Moin,
Ihr habt in LDN 464 gesagt die SPD suche nach Gründen warum sie gewählt werden soll ukd dann in einem Nebensatz: außer in Mecklenburg-Vorpommern, da könne man SPD wählen um die AFD zu verhindern. Dieses Thema finde ich spannend und vor allem auf dem Weg zur Landtagswahl im September diesen Jahres für eine längere Ausführung gut. Denn hier könnte es zu einer sehr ähnlichen Situation wie in Brandenburg kommen, bzw. ggf noch schlimmer. Die SPD steht bei derzeit 25% und somit rund 10% Punkte hinter der AfD. Linke und CDU liegen bei 12, 13%. Das BSW bei 6 und die Grünen knapp bei 4 richtung 5.
In Brandenburg hatte die Schlussmessage der SPD zwar geholfen noch ein paar Prozent zuzulegen um an der AfD vorbeizukommen, dafür aber die Linken und die Grünen aus dem Landtag gekickt, weil entscheidende Wechselwähler zur SPD gegangen sind. Das Ergebnis war eine noch mächtiger AfD mit einer Sperrminorität.
In Mecklenburg-Vorpommern könnte es noch krasser kommen. Denn wenn die Grünen nicht in den Landtag kommen, wird es nur zwei Regierungsoptionen geben: SPD+CDU+Linke oder AfD+CDU. Diese Situation stellt die CDU also vor ein immenses Dilemma da inhaltliche viele CDUler im Land sich selbst sehr nah an der AfD sehen. Stattdessen dann mit der Linken zu regieren wird für sie sehr hart. In Greifswald und weiteren Kommunen hatten sich CDU und AfD (sowie rechte Miniparteien) bereits zu einem Bündnis zusammengetan. Auf Landesebene versucht die Partei derartiges zu verhindern, aber die Basis insb. In Vorpommern murrt ziemlich rum.
Deswegen ist es strategisch überhaupt nicht sinnvoll die SPD statt die Grünen zu wählen, ehr im Gegenteil. Die ~ 4,5% der Stimmen der demokratischen Mitte, die wegen der Hürde verloren gehen würden, könnten zu einer regierungsbeteiligung und sogar einem Ministerpräsidenten der AfD führen, zumindest aber die Regierung in eine sehr schwache und problematische Situation führen.
Alternativ mit den Grünen im Landtag wäre eine Regierung von SPD, CDU und Grünen möglich, was für die CDU zwar nicht einfach aber besser möglich wäre als mit den Linken. Zudem gäbe es so auch weiter eine demokratische Opposition.
Fände es spannend das Thema mal genauer auch strategisch zu beleuchten und bei der CDU des Landes mal genauer nachzufragen.