LdN 367 - Smarte Stromnetze schon heute

Hallo Ulf @vieuxrenard, hallo Philipp, hallo alle,

Ihr habt ja aufgefuehrt wie in modernen Stromnetzen auch Verbraucher Netzdienlich agieren koennen.
Allerdings klang es so als ob das noch Zukunftsmusik ist.

Das ist aber mit nichten so. Selbst ohne Smartmeter geht das heute schon.
Ich definiere mal Smartmeter als Zaehler mit internet rueckkanal (LTE, DSL oder was auch immer)
Selbst die „einfachen“ digitalen Zaehler haben heute eine infrarot oder LED schnittstelle.

Mit Anbietern wie Tibber kann man sich heute schon fuer knapp 100 Euro nen kleinen „dongle“ auf den Zaehler kleben und bekommt damit alle 15min seinen Verbrauch abgerechnet.

Die Netzdienlichkeit entsteht duch ein ganz einfachen finanziellen Anreiz. Wenn viel Strom im Netz ist wird der billig. Nun kann Tibber auch lasten steuern. Die App integriert sich mit vielen E-Auto oder Haushaltsgeraete Herstellern.

Tibber „redet“ dann direkt mit den Geraeten/Autos. Die Infrastruktur selbst. Also Wallbox, Zaehler etc. muss gar nicht smart sein. dh. mein Auto laedt nachts oder am Wochenende fuer 16ct/kWh (das sind dann meist nur noch die netzentgelte etc. - der Boersenstrom ist dann schon bei 0ct/kWh) wenn keiner Strom braucht aber der Wind ordentlich blaest.

Klar kann man das immernoch weiter verfeinern, aber die basics mit „lad mal dein auto irgendwann nachts von 2-5 Uhr weil grad Strom uebrig ist“ geht heute schon vollautomatisch.

Kann auch jeder der keinen alten schwarzen Ferraris Zaehler mehr hat, einfach machen.
Achja: schoener Nebeneffekt: keine Abschlaege mehr. Man bezahlt jeden Monat genau das was man verbaucht hat. dh. wenn die Kasse eng wird kann man den Gaming-PC auslassen und spart sich paar Euro oder spuert Energiesparmassnahmen direkt im Geldbeutel und nicht erst diffus zur Endabrechnung.

PS: Das ist keine Werbung fuer Tibber - es gibt auch andere Anbieter die das schon machen. Ich kann nur von meinen Erfahrungen berichten und ich bin aktuell Kunde bei Tibber.

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Ganz meine Meinung. Ich nutze ebenfalls den flexiblen Stromtarif von Tibber (ohne Smartmeter). Demnächst müssen alle Energieversorger flexible Tarife anbieten. Aber so läuft es bei mir: Wenn ich mit meinem Elektroauto nach Hause komme, sehe ich mir auf der App die Strompreise des Folgetages an. Meistens stecke ich dann das Ladekabel der Wallbox ins Auto und mache Feierabend. Die App des Stromanbieters und die meines Autoherstellers bewirken dann gemeinsam, dass das Auto gemäß meiner Vorgaben in der Nacht zum minimalen Preis aufgeladen ist. Beispiel: für die tägliche Abfahrt um 7h mit Ausnahme von Samstag und Sonntag um 10 h soll das Auto zu 75 % geladen sein, Das Laden findet dann nachts genau zur günstigsten Zeit statt. Manchmal sehe ich aber auch, dass übermorgen, am Sonntag, bei Wind und Sonne der Strom viel günstiger ist und stöpsele das Auto nicht an. Das Ganze mache ich seit August 2022 und freue mich regelmäßig über (Öko-)Strompreise, die sehr deutlich unter den Preisen liegen, die man fest abschließen kann. Gleichzeitig bin ich mir darüber im Klaren, daß ich der Börse ausgeliefert bin. Wenn in der nächsten Woche, was auch immer passiert, und der Börsenstrompreis explodiert, muss ich ihn bezahlen.
Trotzdem bin ich mit dem flexiblem Preis super einverstanden. Manchmal. wenn der Börsenstrompreis ausreichend negativ ist, trägt es sogar die Steuern und Gebühren. Dann lasse ich nicht nur eine Extra-Waschladung laufen, sondern, den eigentlich überflüssigen Wäschetrockner. Dann fühle ich mich nicht nur ein ganz klein wenig „netzdienlich“ und spare ein Paar Cent. :wink:

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