Im Podcast wird ja ausführlich erklärt, wann und um wie viel das Renteneintrittsalter erhöht wird. (0,67 Jahre pro Jahr Lebenserwartung).
Ich hab mich hierbei gefragt, ob das Geschlechtergerecht ist, vor dem Hintergrund, dass die Lebenserwartung für Frauen fast 5 Jahre über der von Männern liegt. Folglich müssten demnach auch Männer drei Jahre weniger lang arbeiten, bzw. Frauen länger.
Ich wär auf eure Meinungen gespannt. Ich möchte hierbei keine Genderdebatte lostreten, vielmehr frag ich mich, ob auf einem Weg zur Gleichberechtigung nicht auch hier an der Schraube gedreht werden sollte?
Ach nein? Was, glaubst du, ist dein Vorschlag denn anderes? Solange Frauen, die bekanntlich die Beitragszahler der Zukunft gebären, den Löwenanteil der Care-Arbeit und Pflege übernehmen (müssen), die übergroße Mehrheit der Alleinerziehenden stellen, noch immer nicht überall den gleichen Lohn für gleiche Arbeit bekommen und weit überproportional von Altersarmut betroffen sind, können wir uns solche Debatten wirklich sparen.
Dagegen steht das Gleichheitsgesetz. Auch private Versicherungen dürfen Frauen keine teureren Tarife anbieten, sondern müssen das einkalkulieren.
Was möglich wäre, wäre Gutverdiener länger arbeiten zu lassen. Denn auch diese leben länger und verstößt nicht gegen das AGG.
In dem Maße, wie Frauen arbeiten, rauchen, Alkohol trinken, etc pp, also die Lebensstile der Geschlechter sich angleichen, gleichen sich die Lebenserwartungen seit geraumer Zeit an.
Dh es sind andere Faktoren, die das Lebensalter im Wesentlichen beeinflussen.
Ich kann mich, korrigiere mich wenn ich irre, erinnern, dass sehr darauf geachtet wurde KEINE geschlechtsspezifischen Unterschiede zu machen und das auch im PodCast erwähnt wurde. Schon wegen „Alle Menschen sind gleich…“. Darüber hinaus gleicht die Reform einige Benachteiligungen, die Frauen bisher -offenbar sogar ein paar Jahre länger als Männer- hinnehmen mussten, aus. Die statistisch etwas höhere Lebenserwartung von Frauen ist auch rückläufig, seitdem sie sich immer weiter der männlichen Lebensweise annähern.
Ich persönlich glaube ja, dass dieses etwas kleinteilige „Unterschiede aufspüren“ nichts Gutes für die Bevölkerung birgt. Das lenkt nur von erheblich schwerer wiegenden Themen ab. Alle Menschen sind gleich, was will man mehr.
Hallo Zusammen, ich nicke grundsätzlich viel und doll beim Hören der „Lage der Nation“, aber der Beitrag zum Rentenpaket ist insgesamt sehr bescheiden.
Die LdN verbreitet die gleichen konservativen Schreckensgespenster wie die CDU. Die Anzahl der Beschäftigten im Vergleich zu den Rentern hat sich die letzten Jahre kaum geändert. Die Zahl kann man auch nur im Zusammenhang mit Produktivität und Lohnsteigerungen wirklich gut bewerten. Es ist einfach volkswirtschaftlicher Quatsch, dass alle die Veränderung des Verhältnis Arbeiter/Rentner ein Problem ist. „Geld fur die Welt“, „Die Anstalt“, Herr Flassbeck haben das auch in diversen Beiträgen gut aufgearbeitet.
Die 60 Milliarden die nun als zusätzliche Abgabe in den Kapitalmarkt fließen (Rentendepots) fehlen der Wirtschaft nun an Kaufkraft. Würde dieses über ein Umlagesystem dafür sorgen, dass kein Rentner unterhalb der Armutsgrenze lebt, würde das Geld direkt wieder in die Wirtschaft fließen. Zudem wenn jedes Land das nun tut funktioniert es auch nicht, die Erläuterung würde den Post hier sprengen.
Ich verstehe diese wirklich schlechte Einordnung der Rentenreform einfach nicht, bin zum ersten Mal echt entsetzt …
Durch die obligatorische Anlage der Beiträge am Kapitalmarkt fließen dafür Massen an neuen Investitionsgeldern in die deutsche und europäische Wirtschaft.
Eben nicht, laut der Presseerklärung der Komission soll das Geld in Fonds fließen, die im Ausland anlegen, ganz im Sinne wie es die nordischen Länder machen. Da erhofft man sich eine höhere Rendite.
Es ist generell ein schlechter Zeitpunkt für diese Anlage. Wie @Damian85 schon schreibt, haben alle Angestellten erst einmal weniger Geld in der Tasche. Damit ist wenoiger Geld für die Binnennachfrage vorhanden. Zweitens kommen in den nächsten 20 Jahren die Babyboomer in Rente, also sehr große Jahrgänge. Mehr einzahlen werden wir aber in das Umlageverfahren nach aktuellem Stand nicht. Wer gleicht also das Konto aus, dass ganz sicher tiefer in die roten Zahlen rutschen wird wegen der großen Jahrgänge? Klar, wir alle, durch Geld aus dem Haushalt, also größtenteils aus Steuern oder Schulden.
Also anstatt einfach 2% (je 1% von Arbeitnehmern und Arbeitgebern) für die großen Jahrgänge in das Umlageverfahren zu stecken, müssen wir das durch Schulden und evtl. höhere Steuern ausgleichen. Wäre ich nicht Teil des Umlageverfahrens (also z.B. Selbstständiger oder auch beamter) wäre ich wohl ziemlich verärgert, denn ich muss das ja dann mit finanzieren.
Danke für den Hinweis. Das Risiko Teile der Investitionen zu verlieren, nach mehreren Börsen-Crashs und einer erkennbaren KI-Blase, hatte ich gesehen. Aber was ist das denn für ein Signal, deutsches Rentengeld im außereuropäischen Ausland anzulegen, weil man sich dort höhere Renditen erhofft?
Also noch weitere Jahre mit notwendigen Reformen warten? Dass die Lage der Rente aktuell so desolat ist, liegt ja daran, dass seit Jahrzehnten notwendige Reformen verschleppt werden.
Sind Reformen aktuell teurer, als wenn wir bereits vor Jahren gemacht worden wären? Ja. Sind Reformen notwendig? Ja. Werden Reformen immer teurer, je länger wir sie aufschieben? Vermutlich auch ja.
Gerade ist ein schlechter Zeitpunkt für Reformen. In X Jahren wird noch ein schlechterer Zeitpunkt sein für Reformen.