LdN 462 i-KFZ App

Digitalisierung funktioniert anders. Ein Fahrzeugbrief ist nicht ein Dokument auf einem Behörden-Server, das beim erstbesten Brand verlorengeht. Ein Blick nach Estland zeigt, wie es geht:

  • Staatliche Register liegen nicht an einem zentralen Ort, sondern verteilt über viele Server in verschiedenen Rechenzentren. Fällt ein Standort aus, übernehmen automatisch andere. Das Rückgrat der Verwaltung ist ein verteiltes, mehrfach redundantes Netz. Jede Änderung wird kryptografisch signiert und protokolliert. Es gibt keine Zentraldatenbank, mit der alles steht und fällt. Zusätzlich betreibt Estland digitale Botschaften im Ausland, die wichtige Daten vorhalten.
  • Die Daten gehören immer auch den Bürgerinnen und Bürgern selbst. Du hast nicht nur Zugriff auf deine Datensätze. Du besitzt sie auch selbst.

Papier mag auf den ersten Blick wie eine zusätzliche Sicherheitsschicht wirken. Tatsächlich kann es leicht zerstört oder manipuliert werden und erzeugt Inkonsistenzen. Selbst als Ergänzung ist es eher eine Schwächung als eine Stärkung.

Soweit sind wir zwar noch nicht. Auf Dauer ist das aus meiner Sicht für eine sichere und effiziente Verwaltung aber unerlässlich.

Ich denke, wir müssen weg von Dokumenten und hin zu Datensätzen. Wenn ich bei Amazon eine Bestellung aufgebe, wird am anderen Ende nicht ein PDF erzeugt, das eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter bearbeitet. Ich glaube, Amazon weiß genau, warum sie das nicht machen.

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Ich habe es schon in einem Parallel-Thread gefragt, wo es wohl unterging:
Weiß jemand, warum in der App und damit auch in der Lage und schließlich auch hier im Forum wieder der seit 20 Jahren veraltete Bezeichnung “Fahrzeugschein” verwendet wird? Bereits 2005 wurden die Begriffe “Fahrzeugschein” und “Fahrzeugbrief” eigentlich durch “Zulassung Teil I” bzw. “Teil II” ersetzt (was nicht unbedingt ein Fortschritt bezüglich ihrer Anschaulichkeit war). Daher überrascht mich, dass nun wieder vom “Fahrzeugschein” gesprochen wird. Insbesondere bei Kontrollen wird das sicher für Verwirrung sorgen, denn während sich in der Bevölkerung die alten Begriffe auch 20 Jahre nach Änderung hartnäckig halten, kennen die Damen und Herren in Uniform, insbesondere, wenn sie etwas jünger sind, diese Papiere nur als “Zulassung I und II”. Gibt eine Erklärung für das Kuddelmuddel, oder ist es einfach nur die Dusseligkeit der Behörde?

Vielen Dank für den Hinweis zur iKFZ-App. Ich habe mir die App installiert und wollte mein Fahrzeug über die Ausweisfunktion hinzufügen. Das scheitert allerdings daran, dass das Kfz nicht auf mich privat, sondern auf meine Firma zugelassen ist – an dieser Stelle komme ich also nicht weiter.
Auch das Hinzufügen per QR-Code funktioniert nicht beziehungsweise nur in bestimmten Regionen Deutschlands. Zudem ist ein QR-Code nachträglich nicht mehr erhältlich, sondern ausschließlich im Rahmen einer Neu- oder Wiederzulassung.
Insgesamt daher leider ernüchternd: Die App ist sicher eine gute Idee, wirkt in der aktuellen Umsetzung aber unausgereift und unnötig eingeschränkt – typisch deutsch eben, nicht ganz zu Ende gedacht.

Es wäre verwunderlich, wenn man eine Zulassungsbescheinigung eines Fahrzeugs, was nicht auf einen selbst zugelassen ist, in die App herunterladen kann. Wie soll das funktionieren?
In diesem Frühjahr bekommen Firmen die Möglichkeit, die Zulassungsbescheinigung an Mitarbeiter zu senden. So zumindest die offizielle Ankündigung.
Der QR-Code kann von der Zulassungsbehörde bei Neuzulassung ausgegeben werden, alternativ kann das Fahrzeug per Personalausweis mit Online-Funktion und KFZ-Kennzeichen hinzugefügt werden.

Auch das ist typisch deutsch, es wird alles zerredet.

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Noch ein Nachbrenner. Habe mir die i-Kfz App ebenfalls installiert und meinen Fahrzeugschein importiert sowie ihn mit meiner Frau geteilt.

Beim Blick in die Daten stellte sich heraus, dass die Halteradresse schon seit zwei Jahren nicht mehr aktuell ist. Nachfrage bei der Zulassungsstelle führte dazu, dass die zuständigen Behörden zwar vor zwei Jahren meinen physischen Papier-Schein korrekt umgeschrieben nach Ummeldung aber danach vergessen(?) haben die Daten auch ans Verkehrszentralregister weiter zu geben. Ohne die i-Kfz App, die ihre Daten ja direkt aus besagtem Register zieht wäre das wahrscheinlich niemals jemandem aufgefallen bis es mal zu einer Halterabfrage gekommen wäre.

Finde die App sehr gut für meine Zwecke und die Tatsache selber überprüfen zu können was im Zentralregister gespeichert ist, ist ein netter Nebeneffekt.

Ich weiß, ist ein absoluter Edge-Case aber auch den wollte ich nicht unerwähnt lassen.

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