Mein Problem ist: Das ist ein Blogpost von einem mir unbekannten Autor, den ich nicht einschätzen kann. „Professor“ (für Medizin, nicht Nuklearphysik), „Wissenschaftsjournalist“, „xy Universität“ helfen mir leider nicht. Aus meinem Erfahrungen mit der jahrzehntelangen Diskussion „Gibt es einen Klimawandel“ und „Ist Covid19 wirklich gefährlich“ weiß ich, dass von interessierter Seite immer gern „Wissenschaftler“ positioniert werden, um einen angeblichen wissenschaftlichen Konsens (hier: der Klimaleugner) zu behaupten, der leider komplett dem tatsächlichen wissenschaftlichen Konsens widerspricht.
Natur.com ist vermutlich da schon eine verlässlichere Quelle. Aber hier habe ich das Problem, dass ich selbst die deutsche Übersetzung (DeepL) schon der Zusammenfassung nicht verstehe:
Eine erweiterte kohlenstoffarme Grundlaststromerzeugung durch Kernspaltung kann durch das Recycling langlebiger Aktinidenisotope im Kernbrennstoffkreislauf ermöglicht werden. Dieser Ansatz bietet folgende Vorteile: (a) vollständigere Nutzung des Energiepotenzials des abgebauten Urans, (b) Verringerung des Platzbedarfs für geologische Endlager und (c) Verkürzung der Zeit, die erforderlich ist, um die Radiotoxizität der entsorgten Abfälle auf das Niveau von Uranerz zu senken, von hunderttausend Jahren auf einige hundert Jahre. Ein wichtiger Schritt zur Erreichung dieses Ziels ist die Abtrennung der langlebigen Isotope von Americium (Am) und Curium (Cm) für die Wiederverwendung in schnellen Reaktoren. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde ein neuartiges Verfahren im Labormaßstab erfolgreich demonstriert, bei dem eine Reihe von 1,25 cm großen Zentrifugalkontaktoren, die durch additive Fertigung hergestellt wurden, und ein Simulanzmittel, das die wichtigsten Spaltproduktelemente enthält, zum Einsatz kommen. Americium und Cm wurden zu über 99,9 % von den Lanthaniden abgetrennt. Die Summe der Verunreinigungen des Am/Cm-Produktstroms unter Verwendung des simulierten Raffinats wurde mit 3,2 × 10-3 g/L ermittelt. Die Prozessleistung wurde unter Verwendung eines echten gebrauchten Kernbrennstoff-Raffinats mit hohem Abbrand in einem Batch-Verfahren validiert. Es wurden Trennfaktoren von nahezu 100 für 154Eu gegenüber 241Am erreicht. Alle diese Ergebnisse zeigen, dass das Verfahren in den technischen Maßstab skalierbar ist.
Ich ahne, dass es in die Richtung „Wir können unseren bisherigen Atomabfall in neuartigen Kernkraftwerken verfeuern“ geht. Das klingelt mein „Too-Good-To-Be-True“-Alarm ganz gewaltig: Wenn das tatsächlich in greifbarer Nähe wäre, hätte längst die Tagesschau darüber berichtet, oder?
Das soll nicht heißen, dass Du nicht recht hast. Aber wer von neuen Erkenntnisse berichtet, die dem bisherigen „konventional wisdom“ diametral widersprechen, ist derjenige, der sich Mühe geben muss, seine Aussagen zu belegen.