Gute Idee, gibt es aber schon seit 22 Jahren.
Was auch der Grund ist, warum sie nur noch einen Bruchteil des Marktanteils wie früher haben. Ich war genau zur Hochzeit der Alkopops “Heranwachsender” und ich kann mich an den Hype gut erinnern (ja, durchgehend, weil ich damals nicht viel von dem Zeug gesoffen habe). Heute sehe ich die auch in Supermärkten nur noch vereinzelt im Verkauf.
Das Problem der Alkopops ist eher, dass die Steuer nicht mehr den gewünschten Effekt hat.
„Ready to Drink“ (RTD) ist heute eine der letzten Wachstumssparten der Alkoholgetränkefirmen. Die Alkopopsteuer greift ab 1,2%-9,9%.
Die Steuer ist so hoch, dass ein Verkauf mit der Steuer nicht tragbar ist. Somit werden die „heutigen Alkopops“ (welche rechtlich keine sind, da sie +10% haben) mit einem deutlich höheren Alkoholgehalt verkauft, als früher. Somit trinken Jugendliche nun zum feiern stärkere Drinks, als früher, und davon auch wieder mehr.
Man sollte also die Alkoholsteuer anheben und so die Spanne zwischen Alkoholsteuer und Alkopopsteuer verringern. Die Preise sollten so auf ein deutlich höheres Niveau angehoben werden, um so den Konsum zu steuern und zu verringern, wie es in anderen Ländern bereits passiert. Eine Zuckersteuer könnte noch zusätzlich greifen, wie in der Schweiz.
Die Alkopopsteuer selbst sollte nicht so stark teurer sein, wie heute, damit wieder weniger starke Getränke angeboten werden können und die jungen Erwachsenen nicht zu so starken Drinks greifen.
Das wäre meine Meinung dazu.
Läuft also im Endeffekt darauf hinaus das nur Leute mit Geld ungesund Leben dürfen. Alkohol, Zigaretten, Süßwaren einfach so teuer machen das es ein Luxusartikel ist und somit lediglich Leuten mit einem gewissen Einkommen zur Verfügung steht. Damit der Geringverdiener wenigstens lange gesund bleibt und arbeiten kann, bis er mit über 70 dann mit Grundversorgung in Rente geht. Achtung, kann Spuren von Zynismus enthalten.
Kannst du das auch belegen? Ready-to-drink ist ja auch so was wie Jack Daniels+Cola. Ich würde sehr anzweifeln, dass solche Getränke das Mittel der Wahl der jungen Generationen ist (die zudem ja auch immer weniger feiern gehen und Alkohol trinken). RTD dürfte eher durch Millenials wachsen die das Geld haben und die Bequemlichkeit schätzen. Als Teenager, wo man weniger Geld hat, mischt man sich die Getränke zudem doch eher selbst.
Mehr? Dafür kenne ich keine Belege
Stärker? Ja. Aber es ist geschmacklich halt auch ein Riesen Unterschied ob man einen Whisky Cola oder süße Brause kippt.
Ja, das kann ich belegen, wenn ich Dienstag wieder im Büro bin und die Getränke Zeitung in der Hand habe. Die Artikel sind online leider hinter einer Bezahlschranke. Aber auch bei diversen konzernen, wie Stock, pernod, diageo, bacardi, etc. sieht man das in den Geschäftsberichten.
Als getränk ist es immer Jack Daniels & Cola. Oder wodka mixer, Whisky mixer, tequilla mixer, etc.
Und auch die „Zuckerbrausen“ von früher waren wodkamixer. Weniger Zucker ist da heute nicht drin. Nur mehr Alkohol.
Hier wäre auch ein Artikel, mit der Kernaussage im Eingang, auch wenn es hier ebenfalls eine Bezahlschranke gibt.
"
Das Geschäft mit Spirituosen gerät zunehmend unter Druck. Erstmals verzeichnet keine der großen Schnaps-Kategorien ein Absatzplus – nur Mix-Getränke wachsen.
"
Danke für die Quelle, aber ich habe deine Kernaussage als “die Jugendlichen trinken jetzt härtere Getränke” aufgefasst und das beweisen die Verkaufszahlen nicht, dass der RTD-Markt wächst habe ich auch nie angezweifelt. Wir hatten hier jetzt zwei Untersuchungen die die Alterskomponente beim Konsum berücksichtigen und durch die eine wissen wir dadurch, dass die Gen Z weniger trinkt als Millenials und durch die andere, dass es unter Jugendlichen Pandemie-bedingt weniger “Rauschtrinken” gab und das Niveau jetzt wieder auf dem Vor-Pandemie-Niveau liegt, in der längeren Frist also stagniert. Das spricht beides gegen deine These. Das Marktwachstum von RTD-Getränken steht dem ja nicht entgegen, gibt ja noch genügend Erwachsene die dafür in Frage kommen und gerade unter Millenials gibt es einen generellen Trend zu mehr Convenience, daher halte ich es für am wahrscheinlichsten, dass die ursächlich für das Marktwachstum sind.
Und selbst wenn Jugendliche mehr RTD trinken, heißt das nicht, dass sie damit die selben Probleme mit sich bringen, wie Alkopops…
Wenn man mit 6 Dosen à 330 ml mit 10% Alkohol den gleichen Preis erzielen kann wie für eine Flasche 0,7 Liter mit 40% Alkohol (Beispiel Jacky Cola), dann kann man auch den Umsatz steigern wenn die absolute Menge verkauftem Alkohol rückläufig ist.
Die Zahlen was Konsum angeht sprechen jedenfalls nicht dafür, dass solche Produkte die gleiche Wirkung zeigen wie einst die Alkopops.
Denn deren Problem war ja, dass sie für diejenigen attraktiv waren, deine eigentlich vom Geschmack von Alkohol ferngehalten waren.
Wir haben hier einige Dinge die parallel richtig sind.
Junge Menschen trinken weniger Spirituosen.
Junge Menschen trinken weniger Wein.
Junge Menschen trinken weniger Bier.
Junge Menschen trinken mehr Biermischgetränke.
Junge Menschen trinken mehr Spirituosenmischgetränke.
Junge Menschen trinken insgesamt weniger rein Alkohol im generellen Durchschnitt.
Die Kategorie Alkopops ist so gut wie tot auf Grund der Alkopopsteuer. Das ist aber nur die rechtliche Betrachtung.
Im allgemeinen Getränkeverständnis sind aber alle alkoholischen Spirituosenmischgetränke als Alkopops zu verstehen. Ein Bacardi Breezer, Jack Daniels Cola, Aperol Spritz, Tequila Grapefruit, Cocktail Fertigmixe (Mojito, etc.), Gin Tonic, etc. Aus rechtlicher Sicht wären das alles Alkopops, wenn sie unter 10% Alkoholgehalt fallen würden. Der Zuckergehalt ist auch bei all diesen Getränken sehr hoch, da das Geschmacksprofil so angenehmer wird und man es ja auch nicht so deutlich deklarieren muss, wie bei normalen Lebensmitteln. Kalorien zählt keiner bei Alkohol.
Und nun zur weiteren Diskussion: Ja, wir haben noch nicht die gleiche problematische Situation wie vor über 20 Jahren. Ein höherer Konsum der Mischgetränke findet aber dennoch bei jungen Erwachsenen statt. Die älteren Menschen zeigen hier nicht die gleichen Konsumtendenzen. Und diese Alkoholmischgetränke, die nun im Wachstum sind, sind die ungesündere Variante der Mischgetränke im EU-Vergleich, da dort die Produkte weniger als 10% haben.
Aber insgesamt ist diese Alkopopdiskussion auch eine rein deutsche Diskussion. In anderen Ländern gibt es keine vergleichbare Alkopopsteuer, sondern nur allgemein höhere Alkoholsteuern, oder Zuckersteuern und Werbeverbote oder uhrzeitabhängige Verkaufsverbote, oder andere Altersbeschränkungen.
Die Deutsche Preis- / Steuerstruktur begünstigt deutlich ungesündere Produkte, nämlich mit +10% Alkoholgehalt und mehr Zucker zum Gegensteuern, da diese „nur“ die Alkoholsteuer zahlen müssen und nicht die Alkopopsteuer.
Ist Alkohol in Bier oder Wein, welche steuerlich günstiger sind, gesünder als in Alkopops? Ist ein bitterer Geschmack eine ausreichende Begründung für eine niedrigere Steuer, weil das auf junge Geschmäcker abstoßender ist?
Aber die grundsätzlichere Frage in diesem Thema ist, wie der Alkoholkonsum generell gesteuert werden soll und in welche Richtung und zu welchen Produkten. Was ist die richtige Balance zwischen Einschränkungen für Unternehmen und der gesellschaftlichen Gesundheit und was soll die Rolle von Alkohol in der Gesellschaft sein. Denn ein Komplettverbot eines Jahrtausende alten Rauschmittels ist nicht realistisch umsetzbar.
Ich für meinen Teil sehe eine allgemein höhere Steuer für Alkohol, Bier und auch Wein (und Zucker) für allgemein dienlich und nötig. Die spezielle Alkopopsteuer sehe ich als überholt an, da so ungesündere Produkte begünstigt werden. Das Problem war eher die zu kleine Differenz der Steuerhöhe zwischen Alkoholsteuer und Bier. Denn vor über 20 Jahren, konnte so eine Getränkekategorie aufgebaut werden, die eingeschlagen ist und den Konsumenten besser schmeckte als Bier und im Preisvergleich sehr konkurrenzfähig war. Deshalb müsste die Alkoholsteuer im Verhältnis stärker angehoben werden, als die Steuer für Bier.
Zusätzlich sind die Steuersätze nominal konstant festgelegt und wurden über Jahrzehnte nicht inflationsbereinigt. Z.B. Die Alkoholsteuer von ca. 13€ je Liter Reinalkohol gelten seit Jahrzehnten. Da könnte man praktisch ansetzen.
Wie misst sich das „mehr“? Umsatz? Nach ml Alkohol? Nach ml Getränk? Flaschen?
Mehr Biermischgetränke beutet in 2 von 3 Messvarianten wahrscheinlich schlicht weniger Alkoholkonsum.
Mehr Spirituosenmischgetränke kann alles mögliche bedeuten. Mehr als bevor sie bei Lidl in der Kühltheke standen? Wahrscheinlich. Mehr, weil man lieber eine Gin Tonic aus der Dose auf dem Weg zur Disko trinkt und dann im Club keinen Cocktail trinkt?
Aber hey, meinetwegen braucht es nicht 3 (oder mehr) verschiedene Alkoholsteuern. Die darf man gerne vereinheitlichen und dabei meinetwegen Alkohol insgesamt auch teurer machen.
durch höhere Preissetzung mehr Umsatz und tatsächlich auch mehr physisches Volumen.
Garantiert halt nicht, dass tatsächlich mehr getrunken wird. Wenn man jetzt lieber 6 GinTonic Dosen für den Abend mit Freunden kauft, statt einem Gin und zwei Flaschen Tonic, dann könnte das sogar (bei höherem Umsatz) zu weniger Alkoholkonsum führen.
Damit hätte die Gesellschaft vermutlich kein Problem, wenn weniger Alkohol getrunken würde. Nur die Unternehmen hätten damit wohl ein Problem. Auf lange Sicht würde das nämlich schon auch zu ingesamt weniger Alkohol führen.
Und es würden erhebliche Kapazitäten für wichtigere Steueraufgaben beim Zoll frei.
Das SIND Luxusartikel. Man kann locker darauf verzichten. Mache ich seit Jahren, bzw. geraucht habe ich noch nie.
Nicht alles worauf man verzichten kann ist ein Luxusartikel. Ich esse nie Bananen oder Avocados. Sollten also auch ruhig entsprechend besteuert werden weil ist ja Luxus!
Immer toll sich selbst als Mittelpunkt der Welt zu sehen und von sich auf alle anderen der Welt zu schließen. Grundsätzlich ist es doch Blödsinn über den Preis sowas zu regeln, weil das einfach nicht gerecht ist.
Alkohol, Zigaretten und Süßwaren sind im Gegensatz zu Bananen oder Avocados keine Lebensmittel, sondern sogar gesundheitsschädlich.
Und ich sehe mich gewiss nicht als Mittelpunkt der Welt. Ich bin nur ein Beispiel, dass es funktioniert.
Es gibt vieles, das in Deutschland ungerecht ist. Zum Beispiel die Verteilung des Wohnraums. Oder dass “Leistung muss sich lohnen“ von Leuten gesagt wird, die selber nichts leisten, sondern ihr Geld für sich arbeiten lassen, das sie entweder geerbt oder durch Ausbeutung erwirtschaftet haben. Aber wenn man Alkohol, Zigaretten und Zucker höher besteuert und dadurch die Gesundheit vor allem der ärmeren Menschen verbessert, sehe ich nicht, was daran “ungerecht“ sein soll. Gut wäre natürlich, wenn man die eigenommenen Steuern z.B. so nutzt, dass gesunde Lebensmittel erschwinglicher werden oder der KV-Beitrag geringer wird. Da hätten alle was von, aber vor allem natürlich die Menschen mit wenig Geld.