LdN 416 | Interview Maral Koohestanian (Volt)

Das Problem ist aber, dass das nicht wirklich funktioniert, auch, weil unheimlich viel Ideologie im Bildungssystem liegt. Wie lange haben die Konservativen gegen Gesamtschulen und für den Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems gekämpft? Da geht es nicht um Argumente und objektive Vergleiche, sondern um Weltanschauungen. Mit Studiengebühren will ich erst gar nicht anfangen, das Thema haben wir zum Glück im Bildungsstreik 2009 beerdigt. Aber auch da wurde klar, wie ideologisch Bildungspolitik ist.

Wir hatten die letzten 75 Jahre Bildungspluralismus - man sollte meinen, dass sich nach 75 Jahren irgendwann eine best practice herausbildet. War aber offensichtlich nicht der Fall. Insofern scheinen die Länder einfach nicht die Vernunft und den Willen zu haben, voneinander zu lernen. Stattdessen will jeder sein Süppchen kochen und stellt sein eigenes System als überlegen dar.

Weil das allenfalls ein Langzeit-Ziel wäre, realistisch vielleicht in 20 Jahren. Aktuell hat die EU keinerlei Kompetenzen im Bereich Bildung und aktuell driftet sie eher auseinander als dass sie enger zusammen kommt. Es ist aktuell einfach nicht denkbar, dass es in den nächsten Jahren (oder gar Jahrzehnten) eine Mehrheit dafür gibt, die Bildungspolitik an die EU zu übergeben… es macht daher aktuell keinen Sinn, das auch nur als Ziel in ein Wahlprogramm zu schreiben, weil es einfach noch viel zu sehr in der Ferne liegt.

Das Ergebnis von Volt und den Grünen war bei mir bei allen Wahl-o-Maten und anderen ähnlichen Tools immer nahezu identisch. Also rein inhaltlich unterscheiden sich die beiden Parteien im Wahl-o-Mat meist kaum.

Siehe dazu meine Ergebnisse zur Europawahl in zwei verschiedenen Tools:

Einmal ist Volt ganz knapp vor den Grünen, das andere Mal sind die Grünen vor Volt. Da tut sich daher vermutlich nicht viel.

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