Den Eindruck habe ich auch.
Lass es mich noch einmal versuchen. Dein Argument ist ja, dass du pro kWh verkauften Strom mindestens so viel bekommen solltest, dass du in der Lebenszeit der Anlage die Investitionskosten wieder rein holen kannst, oder? So wie das auch vor einigen Jahren auch definitiv noch die Absicht vom EEG war.
Mein Punkt ist, dass es mehr einbringt, wenn man den Strom nicht verkauft, sondern selbst nutzt. Wenn du Ihn verkaufst, erhätst du 7 ct, musst aber trotzdem weiterhin 30 ct für den Strom aus dem Netz bezahlen. Du verkaufst also zu einem Zeitpunkt deinen billigen solarstrom, um ihn später wieder teuer einzukaufen. Wenn du hingegen, den billigen solarstrom selbst nutzen kannst, zahlst du effektiv nur die Investitionskosten deiner Anlage, also die 9,8 ct/kWh. Das sind 20,2 ct/kWh weniger, als wenn du den Strom aus der Steckdose holen würdest → Also 20,2 ct/kWh Gewinn, wann immer Du selbst Deinen Solarstrom verwendest.
Oder nochmal anders, der pro Kopf Stromverbrauch eines Deutschen liegt bei ca 1300 kWh pro Jahr (Quelle). Macht also, wenn dieser einfach aus dem Netz bezogen wird:
1300 kWh * 0,3 €/kWh = 390 € (Kosten pro Jahr und Person)
Hat man eine PV Anlage mit Speicher und erreicht eine Deckung des Eigenbedarfs von 80% ergibt sich nun:
1300 kWh * (0,098 €/kWh * 80% + 0,03 €/kWh * 20%) = 179,9 € (Kosten pro Jahr und Person)
Es wurden also 390€ - 179,9€ = 210,1 € erwirtschaftet.
Hast du eine PV Anlage die Ebenfalls 80% des benötigten Stroms erzeugen „könnte“, aber keinen Speicher, musst du den Strom zu 7 ct verkaufen, also ergibt sich:
1300 kWh * 80% * (0,07 - 0,098) € = - 29,12 €
Also macht, wie du richtig gesagt hast, die Anlage Verlust. Gleichzeitig zahlst du auch weiterhin die 390€ Stromkosten pro Jahr und Person.
Mein Punkt ist eben, dass der Fall mit dem Speicher durchaus Geld einbringt. Zudem finde ich vorstellbar, dass durch die niedrigen EEG Vergütungen genau das auch als gewünschtes Modell präferiert wird. Denn nehmen wir mal an, jeder würde sich weiterhin PV Anlagen anschaffen, die einfach dann Strom ins Netz einspeisen, wenn sie halt gerade Sonne haben. Dann führt das zu extremen Problemen in der Netzstabilität, die dann zur zeitweiligen Abschaltung bestimmter Erneuerbaren Anlagen oder dem hinzuschalten von Gasturbinen führt.
Hat jetzt aber jeder zweite Haushalt ne Batterie im Keller, schieben diese nicht mehr ihre Spannungsspitzen ins Stromnetz, sondern brauchen nur noch ab und an etwas Strom aus dem Netz, wenn der Akku leer ist und keine Sonne am Himmel steht.
Auf den ersten Blick, mag das mit den Speichern in diesen Fällen (Autobahn, Parkplätze) weniger geeignet sein, aber wie ich finde nur auf dem ersten Blick.
Gerade bei Parkplätzen gibt es doch ein riesen Potenzial, die Ladesäulen direkt mit den PV Anlagen über einen Pufferspeicher miteinander zu koppeln. Die Kunden müssten natürlich weiter denselben Preis für den Strom zahlen, da sie ja nicht bestimmen können, ob gerade noch was in der Batterie drin ist oder doch wieder aus dem Netz geladen werden muss. Also gleicher Fall wie bei den PV Anlagen auf dem Hausdach.
Nur bei den Autobahnen funktioniert das vermutlich eher weniger gut. Kann sein, dass es sich da wirklich nicht rentiert, das hängt dann sehr stark von den erzielbaren Investitionskosten ab. Zumindest dürfte z.B. die Montage deutlich günstiger sein.