Ldn426 - Vermieterbeteiligung an Heizkosten

Ihr sagt, dass die Ampel einen Mechanismus eingeführt hat, der die Vermieterinnen an den Heizkosten beteiligt und es daher ok sei, dass der Vermieter eine nur Strom Heizung einbaut.
Die Beteiligung begrenzt sich auf die CO2 Kosten der Heizkosten. Bei einer Nachtspeicherheizung mit Ökostrom wäre das also nicht gegeben. Bzw bezieht sich das meines Wissens nach sowieso nur auf Heizung mit Öl und Gas (auch fernwärme) weil hier die CO2 Steuer anfällt.

Natürlich gäbe es in einem funktionierenden Markt, der der Wohnungsmarkt in vielen Städten nicht ist, einen Markt Mechanismus, wo niemand eine Wohnung mieten würde, die im Vergleich zu hohe Warmmiete hat.

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Ich wollte auf was ähnliches eingehen, in der letzte Folge habt ihr gesagt, dass dem Vermieter die Heizpreise egal sein könnten, und dann gab es den Einschub zumindest in Städten wie München, wo das Angebot die Nachfrage deutlich übersteigt, was ja in gewisser Weise (Angebot und Nachfrage) ein Versuch einer marktbasierten Begründung ist.

Nun ist es allerdings so, dass es aus marktsicht einen maximalen Betrag X gibt, den ein Mieter pro Monat für Mieten, Heizen, etc. ausgeben kann / möchte. Dieser Betrag ist in München offensichtlich höher als in anderen Städten, aber er existiert. Niemand wird 3000€ für eine 15m² Wohnung in München ausgeben. Nun ist dem Mieter egal, wie viel % von dem maximalen Betrag X er fürs Heizen ausgibt und wie viel er fürs Wohnen ausgibt, so lange es nicht über diesen Betrag X geht. Auf der anderen Seite möchte der Vermieter (natürlich nicht alle Vermieter) die Wohnung so teuer wie möglich vermieten, das heißt er will so nah an den Betrag X rankommen wie möglich. Wenn jetzt aber die Heizkosten sehr hoch sind, schränkt das den Betrag an Kaltmiete ein, den der Vermieter verlangen kann, da er sonst über X kommen würde und damit die Wohnung nicht vermietet bekommen würde. Das heißt würde der Vermieter jetzt eine sehr effiziente Heizung einbauen, die sehr günstig ist im Betrieb ist, würde er im Gegenzug vermutlich die Kaltmiete erhöhen (soweit es ihm gesetzlich erlaubt ist). Von daher, in einem funktionierenden Markt, kann es den Mieter eigentlich egal sein, wie teuer da Heizen ist, da das nur den prozentualen Anteil zwischen Warm- und Kaltmiete verschiebt.

Ich habe extrem starke Zweifel, dass der Wohnungsmarkt ein funktionierender Markt ist, wollte das hier aber trotzdem mal erwähnen.

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Und in der Praxis ist es ja sogar schon heute so, dass die Vermieter tendenziell zu niedrige Heizkosten als Abschlag ansetzen um ihre Wohnung attraktiver zu machen. Dieser Effekt dürfte dann also stärker werden.

Sehe ich auch so. Darum wäre es auch fatal die Umrüstung auf Wärmepumpen vom „Marktdruck“ der Mieter abhängig zu machen, der ist in Großstädten einfach viel zu klein. Da müssen Gesetze her, die die Vermieter zwingen umzurüsten, z.B. eben beim nächsten, anstehenden Heizungswechsel.

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