LdN 420 | Die zynische Sicht auf Friedrich Merz

Naja diese Rhetorik „ich will Kanzler der Bundesrepublik Deutschland“ werden sagt jeder Kandidat. Mit welchen Entscheidungen dies geschieht macht jeder für sich aus und das ist ja auch gut so. Und das gleiche passiert auch in den USA. Jeder hält sich selbst für das beste was den Staat voranbringen kann und das beste für die USA. Alles Wahlkampfrhetorik.

Das wäre eine Katastrophe für das Land und das freie Europa. Der denkbar schlechteste Moment für solche Ideen. Solche Menschen haben entweder den Ernst der Lage nicht verstanden, vielleicht gehören sie zur Appeasementfraktion?, oder stellen nicht das Wohle Deutschlands an erster Stelle. Vielleicht verstehen sie es erst dann, wenn Putin die EU überfällt oder sie ihre Sitze an die "A"fD verlieren?

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Vielleicht hat einfach Friedrich „links neben der Union darf es keine Kompromisse geben“ Merz den Ernst der Lage nicht verstanden?

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Diese Parallele zur USA und Trump ist leider nicht die einzige, die mir ebenfalls auffällt.
Beide haben bereits vor ihrer Wahl gesagt, am Tag 1 ihrer Amtsübernahme bestimmte Aktionen zu machen.
Beide bauen bewußt Lager auf, anstatt zu vereinen. Der eine mit „Die da“, der andere mit dem Verächtlich machen von Kompromissen in den Parlamenten.
Eine CDU/AfD Koalition wäre natürlich …sehr schlecht (edit Mod.) und unbedingt zu vermeiden. Aber wieso soll sich lediglich die SPD zusammenreißen? Von der CDU würde ich das ebenfalls erwarten. Eigentlich. Bisher sehe ich aber das Gegenteil. Und zwar nicht nur bei Merz, sondern auch von anderen Mitgliedern der CDU (Spahn) und CSU (Söder).

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Wie gesagt: alle müssen jetzt verbal abrüsten. Es gibt keine Alternativen.

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Die Idee, es wären irgendwie beide Schuld, wenn über Migranten dauernd am Rande der Volksverhetzung gelogen, wenn das gegebene Wort einfach im Vorbeigehen gebrochen wird, wenn man sich -den Sieg sicher in der Tasche - hinstellt und -künftige Partner in Kneipentresen Ton beleidigend- ausdrücklich nur Politik für die „eigene“ Mehrheit und Klientel ankündigt, ist so absurd, dass mir wirklich kaum was dazu einfällt. Es sind nicht SPD und Grüne, die sich an nichts gehalten und jede Grenze eingerissen haben. Nicht mal davor, die Ermordung eigener Parteimitglieder als Aufhänger für hetzende, spaltende Lügen zu missbrauchen, schreckte Merz zurück und hat sich auch bis heute nicht entschuldigt. Und da zucken Parteifreunde von Lübcke und Unionswähler die Achseln und meinen, nun sollten mal alle Seiten abrüsten. War halt Wahlkampf. Also ich sehe seit 30 Jahren Wahlkämpfe und kann mich an eine Rede, wie die von Merz in dem Kontext eines Wahlkampfabschlusses nicht erinnern. Dagegen war Schröder in der legendären Elefantenrunde ja ein subtiler Diplomat.

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Und was genau entschuldigt …die Tatsache, dass Unionsveranstaltungen unter Polizeischutz ablaufen mussten?

Das ist der gewohnte Stil von Konservativen: Nirgends war das geschrieben worden. Pack den Strohmann wieder ein.
Alternativ antworte ich gern mit Aussagen von Merz, Söder und anderen nach den Übergriffen der Bauern gegen die Grünen, bei denen die Polizei es nie zum richtigen Schutz geschafft hatte: „mal nicht übertreiben“ „sollen sie halt andere Politik machen.“ Ohne zu behaupten, dass ein par Euro Subventionen im Ansatz vergleichbar mit der wortbrüchigen Nutzung von Neo-Nazi-Stimmen für eine politische Zirkusnummer wären.
Nach den Übergriffen haben die Grünen im Anschluss keine Anfragen zum Bauernverband gestellt und dessen staatliche Förderung zu Demogeld und „Schattenstrukturen“ aufgeblasen. Nur mal so zum Vergleich.
Ergänzung: Auch typisch Union: Per Anfrage nachtreten, aber alle anderen sollen doch bitte mal „abrüsten“ und nicht nachtragend sein.

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Ich habe noch mal etwas über den Beitrag in der Lage nachgedacht und überlegt, welche Dinge Friedrich Merz tun könnte, um meine persönlichen Befürchtungen an seine Kanzlerschaft ein wenig zu entkräften.

Außenpolitisch würde ich mir da z.B. ein diplomatisches aber entschlossenes Auftreten bei Trump wünschen. Das ist natürlich ein Drahtseilakt aber ich hoffe mal, Angela Merkel hat die Treffen mit Trump in ihrer Amtszeit ja ganz gut hinbekommen, wenn ich da jetzt nichts vergessen hab. Aber da stand im transatlantischen Verhältnis auch nicht so viel auf dem Spiel.

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Nun die (durchaus mal sehr überspitzten) Reaktionen der Konservativen waren auch Reaktionen auf diese Bedrohungen während der Veranstaltungen. Und die Argumentation dass den Grünen das gleiche widerfahren ist macht die Sache doch nicht besser?

Also für mich sprichst du damit nicht, ich finde dass jetzt alle abrüsten müssen. Zum Wohle des Landes :slight_smile: )

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Es ist nie in Ordnung, Menschen zu bedrohen.

Die Proteste hat die Union aber durch ihre Abstimmung mit der AfD verursacht und Demonstrationen sind ein hohes geschütztes Recht.

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Ich hatte von November bis Mitte Januar schon etwas Vertrauen aufgebaut, dass Merz wenigstens keinen irreparablen Schaden anrichten würde. Also das Maximum, was ich mir von Unionspolitik „erhoffe“. Das wurde dann in den 6 Wochen seitdem gründlich zerschlagen. Eine aufrichtige Entschuldigung für die schlimmsten Lügen, etwa über die Reaktionen auf den Lübcke-Mord und die Verhetzung zu angeblich täglichen Gruppenvergewaltigungen durch Asylbewerber, wäre in meinen Augen schon wichtig. Etwas Habeck wagen (wirklich nur etwas, denn Habeck hat es damit manchmal auch übertrieben).
Aber ehrlich gesagt hat Merz in meinen Augen einfach einmal zu oft die Kontrolle über sich selbst verloren. Wenn er kurz alles richtig machen würde, bliebe für mich nur die Frage, ob er mal ein Quartal ohne Verlust der Impulskontrolle schafft. Ich denke, er ist, von allen inhaltlichen Fehlern abgesehen, einfach fundamental charakterlich ungeeignet für das Amt, aber er hat ja die Chance mich zu widerlegen, also schauen wir mal…

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Du verwechselst Aktion und Reaktion. Es war die Unionsführung, die es auf die Spitze trieb mit dem Wortbruch und der sehr vorsätzlich herbeigeführten „nicht-Zusammenarbeit“ mit Neo-Nazis, Volksverhetzung durch Merz und völlig hemmungloser Instrumentalisierung der Tat in Aschaffenburg (gegen den ausdrücklichen Wunsch der Mutter) durch Dobrindt. Echte Konservative hätten ihr Wort niemals nur für die Chance auf minimale Punktgewinne in Umfragen gebrochen. Echte Konservative bereuen und entschuldigen sich.
Auf der einen Seite Parteiführung, auf der anderen Seite einzelne Demonstranten. Das ist nicht die gleiche Ebene, nicht das gleiche Problem.

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Puh. Union und SPD beschließen Zurückweisungen an den Grenzen, Aussetzung Familiennachzug u.ä. AfD Politik. Ohne Sinn und Verstand. Meine Bereitschaft, Merz eine Chance zu geben, nimmt direkt ihr Ende.

Gute Nacht Deutschland.

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Habe mal nach Bedrohungen und Union im Netz gesucht. Da gab es zwei Meldungen nach denen sich die Union bedroht fühlt weil die Omas gegen die Zusammenarbeit mit der AfD demonstriert.
Meinst du was anderes?

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Ich glaube kaum dass die Union deshalb Veranstaltungen unter Polizeischutz ablaufen lassen musste.

„Gefühlte Bedrohung“ scheint ebenfalls zur „konservativen DNA“ zu gehören. Sei es die permanente Angst vor Straftätern, vor bösen Einwanderern oder jetzt vor radikalen Omas. German Angst at its best…

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Es gab eine Warnung, dass Attentate auf Wahlbüros verübt werden könnten. In solchen Fällen ist es sinnvoll, Vorkehrungen zu treffen. Ob diese Gefahr dann tatsächlich bestanden hat oder da jemand übervorsichtig war, lässt sich schwer feststellen.

Zieht sich wohl durch alle Parteien.
Bei der AFD war wahrscheinlich noch kein Parteitag ohne Polizeischutz.

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Müssen auf keinen Fall aber es stärkt das Narrativ man könne sich nicht mehr ungeschützt vor die Haustüre wagen.

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