Liebe Lageristen,
ich bin ja bei vielen Themen ganz bei Euch. Bei den Kabelbrücken war ich dann aber doch irritiert: Ich wohne in einem Stadtteil, in dem Straßenzüge von Mehrfamilienhäusern gesäumt sind. Auf den ohnehin schmalen Gehwegen tummeln sich mittlerweile Leihroller, Ladesäulen, gelbe Tonnen und halbseitige geparkte Autos. Durch unsere Straße strömen morgens die Grundschüler zur nahegelegenen Stadtteilschule und nutzen dafür Fahrräder, Roller oder die Füße.
Wenn ich mir jetzt vorstelle, aus den Hauseingängen kommen nun auch noch Kabel und Kabelbrücken, dann wird es vollends grotesk. Schulkinder verhäddern sich, Kabelbrücken liegen in Fetzen in den Vorgärten, alte Leute klappern mit ihren Rollatoren alle über Gummimatten und rumpeln seitlinks gegen die Gelbe Tonne.
Es mag Fälle geben, bei denen ein Zweiparteienhaus in der Vorstadt mit festen Parkplätzen am Straßenrand das nutzen möchten, und dann kann das eine Kommune gerne erlauben, aber eine generelle Freigabe für das Sondernutzungsrecht: OMG auf keinen Fall!
Im Gegenteil: Seit Jahrzehnten nimmt der Flächenverbrauch für parkende Autos in den Städten zu. Dass Kinder auf der Straße spielen konnten, ist seit den 80er Jahren vorbei. Wir alle, die in den Innenstädten wohnen, wissen aber, dass das ungerechte und unhaltbare Zustände sind. Lasst uns also die Umstellung des Antriebs nutzen um die Rolle des Autos in der Stadt umzustellen: Parkhäuser und Parkplätze werden konsequent mit Ladeinfrastruktur ausgerüstet. Das Bortsteinparken wird sukzessive zurückgedrängt, Carsharing Stationen und Flotten werden konsequent elektrifiziert.
So schaffen wir mit der Umstellung auf E-Mobilität ein überfälligen Umdenken des Parkens im öffentlichen Raum.
Euer Vorschlag zementiert das aktuelle Wildparken an jeder freien Stelle der Stadt und das können wir nicht wollen.
Es würde mich freuen, wenn ihr das Thema unter dem Aspekt noch einmal aufgreift.
Viele Grüße
Martin