Hallo zusammen,
nachdem ich heute morgen euren Podcast gehört habe sind mir bzgl. des KI-Apocalypse-Themas einige Sachen etwas sauer aufgestoßen. Worum es sich bei den „Ausbrüchen“ nämlich eigentlich handelt sind gravierende Verfehlungen in der IT-Sicherheit der großen AI-Unternehmen. Ob das nun Absicht ist oder nicht sei dahingestellt.
Worauf ich eigentlich hinaus will ist, dass für solch ein Thema die Standpunkte von Experten in genau diesem Bereich, IT-Sicherheit, von hoher Relevanz sind. Schaut euch mal an, was Leute wie Kevin Beaumont, Steve Gibson (grc) oder Marcus Hutchins zu dem AI-Apocalypse Thema sagen. Alle ausgewiesen IT-Sec Experten, Perspektiven die mir hier komplett gefehlt haben. Stattdessen werden alberne Takes von Knalltüten wie Mark Zuckerberg oder Donald Trump in den Raum geworfen, mit Argumentationsstrukturen die man nichtmal entkräften muss, weil sie das selbst tun.
Der SZ-Artikel, der kurz aufgegriffen wird, scheint mir da schon eher in die andere Kerbe zu schlagen, aber auch der ist nicht von einem IT-Security-Experten verfasst (ohne jetzt irgendwem zu nahe treten zu wollen).
Was Dario Amodei (Anthropic CEO) in seinem Blogpost über den Vorfall schreibt ist aus der Sicht von diversen Leuten aus der ITS-Bubble ausgemachter Blödsinn. Stichworte wie „Persistentes AI-Botnetz“ sind einfach nur Panikmache und solche Schlagworte werden von euch (leider) übernommen. Was sollen AI-Agenten auch mit einem Botnetz, die kommen ziemlich aus der Mode… Ähnlich verhält es sich mit der „10% Chance, dass die AI uns in 6 Monaten auslöscht“-Geschichte. Das basiert auf Aussagen, faktisch ist da nicht viel dahinter außer: „Ich bin AI-Experte ich weiß das“. Wenn ich hier im Forum über „Wege wie die Agenten die Menschen auslöschen könnten“ lese, dann rollen sich meine Fingernägel hoch…
Der Schluss zu dem ihr kommt tldr. „Mehr staatliche Regulation ist nötig.“ ist übrigens sehr nah an meiner persönlichen Meinung, ich glaube da würde kaum jemand widersprechen, es geht mir lediglich darum, dass ihr euch meiner Meinung nach etwas zu sehr von den Doomsday-Szenarien habt mitreißen lassen und in der Betrachtung einige blinde Flecken hattet, die für einen Gesamtüberblick schon recht wichtig gewesen wären.
Mein Wunsch wäre, vielleicht in Zukunft noch ein bisschen auf die Verwundbarkeit von AI-Agenten einzugehen, Angriffe von Menschen auf AI-Agenten sind nämlich tatsächlich existierende Gefahren und keine potenziellen. Das Paper „A Mechanistic Explanation of Prompt Injection (and why you should study roles)“ hat dazu sehr viel Welle in der Bubble gemacht, weil es darum geht wie inherent unsicher LLMs sind und wie schwer es ist, da jetzt eine Sicherheitsstruktur „drauf zu bauen“.
Ein anderer Aspekt der wesentlich relevanter wäre als ein Super-Agent-IT-Doomsday-Szenario ist die Nutzung von AI für Dinge, zu denen diese im weisten Sinne gedacht ist. Dem Erkenntnisgewinn in Bereichen von denen man absolut keine Ahnung hat zum Beispiel. Ich stelle es mir recht schwierig vor von der Pike zu lernen wie man eine Bombe baut. AI ist zur Stelle. Wie züchte ich einen Virus? AI hilft gerne.
AI treibt Leute in den Selbstmord oder rät ihnen zu Amokläufen, das sind existierende, nachgewiesene Gefahren. Vielleicht sollten wir die etwas mehr in den Fokus nehmen.
Danke für eure Arbeit und macht weiter so!