Danke noch einmal für den Hinweis, ich finde die App auch super.
Was ich noch ergänzen will, ist der große Vorteil, dass die Daten des Fahrzeugscheins schön aufbereitet sind. Also ich sehe auf einen Blick (Klick) zum bsp. Maße oder Anhängerlast ohne groß suchen zu müssen. Gerade bei Buchungen von z.B. Fähren ist das sehr praktisch und hilfreich.
Ja. Ist super. Existenzberechtigung: Schluss mit dem Handling mit dem Papierlappen. That‘s ist. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Über das Design lässt sich streiten. Warum Behörden App immer dem „Wir wollen uns keinen GUI Designer leisten“-Design folgen müssen, entzieht sich mir komplett.
P.S.: Ich war schon bei der Beta-Phase von i-KFZ dabei.
Ich fand die Idee auch erst einmal super, bis ich die Rezensionen gelesen habe. Dort hat jemand seine kritische Befürchtung angemerkt, im Falle einer Kontrolle sein vollständig entsperrtes Handy aushängigen zu müssen - genauso wie man es vom herkömmlichen Fahrzeugschein kennt, der im Polizeifahrzeug ohne mein Besein geprüft wird.
Reicht es nun das Handy nur vorzuzeigen? Kennt jemand die Rechtslage?
Im Ausland gilt die App bis auf Weiteres nicht. Da benötigt man den Fahrzeugschein in Papierform.
Auch innerhalb Deutschlands wird momentan noch empfohlen, beides mitzuführen, da es sein kann, dass Polizisten die neue App noch nicht kennen.
Zur Kontrolle: Das Handy muss nicht herausgegeben werden. Die Polizei hat kein Recht dazu. Man muss allerdings die App aktiv bedienen und dem Polizisten die nötigen Elemente in der App zeigen. Ein Screenshot reicht nicht, die App muss aktiv laufen.
Ich persönlich finde die Umsetzung gut und hilfreich.
Das ist allerdings ein Punkt, an den ich bislang nicht gedacht hatte!
Allerdings hat das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) und das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bestätigt, dass eine Vorzeige auf dem Display ausreicht.
Demnächst soll ja auch noch die eGK auf das Smartphone umziehen, deswegen würde ich mal die etwas umfangreiche Frage stellen:
Ist es geopolitisch gerade wirklich sinnvoll noch mehr kritische Infrastruktur und staatliche Aufgaben auf das Smartphone zu packen, bei dem wir technisch völlig abhängig von den USA (Software, Betriebssystem) und China (Hardware) sind?
Ja, ist noch immer sinnvoll. Natürlich sollte man parallel Wege fördern, von diesen Abhängigkeiten loszukommen, aber selbst wenn wir ein europäische Smartphone OS haben, würde dieses mit ziemlicher Sicherheit Android Application Pakete nutzen.
Selbst wenn sich in Europa SailfishOS durchsetzen würde, wären die Apps ziemlich sicher Android Apps.
Könntest du das vielleicht noch etwas weiter ausführen? Wo genau siehst du die Vorteile? Spart Deutschland dadurch langfristig Geld?
Problematisch finde ich auch, dass es keine Anwendung für PCs gibt. Das hinterlässt bei mir das Gefühl, dass es sich um ein wenig durchdachtes digitales Leuchtturm-Projekt handelt.
Und was die Abhängigkeit vom Smartphone angeht:
Selbst wenn von staatlicher Seite ein normaler Fahrzeugschein weiterhin akzeptiert wird, dann werden vermutlich Autoverleiher aus Bequemlichkeit sehr schnell auf digitale Fahrzeugscheine umsteigen und vielleicht irgendwann auch gar keine Papierfahrzeugscheine mehr ausstellen. Dann hängen wir mit einer weiteren Branche am Tropf der amerikanischen Tech-Riesen, herzlichen Glückwunsch.
Deswegen wären meine Anforderungen an Digitalisierungsprojekte wie die i-kfz-App:
Bitte nur als freiwilliger Zusatz zum Papierdokument
Gesetzliche Verpflichtung, dass Behörden und Privatwirtschaft weiterhin das Papierdokument akzeptieren müssen
Eine PC-Version, damit man nicht allein von Smartphones abhängig ist.
Die Zulassungsbescheinigung sehe ich vor allem als Low Risk Testballon. Denn damit kann nicht viel Schaden angerichtet werden. Und man muss die Menschen an digitale Nachweise gewöhnen.
Ansonsten ist die Gegenposition “wir stellen jede App basierte Digitalisierung ein, bis ein europäisches, staatlich zertifiziertes Smartphone OS einen signifikanten Marktanteil hat” eine reine Verhinderungsposition. (Und selbst besagtes OS würde davon profitieren, wenn staatliche Android Apps schon existieren.)
Ein PC Programm um den Fahrzeugschein oder Führerschein nachzuweisen (also unterwegs) hätte für mich weniger durchdacht und wie eine Verschwendung von Entwicklerressourcen gewirkt
Hatte ich auch zuerst gedacht. Bis mir einfiel, dass man als Autoeigentümer den Fahrzeugschein temporär an den Fahrer übertragen kann. Gerne auch vom PC aus. Halte ich aber ebenfalls für Nice-to-have.
Sorry, da hätte ich mich ausführlicher ausdrücken sollen. Mit PC-Version meinte ich die Anwendungen, die da perspektisch noch kommen sollen, also Verwaltung von Fahrzeugscheinen, wie @TilRq auch schon geschrieben hat, aber auch die digitale An- und Ummeldung von Fahrzeugen.
Und seien wir mal ehrlich, das sind doch die Funktionen, die man wirklich haben will, denn ob ich jetzt bei einer Fahrzeugkontrolle nach meinem Handy oder meinem Portemonaie greifen muss, das ist doch eigentlich egal, oder?
Das verlange ich ja gar nicht. Es muss nur einen analogen und akzeptierten Fallback geben. Das ist wie beim Bargeld. Das darf man mMn schon allein aus Resilienzgründen nicht abschaffen, das haben inzwischen auch die Schweden eingesehen, die ja sonst Vorreiter beim bargeldlosen Bezahlen sind (Quelle: Tagesschau):
Bargeld funktioniert auch dann, wenn Strom oder Datenkommunikation ausfallen. Es ist weniger anfällig für Cyberangriffe und somit ein wichtiger Bestandteil der Sicherheitsarchitektur. Wir empfehlen, Bargeld für Lebensmittel oder Medikamente in einer Menge für etwa eine Woche zuhause vorzuhalten.
Und genauso sollten wir es bei allen anderen staatlichen Aufgaben auch halten: Digitalisierung ja gerne aber mit ausreichender Wahrung der Souveränität und analogem Fallback.
Die Verwaltung von Fahrzeugscheinen über ein Gerät, dass sie selbst nicht verwenden kann, ist ein sehr fragwürdiger Usecase. Für wen soll das interessant sein, den Anti-Smartphone-Nerd, der gerne seine Fahrzeugscheine mit seinem PC (dann aber Linux-App, wegen Souveränität) verwalten will und sie, trotz seiner Abneigung gegen Smartphones, anderen Leuten aufs Smartphone laden will? Verschwendung von Ressourcen.
VIELLEICHT wäre es für Betriebe relevant. Irgendwann mal.
Ansonsten gehen An-/Abmeldung doch auch über das i-kfz Portal, also auch am PC.
Schafft doch niemand das Papier ab. Diesen Fallback werden wir bestimmt noch 50 Jahre haben.
Mit Bargeld kannst du beim Blackout vielleicht noch Döner kaufen, Supermarktkassen bleiben zu. Aber ist doch die reinste Scheindebatte, weil ja niemand die Papiere abschaffen will (auf absehbare Zeit).
Momentan funktioniert das noch nicht. Das soll in Kürze folgen.
War bei der Online-Anmeldung von Fahrzeugen auch so. Zuerst nur Privatpersonen über die Bund-ID, danach auch Firmen über Elster. Funktioniert bei uns einwandfrei.
Dazu habe ich diese Info: Es gibt alternative Betriebssysteme, die auf dem AOSP (Android Open Source Project) basieren. Eines davon nennt sich GrapheneOS, das ist eine Android-Version ohne die ganzen Google-Komponenten. GrapheneOS kann man auf Pixel Geräten statt dem Google-Android installieren. Dadurch verliert das Gerät allerdings die sogenannte Google Zertifizierung. Das ist dann auch der Grund, warum ich auf meinem Google unabhängigen Gerät nicht die iKfz installieren kann. Ich habe den Support angeschrieben und der sagt:
”Alternative Android Betriebssysteme wie LineageOs und GrapheneOs werden in der i-Kfz-App nicht unterstützt. Lediglich das vom Herausgeber Google signierte Android Betriebssystem wird aktuell von der App unterstützt. Die Entscheidung, dass die i-Kfz-App aktuell nicht auf Geräten mit GrapheneOS unterstützt wird, wurde durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) getroffen. Derzeit ist es nicht vorgesehen, diese Unterstützung zu erweitern oder zu ändern. Gleichzeitig ist es jedoch nicht grundsätzlich ausgeschlossen, dass eine Nutzung von alternativen Android-Derivaten wie GrapheneOS zu einem späteren
Zeitpunkt zugelassen wird. Konkrete Planungen oder ein Zeitrahmen liegen uns hierzu aktuell nicht vor.”
Das Kraftfahrtbundesamt hat sich anscheinend ganz bewußt für eine zwingende Abhängigkeit von Google entschieden. So wird das auf jeden Fall nix der digitalen Unabhängigkeit.
Valider Einwand. Aber nach meinem Verständnis ist die App doch optional? Wer hier Bedenken hat, kann ja nach wie vor die Papierversion verwenden, ebenso im Fall exotischer Betriebssysteme. Bis wir in Deutschland auf rein digitale Urkunden umstellen werden sicher noch Jahrzehnte vergehen.
Mal ein praktischer Tip aus der Praxis: ich habe statt dem Original immer nur eine Kopie im Auto gehabt, war in Kontrollen nie ein Problem. Einmal musste ich 5 EUR zahlen als der Polizist einen schlechten Tag hatte. In 25 Jahren ist das eine Summe, die mir (zurück zum Einwand) meine digitale Privatsphäre wert ist.