Ich möchte in diesem Zusammenhang auf die aktuelle Studienlage verweisen:
1. „Flexibilität statt fossiles Gas“ vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH im Auftrag von Greenpeace
Die Autoren sprechen sich unter anderem für den Weiterbetrieb und Ausbau von flexiblen Biogasanlagen aus:
Die flexiblen Backup-Kraftwerke sollten vorrangig in Form von flexiblen Biogas-
Kraftwerken unter Nutzung vorhandener Biogasanlagen bereitgestellt werden.
Dafür sei die umfassende Überbauung von BGAs notwendig (große Gasspeicher und Zubau von mehrern Generatoren um bei Bedarf sehr viel Strom auf einmal zur Verfügung zu stellen). Dadurch sind BGAs in der Lage auch bei längeren Dunkelflauten die Stromversorgung sicher zu stellen und sind ökonomisch sogar im Vorteil gegenüber neu gebauten (fossilen) Gaskraftwerken:
Im Vergleich zu Wasserstoffkraftwerken mit Einsatz grünem Wasserstoff kommt
eine Studie (Elhaus et al., 2024)) zu deutlich geringeren Kosten der Biogas-
Überbauung. Dabei wurde eine Speicherkapazität für 160 Stunden, also eine
annähernd siebentägige ‚Dunkelflaute‘, zugrundegelegt.
Biogas-BHKW können ihren flexiblen Teil der Leistung gezielt in Zeiten positiver Residuallast steigern und damit zu ihrer Deckung beitragen. […] Die erreichbare Dauer ist keine technische, sondern eine wirtschaftliche Frage, für welche Kapazität und Dauer die Biogas- und Wärmespeicher ausgelegt werden können. Wie in Abbildung K1 bzw. 2 dargestellt, schätzen wir einen Beitrag zur Deckung hoher positiver Residuallast über bis zu 5 Tage als wirtschaftlich denkbar ein.
Als Alternativen, […] kommen aus technischer Sicht grundsätzlich in Frage […] zusätzliche Biomasseüberbauung (s.o.) mit großen Biogasspeichern, die auch bis zu 10 Tage lange ‚Dunkelflauten‘ überbrücken können
Zusätzlich bieten BGAs Möglichkeiten bei der Regelleistung, Spannungshaltung beim Redispatch und sind zur Not schwarzstartfähig.
Greenpeace dürfte ja ausreichend unverdächtig sein, die Interessen der Agrarlobby zu vertreten 
2. „Hochflexible Biogas-Speicherkraftwerke“ von der FAU Erlangen-Nürnberg im Auftrag der Kampagne „Biogas ist Zukunft“
Die Autoren verweisen auf die hohe Abhängigkeit von Importen fossiler Energien:
Die Energiekrise infolge des Ukrainekriegs sowie die aktuellen geopolitischen Spannungen rund um die Straße von Hormuz verdeutlichen die hohe Vulnerabilität der europäischen Energieversorgung gegenüber fossilen Importabhängigkeiten. Allein die gestiegenen Erdgaspreise verursachten in den Krisenjahren 2022 bis 2025 volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von 75 bis 235 Mrd. €.
Den Einsatz von Biomethan sehen sie vor allem in industriellen Prozessen und zur Stromversorgung. Die Nutzung im Verkehr wird als nachrangig betrachtet:
Biomethan wird daher künftig vor allem in schwer elektrifizierbaren Bereichen wie Nahwärmenetzen, der industriellen Prozesswärmeversorgung oder dem Schwerlastverkehr relevant bleiben. Die Nutzung im Verkehrssektor ist zwar wirtschaftlich attraktiv, sollte jedoch gegenüber der Strom- und Wärmeversorgung nachrangig behandelt werden.
Zur Absicherung von Dunkelflauten schlagen sie die Förderung von BGAs durch einen „Speicherkapazitätszuschlag“ vor:
Die Speicherkapazitätszulage sollte daher für Anlagen gewährt werden, die mit ihren vorhandenen Speichern eine Stromerzeugung von mindestens 80 und idealerweise 160 Stunden unter Volllast ermöglichen.
Durch den Auftraggeber „Biogas ist Zukunft“ ist bei dieser Studie eine deutliche Nähe zu Biogas-Branche anzunehmen. Trotzdem ist eine grundsätzliche Übereinstimmung der Ergebnisse mit der Greenpeace-Studie erkennbar.
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