LdN 478 - Direktzahlungen / Tankrabatt

Mit Sicherheit gibt es viele, die sich gegen jegliche Art von Veränderung wehren.

Dann gibt es noch die, die nicht mal eben Veränderungen mitgehen können. Sei es finanziell oder strukturell (Mieter Z.B.)

Was ich etwas vermessen finde, wenn man aus einer privilegierten Position heraus über das Geld anderer Leute bestimmen möchte.
Wenn ich ein höheres fünfstelliges oder gar sechsstelliges Einkommen habe, kann ich sicher anders Veränderungen mitgehen als wenn ich weniger als 50.000€ im Jahr brutto habe.
Wenn ich diesen geringer Verdienenden dann erzähle, kauft euch mal eben ein eAuto oder baut euch eine Wärmepumpe in die Mietwohnung, hat das schon was von Arroganz.

Mal persönlich: ja, ich möchte auch ein eAuto. Befürworte ich, technische und finanzielle Vorteile erkenne ich absolut an.
Trotzdem kaufe ich jetzt keins. Weil ich meinen vor 2 Jahren gebraucht gekauften Verbrenner erst noch abbezahlen muss.
Hätte ich mir damals gleich ein eAuto kaufen können? Waren damals deutlich teurer, und ich hatte weder auf der Arbeit noch zuhause noch fussläufig Lademöglichkeiten.
So empfinde ich solche „guten Ratschläge“ immer als etwas grenzwertig.

Grundsätzlich stehen wir in Deutschland ja eher auf Strafe und Druck.
Verbrenner? Verbieten oder teurer machen, bestrafen egal ob Alternativen möglich.
Gasheizung oder Ölheizung? Teuer machen, bestrafen egal ob Eigentümer oder Mieter.

Warum nicht (von Regierungsseite) eher fördern und motivieren?

EAutos dauerhaft steuerfrei, Stromsteuer senken, dafür Dieselsubvention (zumindest für Privatfahrer) streichen.
Ladesäulen massiv fördern, einheitliche Bezahlstruktur.
ÖPNV fördern, deutlich vergünstigtes Deutschlandticket, Ausbau von Verbindungen (auch mit Alternativen wie on Demand).
EBikes und Fahrräder eher selten subventionieren („Bike-Prämie“).
Klimafreundliche Sanierungen von Gebäuden massiv unterstützen.

Aber offenbar brauchen wir Deutschen eher den Druck?

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Keine Ahnung, was du meinst.

Würdest du bezweifeln, dass höhere Energiekosten für Unternehmen zu höheren Preisen für Kunden führen (durch Transport, Herstellung etc.)?

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Ehrlich gesagt, empfinde ich das Verhalten extrem lächerlich.
Jeder, der mein Auto sieht: „Neues Auto?“-Ja-„Elektrisch?“-Ja-„Hybrid oder Elektro?“-Elektro-„Ich hab ja auch schon mit dem Gedanken gespielt, aber…“
Ganz ehrlich: Keiner muss sich rechtfertigen, der noch kein Elektroauto hat. Es rechtfertigt sich ja auch keiner, warum er noch kein Balkonkraftwerk hat. Eigentlich müsste man sich dafür rechtfertigen, überhaupt noch ein Auto zu haben.
Mein Elektroauto nimmt genausoviel Platz weg (objektiv mehr, weil der Vorgänger ein Kleinwagen war), weiterhin fahre ich 7km täglich zur Arbeit mit dem Auto, die ich auch mit dem Fahrrad zurücklegen könnte und mache Verwandschaftsbesuche mit Auto statt Zug.
Und alle, die nun einen Tankrabatt so toll finden:
Wie findet ihr es, wenn der Staat bei steigenden Strompreisen Laden an Stromtankstellen subventioniert?

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Deine Annahme ist, falls ich sie richtig verstehe, dass eine Absenkung von Energiekosten in nennenswertem Umfang als Preissenkung oder ausbleibende Preissteigerung an die Kunden weitergeleitet würde. Mit Verweis auf den Tankrabatt, der dieses mal so zuverlässig bei den Unternehmen hängen bleibt, wie beim letzten Mal, habe ich daran erheblich Zweifel.

Jaein. Ich bezog mich ja direkt hierauf:

Eine Direktzahlung würde dagegen nur natürlichen Personen zugute kommen, also Unternehmen gar nicht. Ein Horror für Leute wie Merz.

In dem Kommentar hieß es zuvor:

Somit passt das voll in die Prioritäten der Union: Fossile stärken, Unternehmen und nicht primär Verbraucher begünstigen.

Diese Gegensätzlichkeit sehe ich nicht. Denn wie gesagt, wenn Unternehmen geringere Energiekosten haben (was auch dann der Fall ist, wenn sie zwar nicht sinken, aber weniger stark steigen), dann profitiert davon nicht wirklich das Unternehmen, sondern vor allem der Verbraucher.

Die Diskussion passiert natürlich im Rahmen des Tankrabatts, aber ich würde sie nicht darauf beschränken. Vor allem wollte ich den Blick darauf wenden, dass es bei den hohen Energiepreisen nicht einfach nur um höhere Tankkosten für Autofahrer geht. Vielmehr führen hohe Energiepreise auch in anderen Lebensbereichen zu höheren Kosten, eben weil dann beispielsweise der Transport von Waren teurer wird.

Oder anders gesagt: Was bringt mir eine Einmalzahlung, wenn sie direkt von den höheren Lebensmittelpreisen aufgrund der höheren Spritkosten aufgefressen wird?

Vielen Dank.

Ich weiß jetzt nicht was Du mir damit sagen willst, wenn das jetzt auf meine konkrete Aussage bezogen war. Noch lieber als ein eAuto wäre mir kein Auto. Das Geld dafür kann ich super woanders gebrauchen.

Nur will man mich mindestens 4 Tage due Woche an meinem Arbeitsplatz sehen, an einem von zwei Standorten. Beide sind je 45 km entfernt.

ÖPNV startet erst ab etwa 6 Uhr, dauert rund 2- 2,5 Stunden bis zur Arbeit einfache Strecke, um 7 Uhr muss ich da sein.

Was war genau der Kritikpunkt? :wink:

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Dass Du Dich offensichtlich schlecht fühlst, will Du kein Elektroauto fährst. Die Gesellschaft verlangt das aber nicht, Du redest Die selbst ein, dass die Gesellschaft das täte.

Ich beziehe mich eher auf mehr oder weniger deutliche „Vorwürfe“ hier im Forum. :wink:

Aber du hast ja recht. Jeder handelt nach seinen Möglichkeiten, ob es anderen nun passt oder nicht.

Das ist ja der Vorteil einer Demokratie und der damit verbundenen Meinungs- und Handlungsfreiheit.
Etwas gegen den Willen der Mehrheit durchzudrücken ist ja eher Zeichen einer Diktatur.

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Ja, denn " auf der Strecke bleiben" ist einfach unrealistisch wegen 17Cent mehr oder weniger pro Liter Benzin. Da müssen andere Umstände im Argen sein. Oder heißt das etwas ungenaue „auf der Strecke bleiben“ einzelne Autofahrten mit Verbrenner zu ersetzen durch Bahnfahren?

17 Cent werden wohl keinem das „Genick“ brechen (bildsprachlich!!)

Auch 50 Cent halten niemanden wirklich vom Fahren ab.

Nur sparen die Menschen dann halt woanders. An der Gastronomie, am Urlaub oder am Konsum allgemein.

Dann werden einige Branchen laut schreien das Unternehmen „auf der Strecke“ bleiben. Also kein Bahn fahren, eher dauerhafter Zugausfall.

Nimmt man das als Staat/Regierung als Kollateralschäden oder Flurbereinigung in Kauf oder reagiert man wahltaktisch mit der Gießkanne?

Geschäftsmodelle, die davon abhängen, dass Kosten externalisiert werden, sind in Wahrheit keine, sondern der eigentliche Sozialbetrug. Wenn die wegfallen, ist das Teil von unvermeidlichen, lange überfälligen Anpassungen. Noch kann man die abfedern und leichtgängig gestalten. Aber die Auto-Junkie-Nation wählt so lange „weiter so“, bis wir nix mehr gestalten, sondern die externalisierten Kosten mittelfristig in Form „plötzlich“ bankrotter Verbrennerindustrie und längerfristig als Klimawandel bei uns fällig werden. Hier fehlt politischer Wille und Führungsfähigkeit, aber natürlich auch ein klarer Wählerauftrag. Im Ahrtal wird weiter die Union gewinnen… symptomatisch und bevor man dort Klimaschutz wählen würde, wählt man lieber Rechtsextremisten und schafft die Demokratie ab, als zuzugeben, dass schon Union wählen Ausdruck flächendeckender Fehleinschätzung war.

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Toll finde ich aber, dass man die Zeit bisher offensichtlich nicht genutzt hat, sich auf eine Nachfolgelösung zu einigen:

„Im Gespräch sind den Angaben zufolge verschiedene Entlastungen, darunter gezielte Zuschüsse für Autofahrer mit kleinen Einkommen, eine höhere Pendlerpauschale, eine niedrigere Energiesteuer, eine Senkung der Stromsteuer für alle sowie ein Spritpreisdeckel und eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne. Offen ist bislang, welche Maßnahme bei einer erneuten Preisexplosion ergriffen würde.“

Wenn ich wetten würde, dann würde ich jetzt 5 Euro wetten, dass bis zum ersten Juli über Alternativen diskutiert wird, man sich nicht einigen kann, es am 1 Juli einen Aufschrei gibt, dass die Preise wieder gestiegen sind und man dann ca. am 9. Juli nach heftiger Diskussion doch wieder einen Tankrabatt 3.0 einführt. :smiley:

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