das ist natürlich deine eigene und private Meinung. Das sehe ich komplett anders. Dann soll man sich einen anderen Job suchen oder da nicht arbeiten.
Sehe ich nicht negativ. Warum sollte sich der „beste“ Anbieter für den Kunden sich auch zurückhalten?
Keine Ahnung, wie man das negativ sehen kann. Ich kenne keinen Menschen, der mehr Steuern, als er/sie muss. Schuld ist hier eindeutig die EU oder Deutschland und wohl kaum Amazon.
Das ist auf jeden Fall ein Kritikpunkt. Habe hier aber nicht wirklich Gerichtsurteile finden können.
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Wenn Du eh der Meinung bist, dass Unternehmen grundsätzlich machen können sollen, was sie wollen, solange sie Gesetze nicht daran hindern, dann wirst Du nicht nur bei Amazon, sondern auch bei anderen Unternehmen vermutlich keine Kritikpunkte finden, die Dich überzeugen.
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Kenny
23
Das sieht das Jobcenter anders. Da kann ich nur die Sanktionsliste bei Ablehnung einer angebotenen Stelle empfehlen…
Weil sich Monopole langfristig schlecht auf den Wettbewerb und negativ für die Kunden auswirken. Will ein Unternehmen wie Amazon eine neue Branche zerschlagen, kann es sich leisten trotz horrender Verluste die Preise in dieser Branche über eine lange Zeit so niedrig zu halten dass alle Mitbewerber entweder aufgeben oder an Amazon verkaufen müssen. Danach werden die Preise wieder angezogen. Alles nichts neues, deshalb haben wir ein Bundeskartellamt.
Leider nimmt Amazon gezielt Einfluss auf die Politik, die so etwas erlaubt - sehr stark in den USA und zunehmend auch in Deutschland und der EU. Ohne das Problem Amazon alleine zuschieben zu wollen, ist das ein Problem das man wirklich ins Scheinwerferlicht rücken muss - es wird tendentiell eher schlimmer als besser… Daher finde ich es gut wenn wir es hier diskutieren 
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Nunja, da gibt es bestimmt Möglichkeiten. Ich glaube sogar, dass Amazon deutlich über Mindestlohn zahlt und besser als einige Konkurrenten. Und bei „fast“ Vollbeschäftigung nur von den Langzeitarbeitslosen hier zu sprechen, ist schon unfair.
Mir fallen praktisch keine richtigen Monopole in Deutschland ein und auch Amazon ist davon noch extrem weit entfernt.
Ja, aber wo sind hier die Probleme? Jede einzelne Interessengruppe nimmt/versucht Einfluss zu nehmen. Und die „Steuerschlupflöcher“ gab es vor Amazon und wurden nicht für Amazon geschaffen!
Die Schuld liegt hier zu 100% bei Staaten wie Irland und einer handlungsunfähigen EU, die solche Steueroasen doch gezielt geschaffen haben.
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Halte ich für Quatsch: Wer die Lage kennt, der kennt auch unsere Position zum Datenschutz.
Abgesehen davon ist Alexa zwar ein Gerät, das mir niemals in die Bude kommen würde. Aber wenn Menschen sich bewusst entscheiden, dass sie das nutzen wollen - wer sind wir, dass wir ihnen das verbieten könnten? Niemand wird gezwungen, Alexa zu benutzen.
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Kaufentscheidungen werden nicht immer bewusst und rational getroffen - seit LdN 250 klebt nun das Etikett „von der LdN empfohlen“ an diesem Überwachungsprodukt.
Ich persönlich halte Amazon für eine rücksichtslose Schurkenfirma (s. meinen Post 18 oben), die sinnbildlich für sehr Vieles steht was meiner Meinung nach gerade in dieser Welt schiefläuft. Als Konsequenz vermeide ich seit einigen Jahren diese Firma - soweit es halt geht. Vorgestern habe ich mir den LdN250 Werbeeinsprecher selbst angehört, und in diesem Moment ist in mir etwas zerbochen. Das hätte ich als Kopfmensch eigentlich nicht für möglich gehalten, aber das hat irgendwie tief unten an der Werteebene gekratzt. Ich denke ich kann die Lage nicht mehr unbefangen mit gutem Gefühl anhören, den Weg kann ich leider nicht weiter mitgehen.
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Das ist Unsinn: Werbung ist eben Werbung, aber kein redaktioneller Inhalt oder gar eine Empfehlung. Niemand würde denken, das ZDF identifiziere sich mit Zahnpasta, und natürlich identifizieren wir uns ebenso wenig mit unseren Werbepartnern.
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Ganz unabhängig davon, ob man die vorgebrachte Kritik an Inhalt und Form der Werbung nun unterschreiben würde oder nicht: Ich denke nicht, dass Medien auf so eine ‚technische‘ Weise wahrgenommen werden - und auch nicht so wahrgenommen werden sollten. Wenn ich etwa von der Süddeutschen Zeitung mit einer großformatigen Anzeige für eine teure Uhr traktiert werde, dann frage ich mich schon, in welche seltsame Leser:innengemeinschaft ich da hineinimaginiert werden soll. Oder allgemeiner formuliert: Selbst wenn auf der Produktionsseite eines Mediums eine strikte Trennung zwischen redaktionellen Inhalten und Anzeigen vorgenommen wird, folgt daraus ja keine Norm, diese Trennung auch auf der Rezeptionsseite in derselben Schärfe zugrunde zu legen.
Der Vergleich scheint mir hier auch etwas unpassend. Das ZDF filmt ja nicht Thomas Bellut dabei, wie er sich die Zähne putzt. Und natürlich wird im ZDF vor allem deshalb für Zahnpasta geworben, weil man zumindest einem Teil des Publikums unterstellt, regelmäßig Zahnhygiene zu betreiben.
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LBreuer
30
Naja, der Vergleich hinkt ein bißchen: die Analogie wäre eher, das ZDF macht Sendungen über gute Zahngesundheit und bewirbt zwischendurch für Zähne besonders schädigende Süßigkeiten (wenn man denn bei Zahnpasta bleiben möchte…). Klar ist aber auch, die Lage finanziert sich nicht von alleine und braucht Werbung. Es ist euer gutes Recht zu werben, wofür ihr möchtet. Das darf aber dann auch Höhrern missfallen und wie das bei denen ankommt entscheidet jeder Höhrer für sich selbst…
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peeee
31
Es geht in die Richtung, was @less_ink schreibt: Mich erinnert die Diskussion um die Werbung hier stark an die Kampagne der INSM gegen Annalena Baerbock (die übrigens vorzüglich und latent, und das wurde in der öffentlichen Debatte nur vereinzelt thematisiert, antisemitische Stereotype bedient) oder ganz aktuell an die Anti-Grünen-Kampagne einer Hamburger Marketingfirma, bei der Ströer in vielerlei Hinsicht das Nachsehen hat. Es ist natürlich total üblich, dass bei ZEIT, Spiegel, Welt etc., im Verlagswesen generell, Anzeige und Redaktion getrennt sind, aber wurde das rezeptionsseitig denn auch so wahrgenommen, bzw.: weiß man das überhaupt? Oder wurde nicht vielmehr, zumindest in meiner Twitter-Bubble, geschrieben, dass man jetzt sein Abo kündigt, weil es ja gar nicht ginge, dass man so eine Kampagne unterstützt („Wie können die da mitmachen?“)? Oder es werden Vorträge (ebenfalls aus der Bubble) abgesagt, die für Ströer gehalten werden sollten. Insgesamt finde ich an diesen Beispielen auch bezeichnend, wie sich unsere (derzeitige) Diskussionskultur hierzulande gestaltet und wohin sie sich bewegt.
Der „Lage“ würde ich trotzdem dringend empfehlen, sich des Themas noch einmal intensiver anzunehmen und bspw. bessere Ausschlusskriterien zu formulieren oder bestimmte Werbepartner im Vorhinein (sofern möglich) abzulehnen, vielleicht auch ganze neue Wege hinsichtlich Werbung zu gehen. Ich kann die Bedenken schon nachvollziehen, wenn man sagt, dass „Lage“-Ideale einerseits und Werbung für Alexa andererseits sich nicht wirklich gut ergänzen.
Wenn demnächst für ein Bild- oder Springer-Abo oder den neusten SUV-Benziner Werbung gemacht würde, führen wir die exakt gleiche Diskussion erneut. Und da in den letzten AMA-Folgen sehr stark betont wurde, wie professionell (und mit mehr Leuten) man in der „Lage“ jetzt unterwegs sei, ist das vielleicht auch nicht zu viel verlangt.
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myUser
32
Ich denke genau darin liegt auch ein Problem. Die Lage ist professionell geworden und muss sich finanziell tragen. Philip und Ulf sind Arbeitgeber und tragen damit auch mehr Verantwortung.
Ich glaube schon, dass Philip & Ulf auf die Reaktion zur aktuellen Alexa Werbung gedanklich vorbereitet waren. Alles andere würde mich stark wundern.
Ändern würde sich nur dann etwas, wenn die Lage auf die Werbung nicht angewiesen wäre, was sie offensichtlich nicht ist.
Aber statt Philip & Ulf irgendwelche Käuflichkeit zu unterstellen, sollten wir sie an ihren Einschätzungen zur Lage der Nation messen.
Aus meiner Sicht sind vermeintlich falsche Werbepartner „Kratzer im Lack“. Also manchmal sehr unschön, aber man kann darüber hinwegsehen.
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Timm
33
Ich kann mich krutors klarer Haltung nur anschließen! Danke dafür.
Ich überspringe die Werbung immer sofort und hatte den Spot selbst gar nicht mitbekommen. Ich bin aber sehr froh, dass es hier thematisiert und kritisiert wird.
Ich verstehe auch das Argument „irgendwie muss die Lage sich finanzieren“, allerdings bin ich absolut kein Fan von Werbefinanzierung. Auch genau wegen dieser Problematik die hier diskutiert wird. Netzpolitik.org und andere machen vor wie es anders gehen kann. Die Podcasts von Tim pritlove als Beispiel auch. Zeitschriften gibt es ebenfalls komplett werbefrei (ja, leider selten) z.B. seit mehreren Jahrzehnten das Greenpeace Magazin - nein die bekommen keine Mittel von Greenpeace, sondern sind Leserinnen-finanziert. Und Perspektive Daily ebenso. Ok, aber die Lage hat sich für ein Modell mit Werbung entschieden. „Du kannst dir ja plus klicken“ ist für mich kein Argument, denn die Werbefinanzierung bleibt ja.
Ja genau, darum verstehe ich die sehr kritischen Reaktionen darauf auch so sehr und schließe mich ihnen an.
@ulf @philipbanse mal ketzerisch gefragt: wo wäre für euch Schluss? Werbung für Atomstrom? RWE? Nestle? VW? BILD? Oder erst bei Waffen?
Bisher habt ihr diese Fragen umschifft indem ihr nur für „die guten“ oder „harmlosen“ Werbung hattet wie Naturstrom oder Coro oder wie die heissen. Jetzt seid ihr - absolut berechtigt wie ich finde - in der Kritik und aus meiner Sicht an einem nicht mehr zu rechtfertigenden Punkt (der auch für Ökostrom zutrifft, klar): ihr bekommt Geld von denen, sollt aber kritisch berichten. Sorry, nee.
Bitte, bitte zurück drehen!
Bisher war ich auch sehr froh mit der Lage (trotz Werbung) und habe sie guten Gewissens empfohlen.
Viele Grüße
Timm
Timm
34
…noch eine kleine Ergänzung, der Vollständigkeit halber und weil ich es mal klar aussprechen will:
Mit Werbefinanzierung machst du dich als Journalistin unglaubwürdig. Denn du hast dich abhängig gemacht von etwas, das eventuell kritikwürdig oder berichtenswert ist. Deine Auswahl wird anders, dein Blick, vielleicht nur unbewusst, aber das reicht ja. Ob als redaktionell „getrennte“ Journalistin, oder Chefin des Hauses.
Aus meiner Sicht ist das nicht nur bei ganz strenger Betrachtung so, sondern ist es ein grundlegendes Prinzip. Redaktionelle Trennung ist schlicht ein Begriff der (selbst)verarschung, denn es ist das selbe Haus. Um es plakativ klar zu machen: Wenn RWE Werbung schalten würde im Greenpeace Magazin, geben sie da nur Geld für aus, wenn es sich irgendwie zu lohnen scheint. Also müssen die Artikel passen, zumindest weniger scharf sein, „redaktionelle Trennung“ hin oder her, sonst war’s das schnell wieder, weil es sich eben sonst nicht lohnt. Und die Leserinnen stoßen auf kognitive Dissonanzen (daher diese Diskussion hier) - die Glaubwürdigkeit ist dahin. Amazon-Werbung bei euch ist eine (leicht?) abgeschwächte Form davon. Und streng genommen trifft das auch auf Naturstrom zu.
Entweder du berichtest ehrlich kritisch über einen Sachverhalt bzw. hältst dir die Möglichkeit offen, oder du preist ihn zum Kauf an. Eine der beiden Haltungen kannst du einnehmen, beide zugleich ist keine Haltung. Und für die Leserin / Hörerin ist die Glaubwürdigkeit dahin, dass das jetzt ehrlich kritisch war und nichts weggelassen wurde, wenn da die entsprechende Anzeige neben dem Artikel ist. Das kannste dir nicht schön reden mit „redaktionelle Trennung“.
Leider gibt es wie gesagt nur sehr wenige, die das wirklich durchziehen (oder -halten) und die Leserinnen- oder Hörerinneschaft müssen mitziehen und es honorieren. Aber man kann (sollte) es ja als Alleinstellungsmerkmal nutzen und als - ha! - Werbeargument.
Viele Grüße
Timm
PS: dass diese Diskussion hier stattfindet und ein konstruktives Klima besteht, in dem Menschen denken diese Rückmeldungen geben zu können und es regt etwas an, ist etwas sehr wertvolles. Und ein sehr schönes Zeichen dafür, dass da noch Vertrauen besteht.
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JulianH
35
Für mich kommt das Problem daher, dass dein Kollege Phillip Banse die Werbung persönlich einspricht und sich nicht wie eine abgelesene Nachricht, sondern eher wie einen persönliche Empfehlung oder zumindest als persönliche Mitteilung rüberkommt.
Für mich als Höhrer ist da nicht klar trennbar, ob Phillip persönlich in die Werbung investiert ist oder ob das nur ein Zettel ist, den er vorließt.
Gerade bei so einem heiklen Thema wie Alexa ist es schwierig im Kopf trennen zu können zwischen Phillip als Werbesprecher un Phillip als Journalist.
Ich denke viele geht es ähnlich und ich hoffe, dass ihr da eine Lösung findet, damit die Werbung nicht persönlich mit euch als Personen assoziiert wird 
Wir finden die derzeitige Lösung gut und teilen die hier vorgetragene Kritik nicht, zumal sie auch nicht neu ist und wir sie schon in unsere Überlegungen einbezogen haben.
Ich finde, dass unsere Inhalte hinreichend deutlich machen, dass wir nicht käuflich sind. So leid es uns tut, aber ein Angebot wie die Lage kann man schlicht nicht ehrenamtlich stemmen.
Schließlich gibt es ja auch die Möglichkeit, mit einem Plus-Abo die Lage werbefrei zu hören.
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KoRo finde ich vollkommen harmlos, Alexa/Amazon kann man sich sicher drüber streiten, aber Autowerbung (und dann auch noch BMW) geht IMHO überhaupt nicht
Interessante Position, aber… warum?
Also gegen Amazon fallen mir gute Gründe ein, warum man dagegen sein kann. Aber die Automobilindustrie als Ganzes? Automobile - egal ob nun KFZ oder Busse - wird es immer brauchen, also warum ist diese Industrie ein No-Go für dich im Hinblick auf Werbung? Das Produkt ist jedenfalls kein Scam.
Ich verstehe, dass man als progressiver Stadtmensch das Auto schnell für die Quelle allen Übels halten kann. Aber die Werbung für Autos als No-Go? Das geht mir doch etwas zu weit.
Letztlich zeigt es aber wieder die Subjektivität der Sichtweisen:
Für viele wäre eine Werbung für Waffenhersteller ein absolutes No-Go, für manche eine Werbung für die Bundeswehr, für einige scheinbar sogar schon eine Werbung für Automobil-Konzerne…