LdN487: Praktisches Jahr (PJ) im Medizinstudium

Ich möchte kurz darauf eingehen, dass im Interview mit Frau Prof. Brakemeier behauptet wurde, das Praktische Jahr des Medizinstudiums gäbe es nicht mehr. Das stimmt nicht, bis heute verbringen alle Studierenden der Humanmedizin in Deutschland nach Abschluss des zweiten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung (ugs. 2. Staatsexamen, M2) als Zulassungsvoraussetzung zum dritten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (ugs. 3. Staatsexamen, M3) ein Jahr (bzw. in Teilzeit entsprechend länger) in akademischen Lehrkrankenhäusern. Das PJ ist auch nach wie vor in drei Tertiale (also je ca. 4 Monate) gegliedert, die verpflichtend in Innerer Medizin, Chirurgie und einem Wahlfach (z.B. Anästhesie, Kinderheilkunde, Gynäkologie, etc.) abgeleistet werden. In der Reform der Approbationsordnung, deren Inkrafttreten seit Jahren immer wieder verschoben wird und derzeit für 2027 geplant ist, ist zwar angedacht, diese Aufteilung zu verändern (hin zu vier Abschnitten mit verpflichtendem Abschnitt in der Allgemeinmedizin), derzeit ist aber noch das altbekannte PJ in Kraft und es wird auch weiterhin ein Praktisches Jahr geben.

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Früher gab es das PJ, praktisches Jahr. Und zusätzlich noch das AiP, Arzt im Praktikum.

AiP war nach dem Abschluss, bereits die Arbeit eines Assistenzarztes machen, das als "weitere Ausbildung " zu deklarieren, und deutlich schlechter zu bezahlen
Das AiP wurde 2004 wieder abgeschafft.

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Das PJ gibt es immer noch

Als ich nach einem langen Medizinstudium mein PJ machte, musste ich froh sein, wenn wir ein Mittagessen bekommen. Wir haben Vollzeit am Krankenhaus gearbeitet, viele Abläufe wären ohne uns nicht möglich gewesen (Assistenz im OP, Anamnesen und Aufnahmen, Blutentnahmen und so weiter) Wir haben faktisch keinen Urlaub gehabt über das gesamte Jahr, weil die wenigen freien Tage dazu benutzt werden mussten, auf das anschließende dritte Staatsexamen zu lernen..

Als meine Tochter jetzt ihr PJ gemacht hat, war die Situation genau die gleiche, außer einer Bezahlung von 500 € an dem Krankenhaus, wo sie war. Andere Krankenhäuser zahlen wohl weiterhin nichts

Eine solche Bezahlung von „ Praktikant:innen“ wäre in einem Studium für Betriebswirtschaft undenkbar

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Ich halte es kaum aus, diese Podcast-Folge zu Ende zu hören.

Wie meine Vorredner schon sagten, PJ gibt es weiterhin. Und es wird nicht zwingend bezahlt. Ich hatte damals sogar Nachtschichten und als ich wirklich krank war, habe ich lernfrei genommen, da bekam man 10 Tage für das ganze Jahr…

Außerdem musste man für den Facharzt für Psychiatrie bis vor ein paar Jahren regelhaft Supervision/Selbsterfahrung/Seminar… selbst bezahlen und dies in der Freizeit absolvieren. Bei uns sind dann außerdem noch Dienste vorgeschrieben…Und daher es stimmt auch nicht, dass sich die Ärzt*innen weniger mit Psychotherapie befassen in dieser Ausbildung.

Ein weiterer gewichtiger Unterschied ist auch, dass bei sämtlichen Zwangsmaßnahmen auch nur Ärzte entscheiden sollten.

Ist ja alles in Ordnung, dass psychologische Psychotherapeutinnen mehr Anerkennung bekommen, aber bei ärztlichen Therapeutinnen ist die Lage definitiv nicht besser.

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