Klimawandel

Ist ein Urteil angekündigt für dieses Jahr bezüglich Klima?

Es gibt Klagen, die das Bundesverfassungsgericht irgendwann entscheiden muss. wenn es sich damit beschäftigen will..

Tja, aber den Menschen ist das kurzfristige Problem wichtiger als das langfristige Problem.
D.h. wenn durch nützliche Klima-Massnahmen heute Arbeitsplätze verloren gehen und die Menschen Wohlstand verlieren, dann werden die meisten betroffenen Menschen das nicht mitmachen.
Moralisch perfekt kann man sich nur verhalten, wenn man davon nicht betroffen ist.

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Das hat nichts mit Moral zu tun, sondern mit den Lebensbedingungen mindestens unserer Kinder, wenn nicht sogar noch von uns selbst.

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Nicht Klima-Maßnahmen gefährden Arbeitsplätze, sondern KEINE Klima-Maßnahmen gefährden Arbeitsplätze. Nicht Klima-Maßnahmen gefährden Wohlstand, sondern KEINE Klima-Maßnahmen gefährden Wohlstand.

Alleine der Bereich erneuerbare Energien bietet massenhaft zukunftsfähige Arbeitsplätze.

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Übrigens: Das ist eine vermeintliche Binse, die nachweislich so nicht stimmt. Es gibt schon länger Forschung zur sog. “carbon leakage” (Fachbwgrof dafür, dass an einem Ort vermiedene Emissionen anderswo durch verstärkte wirtschaftliche Aktivität ausgestoßen werden) und Maßnahmen, diese zu verhindern (bspw. Klimazölle, Klimaclubs). Ich habe den Eindruck, dass die Forschung zunächst sehr davon ausging, dass sich einseitige Dekarbonisierung eher nicht lohne, neuere Erkenntnisse wurden dann immer optimistischer (zumal neue Instrumente wie Klimazölle entwickelt wurden).

Jetzt aber der Knaller: Laut einem Paper von Bilal & Känzig (2025) würde sich Klimaschutz für hinreichend große Akteur:innen - wie die EU - sogar auszahlen, wenn niemand mitzöge (was, wie schon allfällig hier angemerkt, nicht der Fall ist!). Das liegt u.a. daran, dass globale Klimaverändeungen negative Auswirkungen auf Lieferketten haben, von denen solche Akteur:innen abhängen und dass diese Akteur:innen einfach so viel ausstoßen, dass ihre vermiedenen Emissionen schon einen Unterschied machen.

S. hier: Does Unilateral Decarbonization Pay for Itself? - American Economic Association

Für alle, die nur Titel lesen: Die Autoren beantworten die Frage mit Ja. :wink:

Edit: Das übliche Caveat: Es ist nur ein Paper und sicher noch nicht Konsens, da es noch neue methodische Ansätze enthält (eben die Berücksichtigung der Temperaturänderung global). Es gibt aber ernstzunehmende Hinweise, dass dies zumindest die grobe Richtung ist und das Paper ist in einem renommierten Forum erschienen.

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Ein weiterer guter Interviewpartner wäre in meinen Augen Christian Stöcker. Bin gerade nochmal über einen Artikel gestolpert, der ganz gut darlegt, warum manche Diskussionen in eine bestimmte Richtung gehen. Sein Buch “Männer, die die Welt verbrennen” kann ich ebenfalls wärmstens empfehlen.

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Da ich ü50 bin und im Rheinischen Revier großgeworden bin, weiß ich, dass es sinnlos ist, sich gegen Strukturwandel zu wehren. Er wird kommen, auch ohne Klimaambition. Es lebt sich besser, sich positiv drauf einzulassen und zu gestalten.

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So ehrlich müssen wir schon sein, dass einige Jobs schon durch manche Maßnahmen wie ein Verbrenner-Aus gefährdet wären, allerdings können anderswo neue Jobs entstehen, sie entstehen umso eher im eigenen Land, je früher die Politik die Zeichen der Zeit erkennt.

Beim Verbrenner kann es sein, dass sich der Wandel vor dem Jahr 2035 passiert und dass die Politik mit einem Aus des Verbrenner-Aus nichts gewonnen hat.
Durch die Explosion der Spritpreise dürften noch mehr Leute in diesem Jahr mit dem Gedanken spielen, sich demnächst ein E-Auto zu kaufen

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Natürlich werden sich die Jobs verändern. Sie werden aber auch zukunftsfester. Wir haben nicht ohne Grund keine Pferdekutschen-Industrie mehr.

Auch mein Job, den ich seit 10 Jahre mache, verändert sich durch die Digitalisierung rasant und wird sich in den nächsten 10 Jahren vermutlich noch viel stärker wandeln.

Edit: Grammatik

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Doch damit der Hype nicht wieder verpufft, fordern Fachleute politische Rahmenbedingungen

Und das sehe ich mir der aktuellen Regierung nicht.

Leider gibt es auch Bereiche, wie die Industrie, die politische und wirtschaftliche Unterstützung braucht. Das kann der Hype bei der Privatperson nicht leisten.

Entschuldige, aber dieses ermüdende framing von Wirtschaft gegen Klima ausspielen wird nicht richtiger, nur weil du es wiederholst.

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Diese Betrachtung springt m.E. zu kurz. Das Streben nach klimaneutralität hat viel mehr Einfluss als unsere CO2 Reduktion allein!

Politik setzt die Richtung in welche Technologie investiert wird.
Durch das deutsche EEG hat sich die Solarenergie technisch enorm verbessert und deren Skalierung / Massenproduktion hier und in China enorm beeinflusst.

Wird mit der Wärmepumpe wahrscheinlich ähnlich laufen. Die Grünen bringen das Ding hier zum Laufen, CDU haut die Bremse bei der Technologie rein, und am Ende holen die strategisch (nicht unbedingt ökologisch) denkenden Chinesen den Jackpot.

https://www.focus.de/earth/solar-debakel-2-0-jetzt-greift-china-auch-europas-waermepumpen-branche-an_803e528a-3d27-427c-b0de-476559518676.html

eine WP muss auch nicht durch die Straße von Hormus, bin mir sicher die Chinesischen Politiker wissen das. Bei unseren Politikern… :thinking:

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Zusammenfassung dieses Artikels:

China verfolgt mit einem staatlich gestützten Aktionsplan zur Förderung einer hochwertigen Entwicklung in der Wärmepumpenindustrie ein breit angelegtes „Top-Down“-Programm, um bei Wärmepumpen – wie zuvor bei Solar – zur weltweiten Nummer eins zu werden und sieht Europa als Hauptzielmarkt.

Daraus droht Europa eine starke Abhängigkeit: chinesische Hersteller könnten mit günstigen, subventionierten Produkten europäische Anbieter aus dem Markt drücken, wodurch Wertschöpfung, Technologiekompetenz und industriepolitische Souveränität verloren gingen.

Die Wärmepumpe ist aus chinesischer Sicht der nächste große „Clean-Tech“-Markt nach PV und Elektroautos; der Artikel warnt explizit vor einem „Solar-Debakel 2.0“ für die europäische Heizungsbranche.

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Dein anhaltendes Schweigen sind neben den offensichtlich tendenzösen Inhalten deines Posts ei weiteres Indiz dafür, dass du nicht an einer ehrlichen Diskussion interessiert bist…

Trotzdem ergänze ich zu diesem Punkt noch: nicht nur suggeriert niemand das, was du unterstellst, das Ziel der Klimaneutralität ist auch nicht von Deutschland (oder Europa) alleine gesteckt worden sondern das Ergebnis eines internationalen Vertragswerks.

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Allein durch Ihre Möglichkeiten zur Skalierung und den oft geschützten chinesischen Markt, haben die Chinesen einen riesengroßen Vorteil. Wenn jetzt chin. (Versteckte) Subventionen auf unsere Heizunhsförderung trifft, haben die Chinesen gute Karten.

Hier muss auch ein europäischer „local content“ als Vorraussetzung für die europäische/ deutsche kaufförderung her.
(Ähnlich wie bei den Elektro Autos)
Aber mit Reiche in Wirtschaftsministerium wird das nichts, die war m.e. Eine verantwortliche für den Untergang der deutschen Solar Industrie…

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Und im Ergebnis haben wir die Solarindustrie an China verloren. Das droht uns bei Elektromobilität und Wärempumpe jetzt auch.

Deshalb sollte wir es jetzt besser machen und als Europa wirtschaftlich strategisch handeln und die Technologien nur in Europa fördern. China und die USA sind ja auch keine offenen Märkte.

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Etwas zynisch:

Wenn Deutschland weiterhin führend bei fossilen Techniken wie dem Verbrennermotor und der Gasheizung sein will?
So hab ich Frau Reiche verstanden . :wink:

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