Wo du mich als KI-Fürsprecherin identifiziert hast, müsstest Du dann doch im Detail erklären.
Skepsis gegenüber dem KI-Hype ist ja grundsätzlich sinnvoll. Aber eine Frage zu stellen, die zeigt, dass man mit der zugrundeliegenden Praxis und Technologie nicht sonderlich vertraut ist, und Widerspruch dann pauschal als Ausflucht abzutun, ist halt keine Skepsis mehr.
Angriffe ohne jede Kenntnis der internen Funktionsweise oder des Quellcodes eines Produkts ist erstmal gar nichts ungewöhnliches bei z.B. Sicherheitsanalysen. Oder eben Hacking-Attacken.
LLM-Agents machen dabei erstmal nichts gravierend anderes, als menschliche Hacker und lange bestehende Automatisierungstools, sie machen es nur zunehmend schneller, dynamischer und autonomer: Recon, Service-Fingerprinting, Abgleich von Versionsbannern mit bekannten CVEs, Payload-Anpassung an WAF-Antworten, iteratives Fuzzing anhand von Fehlermeldungen, Identifizieren von Konfigurationsfehlern etc.
All dies geht nat7rlich auch, um bisher unbekannte Schwachstellen zu identifizieren.
Ebenso das Feld der Binary (komplilierte Programme) Analysis und Exploitation : Reverse Engineering ist Teil des Kernhandwerks der IT-Sicherheit – proprietäre Software, Firmware, embedded Targets liegen so gut wie nie mit Quellcode vor. Der lässt sich aber rekonstruieren, bzw. braucht es das noch gar nicht mal unbedingt, um herauszufinden, wie ein Programm genau ausgeführt wird - und auch hier glänzen Frontier Modelle zunehmend gegenüber menschlicher Handarbeit.
Ja, sie machen manchmal auch einfach Quatsch. Sie Halluzinieren, sie generieren Falsch-Positive - Masse und Geschwindigkeit sollten das im Kontext einer Risikobewertung aber aufwiegen.
Du scheinst „Sprachmodelle“ einfach viel zu wörtlich zu nehmen.
Deine Annahme ist ein bisschen, wie Autos als Explosions-Modelle abzutun, weil sie auf kontrollierten Explosionen im Motor basieren.
Zunächst mal ist Programmiercode ist eine formale Sprache, und um dessen nächsten Baustein korrekt vorherzusagen, reicht kein oberflächliches Worträtseln. Dahinter stecken sog. Reasoningmodelle.
Moderne KI-Architekturen müssen dafür interne logische Weltmodelle aufbauen, mit denen sie komplexe Kontrollflüsse, Speicherstrukturen und die Absichten von Programmierern semantisch verstehen.
Kombiniert mit modernen Agenten-Architekturen, die eigenständig (Sicherheits-)Werkzeuge steuern und Logikketten bilden, können diese Modelle sehr viel mehr, als einfach das wahrscheinlichste nächste Wort zu erraten.