Das war damals genausowenig das Ziel wie heute. Auch in der ersten Welle war klar, dass man das nicht mehr so schnell loswird, und dass es in erster Linie darum geht, die große Katastrophe zu verhindern.
Doch, das war der Hauptgrund für die bessere Compliance mit den Regeln. Der zweitwichtigste Grund war, dass…
…das hier noch nicht so sehr Programm war. Warum war es das nicht? Es hat absolut nichts mit dem…
zu tun - die gab es damals genausowenig wie heute, das Ziel war schon immer das diffuse „mit-der-aktuellenSituation-fertig-werden“. Nein, das Problem ist nicht irgendeine Zielsetzung oder der Mangel davon, das Problem liegt darin begründet, dass Zeit vergangen ist seit damals, als in der ersten Welle alle noch weitgehend im selben Boot saßen - es war zu dem Zeitpunkt noch keiner irgendwie bevorteilt oder benachteiligt, es musste noch niemand mehr Last der Pandemie schultern wie andere, es wurde noch als „fair“ wahrgenommen, dass eben alle jetzt von diesem Problem betroffen sind. Seit damals ist Zeit vergangen, und viel passiert, und das ist das Problem.
In dieser Zeit musste ein Teil der Bevölkerung deutlich mehr unter der Pandemie leiden - sowohl psychisch als auch materiell - als andere. Die Politik, die zu Anfang noch relativ breitflächig dieselben Restriktionen für alle in Kraft gesetzt hat, wurde in der Zwischenzeit durch den fortschreitenden Lernprozess um die genaue Art der Ausbreitung des Virus dazu gezwungen, Unterscheidungen zu machen in der Art und Weise, wie sie verschiedene Bevölkerungsgruppen, verschiedene Berufe, verschiedene Unternehmen und so weiter. Ist auch vollkommen logisch und korrekt, das Grundgesetz gebietet knallhart, dass die Politik Gleiches gleich und ungleiches ungleich behandeln muss und nicht irgendeine empfundene „Fairness“ oder den „Volksfrieden“ zum Anlass hernehmen kann, einfach faktisch und (durch zwischenzeitlich gewonnene wissenschaftliche Erkenntnisse über SARS-CoV-2) nachweisbar Ungleiches gleich zu behandeln. Was bei derartigen Bemühungen zwangsläufig auch passiert ist, dass Fehler gemacht werden - und davon wurden von der Politik wahrlich genug gemacht, und dann teilweise wieder korrigiert, und dann wurden wieder neue gemacht…führt alles dazu, dass über die Zeit ein gigantischer Pool an möglichen Argumentationen entstanden ist, mit denen ein jeder einzelne seine persönliche Non-Compliance mit geltenden Corona-bedingten Einschränkungen für sich persönlich verargumentieren und rechtfertigen kann. Und weil das geht, tun Menschen es.
Und das Problem mit der…
…ist, dass sie diesen Faktor nicht behebt. Das kann sie auch gar nicht, denn wie gesagt, unser Grundgesetz steht dem in letzter Konsequenz entgegen, die Psychologie des Menschen und die physikalischen Gesetzmäßigkeiten ebenfalls. Keine Strategie der Welt kann diesen Faktor „Zeit“ aus der Welt schaffen. Und erst recht keine, die von vorneherein eine unrealistische Zielsetzung setzt und mit „Cheerleading“ argumentiert; die liefert nämlich all denen, die den Spuk durchschauen, einfach nur noch mehr Begründungen, mit denen jeder einzelne seine individuellen kleinen Ausnahmen und gerade-so-viel-wie-unbedingt-nötig-Einhaltungen von Corona-Einschränkungen verargumentieren kann.