Hallo Lage‑Team und Mitleser,
erst einmal möchte ich mich für die Folge bedanken: Ich fand das Interview sehr gut und wusste die ganze Zeit nicht so recht, ob ich besser lachen oder facepalmieren soll. Solche Ausschnitte aus dem Leben könnt ihr gerne ab und an dazwischen schieben. Allerdings hätte ich gerne auch gewusst, wie denn gerade so die Lage in der Nation und der Welt ist. ![]()
Jedenfalls kamen mir diese Geschichten doch auch bekannt vor. Ich arbeite seit etwa zehn Jahren bei einem kleinen Unternehmen (sechs Angestellte, rund 1 000 Kunden), das schnelles Internet ins Ländliche bringen wollte, wo es die Telekom nicht gemacht hatte. Mein damaliger Chef/Projektleiter/Planer musste sich manchmal in der Kaffeeküche den Frust von der Seele reden und erzählte gern von Glasfaserbauprojekten, die aufwändiger als nötig im Zick‑Zack durchs Land gezogen werden mussten, weil nur ein einzelner Flureigentümer keine Glasfaser unter seinem Erdbeerfeld haben wollte, oder von Ausbauprojekten, die zu scheitern drohten, weil zu viele Anwohnern in einer Strasse sich die einmalige Anschlussgebühr nicht ausgeben wollten und somit alle ohne Glasfaseranschluss dastehen würden.
Na, jedenfalls hätte mein Chef sich sehr gerne mit Stadt‑ und Regionalwerken zusammengeschlossen, um bei Baustellen - etwa der Sanierung von Wasser‑ und Stromleitungen - gemeinsam Sache zu machen und die Tiefbaukosten zu teilen, wenn er dabei noch seine Leerrohre für die Glasfasern in den Graben legen könnte. Doch das scheiterte meistens, denn zukünftige Baustellen wurden vorab nicht bekannt gegeben, und einzelne Personen bei den Ämtern/Werken (ich kann mich nicht mehr erinnern, wo genau) haben potenzielle Kooperationen aktiv verhindert. So wurden Anfragen offensichtlich mit Absicht nicht oder zu spät beantwortet, und es wurde generell „gebockt“, wenn man etwas wollte. Mein Chef begann dann irgendwann, nach der Arbeit mit dem Auto herumzufahren, um frische Baustellen rechtzeitig ausfindig zu machen, um dann mit Hilfe von Bürgermeistern usw. schnell eine Zusammenarbeit zu bewerkstelligen. Am Ende wurde jedoch meistens dieselbe Straße in kurzer Zeit zweimal aufgerissen - einmal für die Sanierung von z. B. Stromleitungen und einmal zum Verlegen von Glasfaserkabeln. Dabei hätte das ein echter Win‑Win für alle sein können. Und so klagen die Menschen über ständige Baustellen und zu teure Internetanschlüsse…
Ich erinnere mich vage daran, dass im Podcast mal laut darüber nachgedacht wurde, eine Sendung zur Lage des Breitbandausbaus zu machen. Wenn dem so ist, lohnt sich vielleicht ein Anklopfen beim Bundesverband Breitbandkommunikation e. V. (BREKO) und Interviews mit den kleine ISPs.