Ein Arbeitskollege von mir lässt in seiner Mietimmobilie derzeit ebenfalls wieder eine neue Gasheizung einbauen. Auf die Frage, warum er nicht stattdessen in eine Wärmepumpe investiert, antwortete er: „Zu teuer.“
Auf meinen Einwand, dass die Mieter in einigen Jahren dadurch möglicherweise ein erhebliches finanzielles Problem bekommen werden, sagte er sinngemäß: „Das läuft doch wie immer. Die Kosten für die Mieter werden massiv steigen, der öffentliche Druck wird groß, und am Ende legt die Politik ein neues Förder- oder Subventionsprogramm für Vermieter auf, um die Situation zu entschärfen. Darauf warte ich jetzt.“
Genau diese Haltung halte ich für problematisch. Die Investitionsentscheidung wird heute zugunsten der günstigeren, aber langfristig nachteiligen Lösung getroffen — in der Erwartung, dass die Folgekosten später entweder von den Mietern oder letztlich von der Allgemeinheit getragen werden. Im Ergebnis würden dann erneut Steuergelder eingesetzt, um Fehlanreize zu kompensieren und die Rendite von Vermietern abzusichern.
Das kann aus meiner Sicht weder sozial gerecht noch wirtschaftlich sinnvoll sein.
Das ist sehr schade, aber leider auch Teil der Realität der Förderungspolitik.
Wir haben uns 2023 für eine Wärmepumpe entschieden, um unsere zu dem Zeitpunkt erst 8 Jahre alte Gasheizung zu ersetzen. Hätten wir ein Jahr länger gewartet, hätte es eine signifikant höhere Förderung gegeben. Jetzt könnte man daraus schlussfolgern, dass vielleicht auch in Zukunft höhere Förderungen gezahlt werden, wenn man länger wartet. Das Zeichen habe ich persönlich als fatal wahrgenommen. So sollte eine Förderung eigentlich nicht funktionieren.
Welches Förderprogramm meint er? Es gibt doch schon eins. Was soll noch kommen?
Das ist kein Fehler der Förderpolitik, sondern der Ordnungspolitik, sprich dem Zulassen, dass solche Technik noch eingebaut wird. Aktuell ja eig. nur beschränkt (zumindest in Städten). Zukünftig soll es ja aber wieder komplett erlaubt sein.
Folgerichtig wäre, dass der, der die Entscheidung trifft, auch die Mehrkosten trägt. Sprich die Aufteilung der CO2 Kosten strenger gehandhabt wird. Das ist dann natürlich leider nur ein Teil der Kosten.
Ich denke er meint ein Förderprogramme das dazu führt das die Wärmepumpe billiger ist als die Gasheizung weiter zu betreiben. Wirtschaftlich macht es für den Vermieter in einem Markt in dem die Nachfrage das Angebot übersteigt halt aktuell keinen Sinn.
Wenn der Arbeitskollege sagt zu teuer wird das hoffentlich schon so sein daß er es sich durchgerechnet hat, bevor er zu dem Ergebnis kam. Ansonsten kann ich mir nicht auf absehbare Zeit vorstellen, das sich der Markt so sehr verändert. Und selbst wenn wird bis dahin die durchschnittliche Wärmepumpe ja auch billiger werden. Es ist halt eine Wette auf die Zukunft gegen einen höheren Profit in der Gegenwart. Ist man kein Idealist sondern ein rein wirtschaftlich denkendes Wesen, ist die Entscheidung gerade leider nicht immer pro Wärmepumpe. Zumindest als Vermieter.
Meiner Meinung nach wäre es das fairste, wenn der Mieter genau diesjenigen Kosten an den Vermieter zahlen müsste, die die Energie kosten würde, die gebraucht wird um eine Wohnung mit Vernünftiger Isolierung und unter Verwendung einer Wärmepumpe auf die gemessenen Temperaturen zu heizen.
Wenn also die Isolation besser oder gleich dem Minimalstandard ist UND
Die Heizung effizienter als eine schlechte Wäremepumpe ist, DANN dar der Vermieter alle Heizkosten dem Mieter verrechnen.
Isolieren die Wände aber nur Halb so gut wie sie sollten, dann muss der Mieter auch nur 50% der Heizkosten tragen. Die anderen 50% bleiben dann am Vermieter hängen.
Wenn ich also eine Wand habe, die 70% der Sollisolation aufweist, und eine Gasheizugn, die zum Beispiel Doppelt so viel kostet pro kWh Wärme, wie eine Wärmepumpe. Dann muss der Mieter nur (0.7*1/2= 0.35) der angefallenen Heizkosten tragen, den Rest muss der Vermieter selber tragen, weil er ja durch seine schlechten Investitionsentscheidungen dafür verantwortlich ist.
Ich weiss, es klingt kompliziert und Bürokratisch, aber das erstellen ist gar nicht so kompliziert ist eine relativ kleine Sache. Man muss da keine Löcher bohren oder so. Der Isolatioinswert einer Wand eines Bestimmten Gebäudetyps iaus einer bestimmten Bauepoche ist bekannt.
Auch die Wirkungsgrade verschiedener Heizsysteme sind tabellarisch bekannt, und müssen nur in einem Formular ausgewählt werden.
Man müsste die Vermieter halt einfach dazu zwingen.