Kommende Akkutechnologien

Liebes Kennzeichen-E-Team,

Ich lege mich fest und sage, dass für ca. 95% aller Verbraucher ein Verbrenner im Jahr 2035 nicht mehr in Frage kommt bzw. die weitaus schlechtere Option ist.

Begründung sind die anstehenden Innovationssprünge durch Feststoffbatterien und Natriumionen-Akkus - ggf. Könnte man noch die Vorteile des bidirektionalen Ladens on top packen.

Könnt ihr in kommenden Folgen auf diese beiden Akkutechnologien eingehen, diese näher beleuchten und aufzeigen, warum damit ein Großteil an gängigen Kontraargumenten gegen E-Autos wegfällt?!

Vielen Dank und beste Grüße

Es scheint sich gerade unglaubliches zu tun mit einer “Wunderbatterie” von Donut Labs aus Finnland, die die Karten anscheinend komplett neu mischt:

Donut Lab startet Beweis-Serie: VTT hat Batterie getestet

Donut Platform - Redefining Electric Mobility

Ich verfolge das jetzt seit Wochen und selbst der Batterie Podcast des Helmholtz-Instituts Ulm ist immer aufgeregter:

ENTHÜLLT :collision: Dt. Firma steckt hinter weltweit 1. Festkörperbatterie (Donut-Akku)

Das hat Tom Böttcher ganz gut eingeordnet:

Kurze Zusammenfassung (chatGPT):

Das Video beleuchtet einen aktuellen Hype um einen vermeintlich revolutionären Feststoff-Akku, erklärt die Versprechen dahinter, ordnet sie kritisch ein und weist auf die realistischen technischen Grenzen solcher Batterie-Innovationen hin.

Hier ist eine detaillierte Liste der wichtigsten Punkte, die im Video „DIESER neue ‚WUNDER‘-Akku soll ALLES schlagen“ (Tom Bötticher) aufgeführt werden — kritisch und strukturiert statt nur reißerisch:


:pushpin:

1. Grundthese des Videos

  • Das finnische Startup Donut Lab präsentiert angeblich eine neue Feststoff-Batterie, die alle marktüblichen Lithium-Ionen-Akkus übertreffen soll.

:battery:

2. Was Donut Lab behauptet

Tom erklärt die zentralen Leistungsversprechen des Unternehmens:

  1. Extrem hohe Energiedichte – ca. 400 Wh/kg, deutlich über heutigen Li-Ion-Akkus.
  2. Sehr schnelles Laden – angeblich 0 → 100 % in nur ~5–10 Minuten.
  3. Unglaublich lange Lebensdauer – bis zu 100.000 Ladezyklen.
  4. Hohe Sicherheit – kein brennbarer Elektrolyt wie bei klassischen Li-Ionen.
  5. Geringere Kosten (laut Hersteller) und Materialverfügbarkeit.

:test_tube:

3. Kontext: Feststoff-Batterien allgemein

  • Feststoffakkus gelten als potenziell nächste Generation, weil sie Elektrolyte ersetzen und theoretisch sicherer/langlebiger sein könnten — aber bisher kaum serienreif.

:red_question_mark:

4. Kritische Einordnung im Video

Tom (Chemiker & Akku-Fachmann) nimmt die Donut-Aussagen auseinander und nennt mehrere kritische Punkte:

:warning: a)

Unverifizierte Zahlen

  • Die versprochenen Spezifikationen stammen nur vom Hersteller – es gibt keine unabhängigen Messprotokolle oder Peer-Reviewed-Daten.

:warning: b)

Technische Plausibilität

  • Kombination von sehr hoher Energiedichte + ultrakurzer Ladezeit + extrem hoher Zyklendauer widerspricht aktuellen physikalischen Grenzen und bekannten Batterieforschungen.

:warning: c)

Reale Serienreife zweifelhaft

  • Branchenexperten betonen, dass Feststoffakkus weltweit noch nicht in großem Maßstab produziert werden.

:warning: d)

Marketing vs. Wissenschaft

  • Ähnlich wie bei früheren „Wunder-Batterien“ könnte es mehr um PR, Investoren und Hype gehen als um validierte Technik.

:brain:

5. Externe Stimmen und Zweifel (zusätzlicher Kontext)

Das Video selbst verweist auch auf Diskussionen und Skepsis in der Fachcommunity :

  • Einige Branchenexperten bezeichnen die Donut-Aussagen als „zu gut, um wahr zu sein“ oder sogar als übertriebenen Hype.
  • Skeptiker zeigen ähnliche Argumente wie Tom: fehlende unabhängige Prüfung, unrealistische Kombination von Leistungskennzahlen etc.

:receipt:

6. Zusammengefasst: Take-Home Messages

:small_blue_diamond: Donut Lab behauptet eine revolutionäre Feststoffbatterie.

:small_blue_diamond: Die versprochenen Daten würden alle bisherigen Akkugenerationen übertreffen.

:small_blue_diamond: Doch viele dieser Behauptungen sind nicht durch Dritte bestätigt.

:small_blue_diamond: Externe Kritik betont technische Unwahrscheinlichkeit und möglichen Marketing-Hype.

:small_blue_diamond: Ob ein echter Durchbruch vorliegt, wird erst zuverlässige Test- und Serienpraxis zeigen.


Mein persönliches Fazit: Hört sich zu gut an um wahr zu sein. Aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren.

2 „Gefällt mir“

Es ist doch heute von 3., neutraler Stelle bestätigt worden, dass die Ladegeschwindigkeit stimmt! Siehe oben!

Und hier:

Krass und spannend. Mal sehen ob der Rest auch passt. Ich kauf das E-Motorrad mit dem Akku …

Hier gibt es auch noch eine kritische Einordnung dazu:

Das Fazit lautet: Es hängt an der Kühlung.

Leider kenne ich mit mit den Kühlleistungen moderner E-Autos im Detail nicht aus, aber wenn schon normale Lithiumbatterien mit wässrigen Elektrolyten (der weniger Wärmeverluste produzieren sollte) bei der Kühlung z.B. an Superchargern an ihre Grenzen kommem, dann kann ich mir gut vorstellen, dass es bei Festkörperakkus noch schlimmer wird.

Was nützt es dann also, wenn die Batterie chemisch sehr hohe Ladeströme aushält, wenn in der Praxis das ganze wegen der Temperatur runter geregelt werden muss.

1 „Gefällt mir“

Naja, thermisch anspruchsvoll wurde es bei dem Test bei 11C. Das hieße ja bei einem 60kWh Akku schon 660Watt Ladeleistung. Solche Säulen gibt es ja nirgends. Unabhängig von der tatsächlichen Technologie sind die Ladeleistungen schon extrem gut.

1 „Gefällt mir“

Wer es genauer wissen will:

Tom Böttcher ordnet die Daten sehr gut ein.
Fazit:
Zu früh um von einem Scan zu sprechen aber weiterhin Grund zu Skepsis.
Ladekurve entspricht der einer herkömmlichen NMC-Zelle, die auf Schnelladung optimiert ist. Energiedichte ist (geschätzt) ebenfalls irgendwo im Mittelfeld schon bestehender Systeme.
Da die Daten alle nur scheibchenweise veröffentlicht werden, ist eine Gesamtaussage schwer.

In Pilotprojekten gibt es schon 1 MW und mehr: Megawatt Charging System – Wikipedia .

1 „Gefällt mir“

— Wie immer alle Angaben als Halbwissen einzuordnen - aber wenn ich nicht glauben würde einigermaßen richtig zu liegen, dann würde ich Fragen stellen statt Aussagen zu treffen. Nichtsdestotrotz könnte alles falsch sein :slight_smile: in dem Fall freue ich mich auf Korrektur —

Nochmal kurz zur Einordnung: erwartete und versprochene Technologiesprünge auf den angesprochenen Gebieten sind immer mit äußerster Skepsis zu behandeln.

Bei erwarteten Verbesserungen weiß niemand, ob nicht doch die letzten Problemchen zu Hindernissen werden. Bei versprochenen Verbesserungen weiß zwar eine Partei Bescheid, diese hier scheint sich allerdings nicht aus dem Fenster zu lehnen um konkrete Beweise zu liefern. Natürlich kann das ein Marketing-gag sein um den Hype weiter aufzubauen. Aber genausogut können die Hersteller noch im Endstadium von Fake it till you make it sein, und sich auf den letzten Metern übernehmen. Oder die versprochenen Eigenschaften können sie liefern, aber andere, essenzielle dann vielleicht nicht. Wenn die eine superbatterie aus supergünstigen Materialien zaubern können, aber die Herstellung superkompliziert ist, dann bringt das ganze auch Nix. Wenn ich mich recht erinnere, sagt auch Böttcher, dass er dieses Thema nur so umfassend behandelt, weil er Unternehmenszugehörige kennt, denen er so einen betrugsversuch nicht zutraut. Aber wussten bei zb Theranos viele Leute genau Bescheid? Kann ich mir nicht vorstellen (aber wird wohl gut genug aufgearbeitet sein um das rauszufinden).

Generell gilt:

  1. Feststoffakkus waren mal ein Wunschtraum, hauptsächlich, weil das als praktikable Möglichkeit galt, die Sicherheitsproblematik einzudämmen. Heutige Zellen sind aber bereits außerordentlich sicher. Für gewisse Nischen mögen sich noch Vorteile ergeben. Als Wunderprodukt für den Massenmarkt ist „solid state“ meines Wissens kein Argument mehr. Was nicht heißt, dass die nicht kommen. Aber diese eine Eigenschaft wird eher Randnotiz sein als Verkaufsargument.

  2. Natrium wird auch auf Dauer nicht die eierlegende wollmilchsau. Es wird Anwendungen geben. So wie für die vielen, vielen verschiedenen Lithium-Zellchemien auch. Das Problem bei Natrium (ebenso wie bei den mittlerweile zurecht beliebten LFP-Zellen): das hauptversprechen ist ein niedriger Preis. Und was nichts kostet, wird nicht recycelt. Das lohnt sich auch aktuell in Deutschland eigentlich nur für die „Luxus“-Chemien basierend auf menschenrechtlich höchst problematischen und umweltschädlichen Schwermetallen. Cobalt, Nickel, Kupfer. Das lässt sich wirtschaftlich zurückgewinnen. Für Lithium wird bereits jetzt nur wegen rechtlicher Auflagen zusätzlicher Aufwand betrieben.

1 „Gefällt mir“

Eine kleine Bitte: ich freue mich über jede gute Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten. Aber (zumindest auf meinem mobilen endgerät) besteht dieser Beitrag in der Länge fast ausschließlich aus Trennzeichen (Leerzeilen und bei mir riesig dargestellte Emoji (nennt man die Dinger auch so?)).

Wäre es in Zukunft möglich, die wichtigen Punkte etwas besser formatiert aufzuführen? Und eine KI-generierte Zusammenfassung der KI-generierten Zusammenfassung ist auch etwas unnötig wie ich finde :smiley:

4 „Gefällt mir“

Die ganze Geschichte mit Donut wird immer unwahrscheinlicher:

Aus meiner Sicht sehr schade, da solches Verhalten es anderen Startups der Branche schwerer macht, Investoren zu finden.

3 „Gefällt mir“

Auch Chip setzt sich mit den ersten Tests auseinander. Im Ergebnis herrscht da Skepsis, ob wirklich ein Solid State Akku getestet wurde. Betriebsparameter & Ladestrategie deuten auf einen konventionellen Akku hin.

Aber Sicherheit darüber gibt es nicht.

https://www.chip.de/news/auto-fahrrad/unabhaengiger-test-zeigt-finnischer-superakku-ist-eine-ganz-normale-batterie_aad724c0-6a65-4e2d-bcb3-f64e82146c94.html

Donut hat ein weiteres Video samt Testbericht veröffentlicht (Quelle). Dabei scheint es wohl eine Ausgasung gegeben zu haben. hier eine Einordnung dazu:

Eine kleine Einordnung zu den generellen Innovationen im Bereich Akkutechnologien.

Wer heute ein Auto kauft, dessen Markteinführung schon etwas her ist, bekommt üblicherweise 3-6 Jahre alte Akkutechnologie und die zugehörige Ladetechnologie. Bei neu eingeführten Autos sind es 1-2 Jahre. Das kann auch für einen entsprechenden Facelift gelten (muss aber nicht)

Was ich damit sagen will ist, wir schauen immer auf alte Technologien, die Akkus sind schon deutlich weiter. Gerade bei den Innovationszyklen in der Akkutechnologie ist es deutlich zu merken.

Deshalb brauchen wir auch keinen Wunderakku (auch wenn es schön wäre), sondern große Verbesserungen kommen automatisch auf den Markt mit den neuen Modellen.