LDN 455 - KI Bücher

Hallo,

Meine Frau versucht sich auch gerade im Self Publishing - natürlich keine KI Bücher, sondern handmade, wobei sie KI schon zur Recherche benutzt.

Ich wollte nur anmerken, dass der Business case, den Ihr skizziert habt (10k Bücher, 300k Umsatz) eine falsche Vorstellung davon erzeugt, was sich mit dem Verkauf eines Buches typischerweise verdienen lässt. Nach Abzug von Mw-Steuer und Druckkosten, nimmt sich zB Amazon pauschal erstmal 60% sodass pro verkauftem Buch nur wenige € für den Author übrig bleiben. Um ein Buch zu verkaufen, muss man aber noch Werbung machen. Hat man keine eigene Reichweite geht das am ehesten über die “gesponsert Links” bei Amazon. Die Kosten dafür werden pro Klick berechnet, nicht pro Kauf und liegen je nach Nische/Keywords leicht bei einem € pro Klick. Je nachdem wie gut es läuft, ist die Marge also sehr gering, oder kann auch negativ sein. Ohne diese Werbung rutscht ein Buch ganz schnell wieder in die Unsichtbarkeit.

Also, den großen Reibach, egal ob KI oder handgemacht, macht nicht der Author, sondern Amazon.

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Die gemeinten KI Bücher sind vermutlich nur digital zu haben. Dann hast du keine Druckkosten. So würde ich diese Rechnung verstehen.

Ich wollte anmerken, dass es ab 2. August 2026 eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte in Europa geben wird. Grundlage hierfür ist Artikel 50 der EU-Verordnung über Künstliche Intelligenz (EU AI Act). Ich meine, das wurde in eurem Podcast nicht erwähnt.

Danke für eure tolle Arbeit!

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Nein, das erwähnte Buch gibt es zwar für den Kindle (kostenlos für prime-Mitglieder) aber auch in einer Druckvariante. Das scheint bei Amazon auch so üblich zu sein.

Das bringt Amazon natürlich in einen Konflikt, wenn es darum geht offensiv gegen Missbrauch vorzugehen.

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Liebes Lage-Team,

Ich fand sowohl dieses Thema, als auch den Block zum Gendre Health Gap sehr spannend. Letzteres findet allgemein zwar immer mehr, aber noch nicht genug Aufmerksamkeit. KI Bücher hatte ich, in diesem Ausmass, vor allem im Ratgebersegment, überhaupt nicht auf dem Zettel und fand es daher sehr spannend.

Wenn ich es richtig verstehe, ist dieses Phänomen aber hauptsächlich online anzutreffen und ich bin nicht “gefährdet”, wenn ich meine Bücher im lokalen Buchhandel beziehe?

Als gute, “Mensch-geschriebene” Alternative kann ich übrigens “Das gewüscheste Wunschkind aller Zeiten - Das Geschwisterbuch” empfehlen.

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Stand heute gibt es in Deutschland keine KI geschriebenen Bücher. Lokal verfügbare Bücher in Büchereien sind zwar meisten von größeren Verlagen aber auch kein Indiz für eine gute Qualität.

Liebes Lage-Team,

danke für eure Arbeit und den tollen Podcast. Mir begegnet immer häufiger die Erzählung, KI sei grundsätzlich schlecht, gefährlich oder liefere nur minderwertigen Output. … Den Vergleich zwischen KI-generiertem Content und dem Hinweis auf die potentielle Tödlichkeit von Zigaretten halte ich für unpassend. Er lenkt aus meiner Sicht vom eigentlichen Thema ab. KI-produzierte Musik muss auch keineswegs Lebenszeitverschwendung sein, wenn sie gut ist. Oft kann man sie schließlich gar nicht von menschlich gemachter Musik unterscheiden.

Ich sehe KI keineswegs durchweg positiv. Es wird viel Schrott-Content produziert. Allerdings liegt das Problem nicht in der Technologie selbst, sondern in ihrer Nutzung. Das Prinzip „Garbage In, Garbage Out“ beschreibt es sehr gut. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass KI bei qualifizierter Anwendung hochwertige Ergebnisse liefert.

Ich fände folgende Aspekte in Bezug auf KI diskussionswürdig:

  • Globale Wettbewerbsfähigkeit: Wie stärken wir in Deutschland Industrie und Wirtschaft durch KI und welche wirtschaftlichen Probleme entstehen, wenn Unternehmen nicht innovieren?

  • Bessere Wissensnutzung: Weniger manipulative Selektionsmechanismen als bei klassischen Suchmaschinen und mehr sprachübergreifender Zugang zu Wissen.

  • Arbeitsmarkt: Wegfall von assistierenden und juniorigen Wissensarbeitsplätzen, Einstiegshürden für junge Menschen und der strukturelle Wandel mindestens in Text-, Übersetzungs- und Grafikberufen.

  • Geopolitische Abhängigkeiten: Europa ist bei Modellen und KI-Chips massiv abhängig von den USA und China.

  • Bildung: Sich verändernde Anforderungen an Ausbildung und Studium.

Ich würde mich freuen, wenn ihr dem Thema – vielleicht auch gemeinsam mit Zukunftsforschern oder KI-Expertinnen und -Experten – umfassender nachgehen würdet. KI stellt in den Augen vieler Fachleute eine der größten ökonomischen und gesellschaftlichen Transformationen seit der Einführung des Internets, wenn nicht seit der industriellen Revolution dar. Die Innovationsgeschwindigkeit ist zudem ungleich höher.

Deshalb sollten wir uns jetzt intensiver damit auseinandersetzen. Tun wir das nicht, drohen erhebliche Herausforderungen für Arbeitsmarkt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Das Thema lässt sich sicher nicht in einer einzigen Folge abhandeln, sollte meiner Meinung nach aber deutlich prominenter vorkommen.

Danke euch!

Veronika

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Die Lagefolge bezog sich doch nur auf einen Teilaspekt. Das Fluten des Marktes mit KI-Mist und das Ausnutzen von geistigem Eigentum ist ein Problem.

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Weil diese „Fachleute“ einen persönlichen Vorteil aus dieser Falschdarstellung ziehen.

Das sehe ich völlig anders. KI-generierte Musik mag für ein bedudelndes Radioprogramm reichen, meinetwegen kann da auch eine KI moderieren.
Aber bewusst gehörte Musik sollte den Charakter des Schaffenden widerspiegeln und nicht irgendein Algorithmus generieren. Wenn nun KI neue Beatles-Songs interpretiert und mit einer virtuellen Ava Max kreuzt, mag das ein nettes Forschungsprojekt sein, vielleicht gibt es sogar eine Zielgruppe dafür, wenn Deezer mir das aber in den Feed spült (dessen Generierung KI sicher auch gut ausführen kann), wäre ich ernsthaft sauer.

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Erinnert mich an Diskussionen aus dem letzten Jahrhundert über elektronische Musik.

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Fair. Ich sehe da aber dennoch einen entscheidenden Unterschied und der liegt darin, dass selbst Befürworter von KI zugeben, dass die Flutung von Shit-Content zwangsläufig mit KI einher geht.
Sicher galt das auch in gewissem Rahmen für elektronische Musik, wenn ich die aber nicht haben wollte, konnte ich die gut vermeiden.
KI-Musik wird mich zwangsläufig tangieren. Durch die Gatekeeper-Funktion von Streaming-Diensten kommt denen auch ein entscheidender Einfluss zu, was die Masse der Kunden erreichen wird.
Wenn die nun kein Interesse haben, den Kunden vor KI zu schützen (insbesondere problematisch im Fall von Amazon, wenn die mit KI-Büchern große Margen erzielen), wird von Menschen aufgenommene Musik nicht mehr genug Nutzer erreichen können, es sei denn, sie sind bereits derart bekannt, dass sie auf eine Fanbase bauen können. KI-generierter Musik ist es egal, wie oft sie gestreamt wird. Sie muss davon nicht leben und kann jede Minute einen neuen Song raushauen, wenn es nötig ist.

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Was wäre wenn Deezer dir das in den Feed spült, du aber gar nicht merkst das es ki generiert ist. Dir die Musik aber gefällt, wäre das Musikstück dann irgendwie schlechter für dich als irgendein anderes das dir auch gefällt? Nein. Du könntest nur nicht auf ein Konzert des Künstlers gehen, ansonsten wäre alles gleich.

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Das schöne ist, dass sie nicht mal qualitativ mithalten muss. Wenn sie meinen Flow flutet und damit verhindert, dass mich neue gute Musik erreicht, werden die im Laufe der Zeit aufgeben und die neue Qualität setzt sich durch.
Es ist leider eine Entwicklung, die (nicht nur) das Internet gerade sehr prägt: der Kunde ist kein Individuum mehr, sondern eine austauschbare Masse. Das hat der Kunde sich ein bisschen selbst zuzuschreiben, denn auch die Verkäufer sind keine Individuen mehr, sondern einer in der Masse, der dass gewünschte Produkt am billigsten anbietet.
Da keine Bindung in beide Richtungen mehr existiert, gibt es auch keinen Grund mehr den Geschäftspartner zufrieden zu stellen. Die Qualität wird immer unwichtiger, Hauptsache es kommt ein Vertrag zu Stande.

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Neue gute Musik muss halt leider auch heute schon aktiv gesucht werden. Ist halt ein Hobby Release Listen, Musikmagazine usw zu durchstöbern. Ki Musik ist wie Radio hören. Für viele reicht es einfach aber das macht echt Musiker nicht obsolet. Die Hauptarbeit für Musiker sollte meiner Meinung nach eh das musizieren auf Konzerten usw. sein. Und da kann KI nicht nicht mithalten :wink: Ein Musikstück zu komponieren das dann 1 Millionen Mal digital abgespielt wird ist ja keine Abnutzung oder reele Arbeit gegenübergestellt, die mehr wird durch häufigeres abspielen. Der Wert entsteht durch die höhere Nachfrage bei Konzertkarten usw.

Selbst Leute, welche gegen Elektrik und die gefährliche Strahlung oder das laute Auto waren, haben sich eines besseren belehren lassen. Wie wollen eine saubere, sichere und soziale Welt. Schade, das dieses Weltbild und die damit einhergehende technologische Weiterentwicklung insbesondere bei uns in Deutschland noch sehr bekämpft wird.

Mich erinnert diese ganze Diskussion an die Zeit der Maschinenstürmer oder eben die Verdrängung des Handwerks durch maschinelle Produktion. Was wir hier mit AI erleben, ist im Prinzip das Gleiche.

Diejenigen, die zuvor von der manuellen Herstellung eines Gutes gelebt haben, beklagen sich, dass ihr Gut nun maschinell viel günstiger hergestellt werden, sie deshalb nicht mehr konkurrenzfähig sind und ihr Handwerk langfristig ausstirbt (bzw. zur Nische für diejenigen wird, die sich etwas „Besonderes“ leisten wollen, vom Massenhandwerk zum Kunsthandwerk).

Ich muss sagen, dass ich da ein absoluter Anti-Romantiker bin, daher: Diese ganze Verklärung der Vergangenheit oder des Status Quo finde ich problematisch. Wenn AI-generierte Kunst (egal ob Bücher, Musik, Filme, Computerspiele, Bilder) tatsächlich so gut wird, dass der Kunde bereit ist, diese statt der handgemachten zu konsumieren, weil sie u.U. günstiger angeboten werden kann, dann ist das eben so. Was ist die Alternative? AI-Generation verbieten und dem Kunden damit das Recht zur Wahl nehmen? Das wäre so, als habe man damals die mechanischen Webstühle verboten, damit die Weber sich nicht beklagen, weil die Kunden „das Falsche“ (also das qualitativ ebenso hochwertige, aber günstigere Produkt) kaufen. Oder man hätte das Automobil verboten, damit die Kutscher weiter ihr Gewerbe ausüben können. Das kann’s einfach nicht sein.

Kunst wird es auch mit denkbar viel AI-Slop immer noch geben, aber der Markt wird natürlich härter. Aber es liegt am Konsumenten, ob er das will oder nicht - wenn sich hinreichend viele Konsumenten über AI bei Spotify, Amazon und co. beklagen, werden die Dienste von sich aus einen Filter einbauen - und wenn nicht, werden Alternativen entstehen. Verbote bringen da rein gar nichts. Eine Kennzeichnung von AI-generierten Inhalten wäre natürlich wünschenswert, aber es ist auch denkbar, dass es wie bei der Handwerkskunst umgekehrt laufen wird: Dass AI-generierte Kunst der Standardfall wird und menschengemachte Kunst sich selbst als solche labelt, um als „exklusiv“ zu gelten, analog wie heute „Handgemacht / Handwerkskunst“ beworben wird.

Das Ganze ist jedenfalls ein gesellschaftlicher Aushandlungsprozess und als solcher etwas ganz normales, was mit jeder technischen Innovation immer mal wieder vorkam. Wie gesagt, als die Maschinen kamen betraf es die Weber, als das Auto kam die Kutscher (und die Pferdezucht, und die Wagner…), als der Digitaldruck kam die Schriftsetzer (und viele andere Berufsbilder) und dafür können wir etliche Beispiele finden. Jetzt sind erstmals die primär kreativen Jobs an der Reihe. Das ist der Preis des Fortschritts.

In 20 Jahren wird man vermutlich auf diese Diskussionen zurückblicken und sich fragen, wie eine Welt ohne AI gewesen sein möge. Ich bin jedenfalls zuversichtlich, dass die Welt sich auch mit AI-Kunst weiter drehen wird. Entweder, die AI-Kunst wird tatsächlich vergleichbar gut mit „menschengemachter Kunst“ und setzt sich durch, oder sie wird weiterhin „erkennbar“ bleiben und als „Kunst zweiter Klasse“ betrachtet. Gerade bei Musik z.B. fehlt mir bei AI-Musik einfach die Persönlichkeit dahinter - Musik ist eben dann doch mehr als das Zusammenbasteln von Tönen, die Künstler hinter der Musik sind nicht nur für Live-Auftritte relevant, sondern auch ein Teil der Faszination von Musik. Und so sieht es bei jeder Kunstform aus. Das wird AI so schnell nicht ersetzen können.

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