Klimakrise/Klimaklagen

Die Klimakrise kommt mir im Podcast zu kurz.

Sie zerstört irreversibel unsere Lebensgrundlagen. Und das gerät immer mehr in den Hintergrund - generell in den Medien und leider auch in diesem Podcast.

Wie wäre es mit einem Gespräch dazu mit Sebastian Seiffert (Uni Mainz) ?

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Heute ist Folge 460 erschienen. Ein Interview mit Roda Verheyen.
Da ich Lage Plus habe ist es eventuell bei mir früher erschienen als bei dir. In der Folge wird die Klimakrise bzw. was Klagen dagegen bewirken können intensiv besprochen

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Eine ausgesprochen interessante Folge.
Es war mir gar nicht bekannt, wie viele unterschiedliche Klimaklagen liefen und laufen.

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Danke, guter Hinweis!

Insgesamt kommt mir die Klimakrise mit ihren Auswirkungen - Zerstörung der Lebensgrundlage der Menschheit - gerade im Vergleich zur klaren Haltung von Ulf und Philipp zum Thema “Wehrpflicht” deutlich zu kurz.
Für unsere Freiheit sollen wir bereit sein zu kämpfen - während der Erhalt der Lebensgrundlagen auch mal gelegentlich erwähnt wird.
Diese Wertung ist mir nicht nachvollziehbar. Sie folgt der fossilen Logik: Wir finanzieren weiter Putins fossilen Energien und sollen gleichzeitig potentiell gegen ihn kämpfen - und die Diskussion geht ums Kämpfen - nicht darum, dass wir die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen finanzieren?
Also @vieuxrenard und @philipbanse bitte denkt nochmal drüber nach, wie Ihr die Klimakrise behandelt und darstellt.

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Hm, ich kann die Kritik nicht nachvollziehen. In der Lage werden Klimawandel-verbundene Themen doch in fast jeder Folge angesprochen.

Das Interview wurde ja schon angeführt, aber für die Folgen der letzten Monate fallen mir spontan (und etwas ungeordnet) die Beiträge zum „Verbrenneraus“, Energiewende in den Schattierungen Batteriespeicher, Smart Meter/Grids, Solaranlage zu Hause sowie COP etc. ein. Auch Heizungsgesetz, Tempolimit und andere Massnahmen waren in den letzten Jahren Thema und „Green Steel“ ist bereits geteasert.

Was es in der Tat weniger gibt sind Beiträger der Form „Klimawandel ist ganz schrecklich und wenn wir nix machen wird alles noch schlimmer“ - aber das ist eh Konsens und ich persönlich finde die Frage „Was können wir machen?“ viel interessanter.

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Mich würde z.B. brennend ein kritisches Interview mit Unions- und SPD-Granden interessieren zur massiven Diskrepanz zwischen deren Lippenbekenntnis “Natürlich ist Klima-Schutz” wichtig und deren konkreten Tun in der Regierung(sfraktion und -partei). Ziel wäre es, einmal programmatisch herauszuarbeiten, durch konkret welches Maßnahmen nach deren Vorstellungen der CO2-Ausstoß reduziert werden soll. Das Kaliber der Interviewpartner müsste aber in der Partei hoch aufgehängt sein, also eine Hinterbänkler oder sog. “Fachpolitiker”, sondern gar nicht jemand von der Klima-Union.

Ich vertraue darauf, dass sich Ulf und Philipp sich nicht aufs Glatteis führen lassen mit leeren Worthülsen wie “aber die Wirtschaftsverträglichkeit …” und “aber die Sozialverträglichkeit … ”, oder “Technologieneutralität”.

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Der aktuelle Podcast war sehr interessant. Es war schön zu erfahren wie viele unterschiedliche Klimaklagen auf unterschiedlichen Ebenen laufen und welche Urteile es schon gab.

Das ganze Thema sehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Auf der einen Seite ist es gut zu sehen, dass es rechtliche Hebel gibt dem politischen Versagen entgegenzuwirken. Auf der anderen Seite sehe ich es sehr kritisch, dass man versucht deutsche Konzerne für Schutzmaßnahmen und Schäden verantwortlich und haftbar zu machen. In der heutigen Zeit in denen der Nationalismus immer mehr um sich greift, ist es in meinen Augen ein Bärendienst große deutsche Firmen für lang zurückliegende Klimafeindlichkeit zur Rechenschaft zu ziehen.

Ergänzung: Ich möchte noch kurz begründen warum. Im konservativen und rechten Spektrum wird gerade alles was mit Klimaschutz und Erneuerbarer Energie zu tun hat als Industrie und Standortfeindlich dargestellt. Klagen und falls es soweit kommt Urteile gegen Deutsche Unternehmen werden dann Wasser auf die Mühlen derjenigen sein, die den Klimaschutz als Wohlstandsvernichtung darstellen. Wenn die Arbeitslosenzahlen dann noch weiter steigen das ein oder andere Unternehmen neben hohen Energiekosten noch Strafzahlungen und entsprechende Urteile zum Anlass oder Vorwand nimmt Stellen Abzubauen oder den Firmensitz in „freundlichere Länder“ zu verlagern beginnt hier die Hütte zu brennen.

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Diese Folge fand ich besonders spannend, auch weil ich selbst in einem sehr ähnlichen Thema drin bin, nur geht es bei uns um sehr konkrete Bergbauprojekte.

Ich habe sehr aufgehorcht als erwähnt wurde das auch Heidelberger Materials (oder wie auch immer sie gerade heißen, das ändert sich ständig) beklagt wird in den Klimaklagen. Parallel dazu versucht Heidelberger riesige Kieslagerstätten neu auszubeuten (vor allem in den neuen Bundesländern weil es da immer noch unterschiede in den Gesetzen gibt und das Bundesbergrecht seit vielen Jahrzehnten nicht mehr angefasst wurde) um daraus vor allem Baustoffe allen voran Zement herzustellen. Diese Erschließung der Lagerstätten wird auch politisch vorangetrieben, auch indem z.B. die Umweltprüfungen immer weniger Gewicht haben in den Genehmigungsverfahren. Auch hier in unseren Breiten ist der Klimawandel zu sehen und zu spüren. Trotzdem werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht in den Genehmigungsverfahren betrachtet.

Ich habe den Podcast direkt mal in meinem Netzwerk geteilt. Viele der Argumente können wir auch für unsere Arbeit gegen Bergbauprojekt mit verwenden. Danke dafür.

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Für Interessierte hier ein Buch-Tipp:

Rights of Nature: Ein außergewöhnlicher Ansatz, der Klimaschutz und Umweltschutz einen großen Schritt voranbringt

Von Kolumbien bis zur Nordsee: Die Umweltaktivisten der weltweiten Bewegung für die Rechte der Natur stellen unser Weltbild auf den Kopf und nutzen das Recht, um die Klimakatastrophe zu bekämpfen

Es ist Zeit, fundamental neu nachzudenken über unsere Beziehung zur Natur. Die Bewegung für die Rechte der Natur tut dies und fordert, dass die Natur als Rechtssubjekt anerkannt wird: die Natur als juristische Person, deren Rechte eingeklagt werden können. Immer mehr Natureinheiten – wie Wälder, Flüsse oder Berge – werden weltweit als Rechtspersonen anerkannt. Das Manifest »Das Meer klagt an!« zeichnet den Kampf für die Rechte der Natur nach: von Süd- und Nordamerika über Afrika und Asien bis zu uns in Europa, wo die Embassy of the North Sea für die Rechte der Nordsee eintritt.

Ein neuer Ansatz zur Klimadebatte, der es schaffen kann, die Klimapolitik ins Handeln zu bringen

Ein Buch, das Hoffnung macht: Wie wir mithilfe des Rechts den Klimawandel bremsen und die Erde retten können – das ist aktiver Klimaschutz

Wir brauchen Grundrechte für die Natur: Endlich ein Ansatz der internationalen Umweltbewegung, der wirksame Werkzeuge liefert, um gegen die Folgen des Klimawandels und die Ausbeutung der Natur vorzugehen

Die Klimakrise fordert entschiedenes Handeln, um Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung aufzuhalten. Umso wichtiger ist die Arbeit der Rechte der Natur Aktivisten, die schon viel erreicht haben, denn immer mehr Natureinheiten erhalten Rechte: der Whanganui Fluss und der Taranaki Berg in Neuseeland, der Ganges Fluss in Indien, u.v.m. In Bayern wird ein Volksbegehren angestrebt, um die Rechte der Natur in der Landesverfassung zu verankern. Und Ecuador nimmt sie sogar als erstes Land der Welt in die nationale Verfassung auf. Diese und viele weitere Erfolgsgeschichten erzählen uns die Autorinnen, selbst Juristinnen und Aktivistinnen, im Buch.

„Wenn ein Gesetz verabschiedet wird, beeinflusst dies unser Denken und Handeln. So können die Rechte der Natur uns dazu animieren, den Planeten besser zu behandeln.“ Laura Burgers im Interview mit der ZEIT

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Ich war etwas schockiert dass im zweiten Teil des (ansonsten sehr sehr interessanten und guten!) Interviews die Tiere nur so kurz gestreift und vor allem in einen Topf mit den Umweltthemen geworfen wurden. Gegenüber Tieren legen Menschen das gleiche egozentrische Mindset an den Tag: sie stünden uns nach Belieben zur Nutzung zur Verfügung. Dabei muss ich, im Gegensatz zu einem Fluss, dem Tier die Interessen nicht mal im übertragenen Sinne zuschreiben - ein Tier HAT Interessen, so wie jeder Mensch (wir sind ja auch Tiere). Und wir ignorieren in der Nutztierhaltung selbst die grundlegendsten, wie das Interesse an Leben und Unversehrtheit, völlig. Das mag in einem begrenzten Umfang früher noch legitim gewesen sein, als der Ackerbau noch nicht so leistungsfähig / zuverlässig und die Materialwirtschaft und Medizin noch nicht so weit fortgeschritten waren. Aber heute entbehrt die Ausbeutung von Tieren (wie gesagt: selbst Subjekte und Interessensträger) jeder vernünftigen Rechtfertigung. Und statt dem Fortschritt Rechnung zu tragen und damit aufzuhören haben Menschen das Gegenteil getan: sie in Ausmaß und Intensität vervielfacht, hin zum effizientesten Ausbeutungs- und Tötungssystem das man sich vorstellen kann, mit Billionen (ja, mit einem B!) Opfern jedes Jahr weltweit. Zu denken, Tiere hätten es ja schon gut in Deutschland oder sonst auf der Welt, ist absolut zynisch.

Verstehe ich, aber darum ging es hier ja eigentlich nicht.
Ich hatte den Eindruck, dass ist eher zufällig hineingeraten, und hatte erstmal nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun. Frau Verheyen ist nunmal auf Umwelt/Klima spezialisiert und nicht auf Tiere.
Vielmehr hätten Tierrechte eine eigene Folge verdient.

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Dass Tiere quasi keine Rechte in unserem Rechtssystem haben, hat Frau Verheyen zwar nur kurz aber doch sehr deutlich kritisiert.

Aber darum ging es auch gar nicht. Anliegen war doch, als Mensch zurückzutreten, den Blick zu weiten und vom homozentrischen Rechtsverständnis abzurücken und die Mutter Erde, belebt und unbelebt, mit eigener Wesensberechtigung gesellschaftlich und juristisch wahrzunehmen und ihren Wert nicht nur von der Tatsache abzuleiten, dass sie dem Menschen die Lebensgrundlage gibt. Deshalb auch “Mitwelt” statt “Umwelt”. Da sind die Tiere natürlich implizit mitgedacht. Hier auf die Tiere besonders einzugehen, hätte den Blickwinkel nur wieder verengt.

Zum Thema Prozessführung im Namen des Flusses, Berges XY sind Tiere auch wenig sinnvolle Stellvertreter. Schäden an einem Fluss sind besser zu benennen und zu messen und deren Ursachen besser zu kontrollieren. Und das dient dann ja auch den Tieren.

Mal was positives: