LDN 410 Tempolimit

Ja er dürfte Recht haben, dass im Bundesrat keine Mehrheit zusammenkommt, aber wenn das Verkehrsministerium jetzt endlich mal eine Verordnung auf den Weg bringen würde, könnte man endlich mal deutlich machen wo die Gegner sitzen, denn in der Bevölkerung hätte ein Tempolimit ja eine Mehrheit und damit könnte man CxU sicher ein paar Stimmen abnehmen.

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Es scheitert leider schon an Wissing.

Moderne Verkehrsleitsysteme sind meiner Meinung nach ein guter Ansatz. Wenig Verkehr, zum Beispiel nachts, bedeutet dann auch keine Geschwindigkeitsbegrenzung. So wird es ja teilweise bereits gehandhabt. Das ist nachvollziehbar und kann ein guter Kompromiss zwischen den Lagern sein.

Ich persönlich fahre gerne schnell, wenn die Autobahn frei ist, dafür ist das Fahrzeug und auch die Autobahn ausgelegt. Dass sich Leute, die damit nichts zu tun haben und gar nicht auf der Autobahn unterwegs sind, in dieser Debatte so festbeißen, so viel Energie darauf verwenden, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Es gibt so viele andere Themen, die im Vergleich auch mehr für den Umweltschutz bringen würden, aber deutlich weniger Beachtung finden.

Diese endlose Tempolimit-Debatte wirkt für mich langsam wie ein Ablenkungsmanöver. Statt über Kreuzfahrten, innerdeutsche Flüge, Langstreckenflüge oder die enorme Umweltbelastung durch Fleischkonsum zu diskutieren, richtet sich die Aufmerksamkeit auf ein Tempolimit, dessen Effekt im Vergleich dazu nahezu lächerlich gering ist. Trotzdem steht dieses Thema so oft im Mittelpunkt. Die Leute gehen halt lieber gegen Dinge vor, die zwar wenig bringen, sie selbst allerdings auch kaum betreffen – Hauptsache, die Wurst schmeckt und nächstes Jahr gehts wieder nach Australien.

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Gerade Nachts wo du gar nicht so weit gucken kannst :frowning:
Abblendlicht reicht bei durchschnittlicher Reaktionsgeschwindigkeit für 30 km/h um das Fahrzeug vor einem plötzlich auftauchenden Hinderniss zum stehen zu bekommen, darüber bis ca. 50 km/h hast du zumindest noch die Chance die Folgen zu vergleichsweise klein zu halten und bei 70 km/h immerhin noch die Chance überhaupt zu reagieren …

Der Effekt ist da und die Umsetzung gegenüber allem was du hier als Ablenkung anführst extrem einfach: eine Verordnung schreiben …

Zumal alles was du anführst eher in Verbotsdiskussion abdriftet wo man dann noch stärker dagegen ist und noch schwerer überhaupt zu den Leuten durch dringt.

Aber trotzdem guter Versuch des derailing …

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Unbeleuchtete Hindernisse tauchen auf der Autobahn ziemlich selten nachts plötzlich auf.

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Meinst du bei den anderen Themen wuerde es mehr Verbots-Diskussion geben als beim Tempolimit?

Ich finde, die Dinge, die aufgeführt wurden, kann man auch ganz einfach umsetzen, zum Beispiel durch Sonderabgaben oder durch eine Erhöhung der bereits bestehenden Abgaben für bestimmte Sektoren. Dadurch könnte man auch Flugreisen oder den Fleischkonsum einschränken. Man kann auch Sonderabgaben für das Anlegen von Kreuzfahrtschiffen erheben oder für den Verkauf der Tickets oder für den Bau von stark umweltschädlichen Schiffen in unseren Werften. Weshalb sollte das schwieriger sein als die Umsetzung eines Tempolimits?

Als jemand der berufsbedingt sehr viel auf deutschen Autobahnen unterwegs ist:

Entspanntes und stressfreies Fahren auf der Autobahn erlebe ich meist erst, wenn ich Deutschland verlassen habe, Richtung unserer europäischer Nachbarn.
Da läuft es trotzdem, viel lässiger und stressfreier.
Da ich auch langsam eine Lichthupen-Phobie entwickle, nutze ich in Deutschland dank 49€ Ticket vorrangig die Bahn, trotz aller Mängel.

Eher so ein Selbsterhaltungstrieb😉

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Wissing lässt doch durchblicken, dass er von der FDP zu seiner Politik gedrängt wurde. Dabei könnte er doch gemeinsam mit der SPD und den Grünen ein Tempolimit durchsetzen. Das wird wohl trotzdem nicht passieren, selbst wenns keine Neuwahl geben würde. Denn in der Anzahl der gesamten Bevölkerung gibt es vllt. eine geringe Mehrheit, die sich für ein allgemeines Tempolimit ausspricht, allerdings nicht unbedingt unten den Autofahrern.

Ich hab ihn bei Markus Feldenkirchen im Interview gehört (empfehlenswert). Dort hat er zu erkennen gegeben, dass er das Tempolimit nicht will (wegen Arbeitsplätze und so weiter).

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Wo fährst du da lang? Mir gehts da ganz anders. Ich fuhr bisher ca. 33.000km im Jahr. Ich bin durch Österreich, Polen, Tschechien, Kroatien, Italien, Frankreich, Litauen, Estland, Lettland und Slowenien gefahren und fand da gar nichts entspannend. Besonders in Frankreich, Polen und im Baltikum fand ich das Fahren eher richtig unentspannt. Schweiz, Dänemark und die Niederlande sind da schon eher ruhiger. Allerdings hat das für mein Gefühl, nicht so viel mit dem Tempolimit auf der Autobahn zu tun. Am aller stressigsten im Auto wars bisher im Libanon, da fahren die Leute übrigens eher verhältnismäßig langsam.

Habe den direkten Vergleich zwischen Frankreich, Schweiz und Deutschland. Ich finde Deutschland mit weitem Abstand als am stressigsten.

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Tempo 130 in den Niederlande oder auch das entspannte Fahren in Dänemark find ich sehr angenehm.
In Deutschland hab ich halt dauernd Aushilfs-Schumis oder hektische Vertreter-Kombis sehr nah im Rückspiegel, die Tempo 130 als Zumutung und das Einhalten von Tempolimits als Frechheit empfinden.

Aus meiner Wahrnehmung eher stressig

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Achso halten sich Wildtiere neuerdings an vorgegeben Zeiten oder wurden die alle mit Leichtelementen ausgerüstet :crazy_face:

Ja. Denn ein Tempolimit ist kein Verbot.

Fleischkonsum ja, bin ich bei dir, allerdings würden sich da auch die deutschen Grillmeister beschweren.
Flugreisen nein, bringt nichts, da Flugzeuge auch zur Not leer fliegen würden um die begehrten Landeslots nicht zu verlieren, da ist es dann egal ob ein paar Leute weniger im Flieger sitzen. Und Privatflüge kriegst du damit auch nicht. Das endet in Verboten wenn es denn einen nennenswerten Beitrag liefern soll.

Mal unabhängig vom Tempolimit…auch sowas macht keinen Spaß auf Autobahnen:

Da ich mir gerade einen neuen Drucker gekauft habe, wurde ich wieder damit konfrontiert, dass die für den deutschen Markt extra herunter gebremst werden, um zusätzlichen Abgaben zu entgehen. Wäre doch eine Maßnahme. Bis Tempo 100 abgabenfrei und dann für jede 10km/h mehr wird ein fester Betrag fällig.

Fernlicht leuchtet etwa 200 Meter weit. Das ist der Bremsweg bei 140 km/h, bzw. eine Gefahrenbremsung bei 170 km/h, dabei berücksichtigend, dass im Dunkeln die Sicht eingeschränkt ist und die Augen gerne entspannen.
Alles über 140 ist also risikoreich, alles über 170 verantwortungslos.

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Ich würde sagen, deine Einschätzung ist etwas zu allgemein gehalten. Der Fahrer muss seine Geschwindigkeit stets an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen. Allerdings muss man auch nachts nicht grundsätzlich nur 110 km/h fahren, wie es manche fordern. Entscheidend sind die konkrete Situation, das Fahrzeug und der Fahrer, der sein Können sowie die Eigenschaften seines Fahrzeugs richtig einschätzen muss, auf der Autobahn und auch auf anderen Straßen.

Die Autobahn ist übrigens nach wie vor die sicherste Straße in Deutschland und zählt auch im europäischen Vergleich zu den sichersten. Lediglich die Schweiz und Dänemark schneiden besser ab. In den anderen sieben Nachbarstaaten sterben auf Autobahnen trotz allgemeiner Tempolimits mehr Menschen. Übrigens reicht modernes Fernlicht mittlerweile bis zu 600 Metern weit.

Ein modernes Verkehrsleitsystem wird vielleicht ohnehin bald überall installiert sein, und mMn kann man das so am besten lösen.

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Bis es soweit ist, könnten wir ja ein allgemeines Tempolimit einführen. Die modernen Verkehrsleitsysteme könnten dann sogar streckenweise höhere Geschwindigkeiten freigeben, je nach Lage sogar auf einzelne Spuren bezogen.

Ich wäre mittlerweile aus Gründen der Akzeptanz für ein allgemeines Limit von 160 und ein Limit während des Tages von 140 auf Autobahnen, Bundes- und Landstraßen würde ich unverändert belassen und lediglich mehr Beschränkungen auf gefährlichen Abschnitten. Landstraßen sind ja teils gut, teils miserabel ausgebaut.

Man muss auch bedenken, dass bei den rund 60% die ein Tempolimit befürworteten nicht alle für 100/80/30 sind, sondern dass es sogar Befürworter für 180 oder 160 gibt die lediglich die extremen Unterschiede auf der Autobahn entschärfen wollen.

Somit hätte man einen kleinsten Nenner von Befürwortern genommen und könnte ja weiter weitere Einschränkungen lokal nach Bedarf realisieren.

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Ein Aspekt ist ja evt auch, das die heutigen angebotenen Autos ja immer schneller geworden sind.
160 km/h schaffen im Grunde alle, aber über 200 km/h sind eher die Regel.

Vielleicht auch ein Faktor, warum man sich mit Einschränkungen hier schwer tut.

Also das sollte jetzt hier nicht der 100ste Tempolimit für oder wider thread werden …

Ich hab mich einfach nir gewundert warum Scholz die Lage jetzt nicht einfach ausnutzt und Wissing anweist die Verordnung auf den Weg zu bringen.

Es kostet ihn kein wirklich politisches Kapital, da alle überein sind, dass es nicht durch kommt, aber er könnte so ein paar Stimmen für die SPD einholen von denjenigen die für ein Tempolimit sind, da er hier die quasi einmalihe Gelegenheit hat aufzuzeigen wo die Gegner eines solchen sitzen.

Einfach nur die Verordnung schreiben, abstimmen lassen und die Abstimmung öffentlich machen.

Kostet nix (politisches Kapital) kann aber was bringen (Wählerstimmen).

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