Ich denke niemand ist gegen ein statistisches Register, um die Nachfrage zu messen und das Angebot zu steuern. Denn das Problem ist - und da sind sich eigentlich alle Experten einig - der Mangel an Therapieangeboten. Ein weiteres, schwieriger zu lösendes Problem ist, dass es kaum möglich ist, Therapien gegen den Willen der Betroffenen durchsetzen zu können, bevor es zu einer ganz konkreten Selbst- oder Fremdgefährdung kommt (also wenn das Kind quasi schon im freien Fall in den Brunnen ist…). Dafür sehe ich aber keine Lösung, die nicht wieder zu sehr vielen anderen Problemen führt („Zwangsbehandlung“ von „Querulanten“, Dinge wie der Fall Mollath können wesentlich häufiger vorkommen)
Mehr Therapieangebote sind jedenfalls die Stellschraube, die der Staat tatsächlich anpacken könnte. Es ist ja nicht mal so, dass es zu wenig Therapeuten gäbe, nur zu wenig Kassensitze (also letztlich wieder eine Geld-Frage…).
Ein „Register“ psychisch kranker Menschen hilft hingegen gar nicht. Es ist das typisch-konservative Generalrezept, alle gesellschaftlichen Probleme mit „mehr Polizei und mehr Befugnisse für Sicherheitsbehörden“ lösen zu wollen. Aber hey, Ideologie haben nur die Grünen, bei der Union heißt das „Vernunft“ und „Normalität“ ![]()
Man kann sich ja mal fragen, was sich konkret geändert hätte, wenn die Täter von Solingen, Magdeburg und Co. alle in einem Register erfasst gewesen wären. Richtig, gar nichts - ein solches Register macht schon denknotwendig nur Sinn, wenn man auch andere Maßnahmen damit verknüpft. In der Regel wäre es aber sinnvoller, schlicht die anderen Maßnahmen, die tatsächlich das Potenzial haben, etwas zu ändern, zu machen - und auf das Register zu verzichten. Denn die Registrierung scheint mir auch schlicht nicht notwendig zu sein.