Kosten des Klimawandels

Hallo zusammen,

im Zusammenhang mit dem Klima kommt immer wieder das Argument auf, dass man sich Klimaschutz leisten können muss. Die Grünen fordern beispielsweise eine Erhöhung des Spritpreises von 16ct bis 2023 und im Klimaziel der Regierung sind 15,5ct bis 2025 enthalten. Damit macht man sich leider keine Freunde.

Aber wie ist es denn umgedreht? Was sind die real zu erwartenden Kosten des Klimawandels? Und hier meine ich nun nicht die Zerstörung der Natur und dass man bald keine Tiere mehr außerhalb von Zoos sehen kann oder Fische sterben. (versteht mich nicht falsch, das geht mir alles sehr nah und das Weltweite sterben wird dramatisch)
Ich möchte versuchen zu verstehen, was die Kosten für die Wirtschaft sind und was die Kosten für jeden einzelnen von uns sein können? Wie hoch sind diese Kosten bei 1,5°C und was sind die Kosten bei 2°C?

Meine Vermutung hier hinter ist natürlich, dass verpasster Klimaschutz und ein Aufschieben teurer ist, als echter Klimaschutz. Und diese Kosten müsste man ins Verhältnis setzen.

Habt ihr dazu was?

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Das hier ist schon etwas älter, aber ich würde mal bei den großen Rückversicherungen schauen:

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Noch ein sachdienlicher Hinweis dazu von der BpB:

und jetzt möchte ich die Frage noch etwas erweitern: Wann überschreiten wir den Break-Even Point zwischen Schaden und Kraft zur Kompensation?

Ein Beispiel: Bisher ist es uns gelungen, nach einem Hochwasser die zerstörten Gebäude weitgehend wieder aufzubauen, bevor das nächste kam. Wann kommen aber die Auswirkungen des Klimawandels so schnell und hart, dass wir das nicht mehr schaffen?
Dazu kann man sich auch ganz nett einen eigenen Kipppunkt suchen: Wann brennen die Wälder schneller ab, als man sie aufforsten kann? (Also ab wann ist das Waldsterben/-brennen nicht mehr zu verhindern?)

Zu dem Thema habe ich bisher nichts gefunden. Wenn jemand was hat, würde ich es gern mal lesen.

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Hallo zusammen,

ich finde das Thema ebenfalls spannend. Beim Thema Klimawandel (aber nicht nur) wird zwar gerne auf die verursachten Kosten durch eine Maßnahme hingewiesen, aber die „Unterlassungsalternative“ gerne ausgeblendet. Gerade in Hinblick auf die Wahl und Die Grünen höre ich sehr häufig das Argument, dass „man sich das leisten können muss“. Aber wir müssen uns das leisten, zumal es ja nicht nur um Geld geht. Selbiges kann man weder atmen noch essen.

Platt gesagt kann man sich überlegen, ob man nicht zur Arbeit fährt und sich das Geld für das Benzin spart. Das klingt sinnvoll, bis man einsieht, dass der Verdienstausfall deutlich höher ist.

Ich habe jetzt leider keine Quellen gefunden, die den ganzen Komplex beleuchten, zumal da, zumindest in der politischen Debatte, mehr Meinung als Fakten ausgebreitet werden. Und wie gesagt, ich halte es für ein Problem, dass das ein Wahlkampfthema ist, bei dem das „weiter so“ ein Option zu sein scheint.

Mich ärgert in dem Zusammenhang auch die Kostenverteilung. In der LdN wurde ja schön öfter die „Klimakopfprämie“ angesprochen. Ich denke, dass es nicht nur um die Bepreisung von CO2 gehen darf, wenn mit dem Geld nichts vernünftiges angestellt wird. Ohne Zweckbindung und gezielte Klimaförderung haben wir über kurz oder lang das Phänomen wie bei der Rente: es waren so viele Einnahmen da, dass man sich nahezu hemmungslos bedienen konnte und heute fehlt das Geld, was zur Riester-Rente und der unrühmlichen Aussagen von Herrn Lindner führte.
Ich sehe halt nicht, dass wir diese Verteilungshypothek beim Klima haben.

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Es ist schon frustrierend wenn man sich das Alter der Links ansieht. Die politischen Entscheidungen dagegenhält und die Auswirkungen auf den Klimaschutz damit abgleicht.

Leider wird das „weiter so“ passieren weil der Leidensdruck durch die Auswirkungen des Klimawandels noch so erträglich sind und die Erkenntnis dass sich grundlegend etwas ändern muss noch nicht vorhanden ist.

Jeder der versucht auszuscheren um sich zu ändern wird feststellen dass der Widerstand bzw. die äußeren Zwänge immer stärker werden je weiter man sich von der Kerngruppe entfernt. Um also wirklich was ändern zu können müsste es Einsicht und Änderungen in der Kerngruppe geben. Änderungen in der Kerngruppe dauern lange oder werden durch prägende „Ereignisse“ hervor gerufen.

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