion oder „Dark Enlightenment“ bekannt ist und sich vom Untergang des Westens über Rassenterror und die Grenzen der Freiheit bis hin zur nächsten Stufe der menschlichen Evolution erstreckt.

Land, der mal als kybernetischer Prophet, mal als wissenschaftlicher Rassist bezeichnet wird, vertritt seit langem antihumanistische und antidemokratische Ansichten. „Stimme“ oder Repräsentation – der zentrale Grundsatz der liberalen Demokratie – sei erprobt worden und gescheitert, argumentiert Land. Die einzige tragfähige Alternative sei der „Ausstieg“: die Flucht aus der gescheiterten Regierungsführung hin zu einer postpolitischen und posthumanen Zukunft.

Der technologische Faschismus lässt sich sowohl von der Zukunft als auch von der Vergangenheit inspirieren. […]

In dieser Vision verbindet die beste Regierungsform Reaktion und Information, Machiavelli und maschinelles Lernen, Aristokratie und künstliche Intelligenz, Autoritarismus und Technosolutionismus.

(Übers. m. DeepL)