Erstmal vorab: Ich freue mich über den Erfolg, der mit den diversen Klagen zum Klimaschutz erreicht wurde und ich finde es gut, dass das gemacht wird. Es freut mich auch, dass das hier möglich ist. Gleichzeitig frage ich mich, ob wir hier nicht in eine falsche Richtung abbiegen und dabei meine ich nicht nur den rechtlichen Bereich sondern eigentich so ziemlich alle Diskussionen sowohl von Seiten der Politik als auch von den Grünen oder auch NGOs, auch von Klimaschützern.
Ich störe mich an dem Begriff Klimaschutz (und analog Natur- oder Umweltschutz oder ähnliche Begriffe), denn diese gehen in die falsche Richtung. Selbst wenn wir als Menschheit wollten, können wir das Klima gar nicht kaputt machen! Es wird immer noch Regnen, schneien und die Sonne scheinen, egal wie viel CO2, Methan usw. in die Atmosphäre blasen. Nur für uns als Menschen wird es deutlich unangenehmer hier zu leben. Oder anders gesagt, es geht nicht ums Klima, sondern um Menschen. Klimaschutz ist ein Synonym für Menschenschutz und aus meiner Sicht kein gutes.
Und das ist meine Hauptkritik, so sehr ich die Klimabewegung unterstütze, finde ich, dass sie es einem sehr einfach macht das Thema wegzudiskutieren. Jeder kann einfach sagen, “Klimawandel stört mich nicht. Wenn es wärmer wird finde ich das gut und wechselhafteres Wetter gefährdet mich nicht besonders.” Das zu schützende Gut wird durch ersetzen von “Mensch” durch “Klima” weiter weg gerückt und kann dadurch leichter beiseite geschoben werden.
“Sind Sie für Klimaschutz?” vs “Sind Sie für Menschenschutz?” - Zwei grundsätzlich identische Fragen, aber vermutlich mit deutlich unterschiedlichen Zustimmungsraten. Bei Klima stimmen die Grünen-Wähler zu, viele von der SPD und dann noch ein paar von der CDU. Menschenschutz dagegen sollte eigentlich mehrheitsfähig sein hinweg durch alle Parteien (außer der AfD). Von daher verstehe ich auch nicht, warum in der Politik der Begriff Klimaschutz statt Menschenschutz verwendet wird.
Menschenschutz verdeutlicht vor allem die Problematik der Nutzung von fossilen Rohstoffen viel besser. Denn wenn fossile Rohstoffe verwendet werden, dann leiden Menschen, dann sterben Menschen. Das Leiden/Sterben findet in seltenen Fällen direkt statt, wenn Menschen zu Tode gefahren werden, ist aber fast alles findet indirekt und meistens auch schleichend statt. Abgase in der Luft, Mikroplastik, Lärmbelästigung, fehlender Wohnraum in Städten, sterben von Innenstädten, … alle diese negativen Dinge, die viel, viel schlimmer sind als der Klimawandel in absehbarer Zeit, werden überhaupt nicht diskutiert. Mit der Einführung von Entitäten als Rechtehabern wird dieser Aspekt noch verschlimmert. Das ist aus meiner Sicht ein großer Nachteil der Einführung von Rechten für Entitäten (so ein Fluss irgendwo weit weg ist dem unbedarften Bürger noch egaler als das Klima).