Das Theater um Venezuela ist noch gar nicht richtig vorbei, da wird bereits weiter gezündelt:
President Donald Trump said US forces will „start now hitting land“ in Mexico targeting drug cartels, following months of naval strikes against narcoboats. Mexican President Claudia Sheinbaum has expressed opposition to this move. […] Trump provided no additional information on the timing or scope of the planned land attacks.
Wie gesagt, Trump ist aktuell komplett im „Sugar Rush“ von der erfolgreichen militärischen Aktion in Venezuela und es droht die Gefahr, dass er in diesem Rausch weitere, sehr dumme Dinge tut, sei es in Mexiko, Kuba oder Grönland. Leider gilt das nicht für Russland, weil Trump sich gezielt nur mit Ländern anlegen will, die einfach keine Chance haben, wirkungsvoll zurück zu schlagen.
Ich hoffe wirklich, dass diese Art der Politik noch bei hinreichend vielen Amerikanern (auch Republikanern) auf so viel Widerstand stößt, dass Trump rechtzeitig Einhalt geboten wird. So wie es aktuell aussieht entwickelt sich Trump zur größten Gefahr einer regelbasierten Weltordnung, weil bei ihm „Wollen“ und militärischen „Können“ zusammen fallen. Also nein, die USA sind nicht „schlimmer als Russland“, aber sie sind auf dem gleichen imperialistischen Pfad und militärisch weit, weit gefährlich als Russland es je werden wird.
Die USA sind jetzt sowohl innen- als auch außenpolitisch klar auf dem Weg in etwas, das man durchaus treffend als Faschismus bezeichnen kann und auch sollte. Wir müssen von diesem elendigen Appeasement wegkommen, das bereits wieder im vollen Gange ist, wenn als Reaktion auf Trumps völlig unberechtigte Forderungen direkt gesagt wird, man müsse jetzt diskutieren, wie man den Amerikanern entgegen kommen könne. Nein, wir müssen jetzt diskutieren, wie wir uns auf das Schlimmste vorbereiten können.
Bin da emotional bei dir und auch inhaltlich, sofern du damit sagen willst, dass wir durch militärische und wirtschaftliche Antrengungen unabhängiger von Amerika werden sollten.
Aber, diese Woche saß Eva Quadbeck bei Lanz und es ging auch um Merz Doppelmoral Reaktion auf Amerikas völkerrechtswidrigen Eingriff in Venezuela. Sie hat dazu sinngemäß gesagt, dass Merz natürlich nicht den Angriff Amerikas als völkerrechtswidrig einstufen könne, zumindest nicht wortwörtlich vor laufender Kamera oder in einem offiziellen Statement, da er in der Koalition der Willigen auf Amerika wegen der Friedensanstrengungen für die Ukraine angewiesen ist.
Merz hätte inhaltlich recht, kann sich einen verärgerten Trump aber nicht erlauben und man hätte auch nichts von der inhaltlichen Klarheit, auch wenn man sie sich wünschen würde, weil Doppelmoral eben Mist ist.
Ja, das ist genau das Problem, warum wir aktuell so handeln müssen, wie wir es tun.
Das Problem dabei ist, dass wir damit natürlich Trump den Eindruck vermitteln, dass er immer weiter gehen kann. Wenn Europa nix zu Venezuela sagt, machen wir in Kuba weiter. Dann annektieren wir vielleicht einen Teil von Mexiko (was historisch übrigens nicht das erste Mal der Fall wäre… (Texas annexation - Wikipedia). Und wenn die EU dann immer noch die Füße still hält nehmen wir uns halt Grönland vor…
Hat was von dem berühmten Gedicht von Martin Niemöller:
Irgendwo muss Europa eine Linie in den Sand ziehen, idealerweise nicht erst, wenn es selbst direkt betroffen ist, sondern spätestens dann, wenn eine andere Demokratie angegriffen wird (z.B. Mexiko). Idealerweise würden wir diese Linie natürlich schon vor Venezuela und Kuba ziehen, aber die Abwägung zwischen „Amerika als Verbündeten zu verlieren“ und „Für das Völkerrecht einzutreten“ scheint aktuell zu Amerikas Gunsten auszugehen. Aber spätestens wenn Trump sich gegen eine Demokratie richtet, egal ob Dänemark, Mexiko oder Kanada, müssen wir mit absoluter Entschlossenheit handeln. Denn dann ist Trump definitiv exakt genau so schlimm wie Putin und wir müssten dann in den sauren Apfel beißen, und Putin ohne Trump in Schach halten. Was wir nebenbei jederzeit könnten, wenn wir bereit wären, auf Wohlstand zu Gunsten einer Kriegswirtschaft zu verzichten. Das wollen wir aktuell aber noch nicht. Aber Trumps Griff nach Mexiko könnte uns dazu zwingen.