Ich möchte ein Thema vorschlagen, das viele betrifft, die sich für nachhaltiges Bauen, Sanierung oder gemeinschaftliches Wohnen interessieren – das aber leider selten öffentlich diskutiert wird: die strukturellen Schwächen der KfW-Förderprogramme.
Die KfW bietet auf den ersten Blick sehr attraktive Programme an – etwa das Programm 134 (Förderung genossenschaftlichen Wohnens) mit 0,01 % Zins und 7,5 % Tilgungszuschuss oder das Programm 261 (energieeffizientes Sanieren Wohngebäude). Doch alle Programme haben eine zentrale Hürde: Sie erfordern die Einbindung einer Hausbank.
Und genau hier scheitern viele Projekte.
Unser konkretes Beispiel:
Wir haben in einer Gruppe eine Genossenschaft gegründet, um einen alten Dreiseitenhof zu kaufen, zu sanieren und zusätzlichen Wohnraum in der Scheune zu schaffen. Fünf von uns wollten das KfW-Programm 134 nutzen – ein Förderkredit über 100.000 € pro Person, fast zinsfrei und mit Tilgungszuschuss. Damit hätten wir den Kauf finanziert und anschließend mit Programm 261 saniert.
Doch: Keine der zehn von uns angefragten Banken wollte die Kredite durchleiten.
Begründung überall gleich: Die KfW-Programme bringen den Banken keine oder kaum Erträge – der Aufwand lohnt sich für sie nicht.
Wir haben uns direkt an die KfW gewandt. Die Rückmeldung: Das Problem ist bekannt. Wenn es Banken gibt, die das Programm unterstützen, darf man keine Auskunft geben. Man ist ja unabhängig.
Erst Bank Nummer 11 – selbst eine Genossenschaft – war bereit, den KfW-Kredit zu begleiten. Allerdings nur unter der Bedingung, dass wir zusätzlich einen regulären Kredit bei ihnen aufnehmen – zu marktüblichen Konditionen. Ein Kredit den wir weder wollen noch brauchen. Unterm Strich würden uns dadurch sämtliche Vorteile aus dem KfW-Programm wieder verloren gehen, da wir die Tilgungszuschüsse des KfW Programms dann in Form von Zinsen an die Bank für den anderen Kredit zahlen würden.
Nach Gesprächen mit Menschen aus der Banken- und Finanzwelt zeigt sich: Dieses Problem betrifft fast alle KfW-Programme. Solange die Geschäftsbanken als Vermittler nichts daran verdienen, blockieren sie die Umsetzung. Die Programme sehen auf dem Papier hervorragend aus – doch ohne durchleitende Banken sind sie de facto wirkungslos.
Das ist aus meiner Sicht ein strukturelles Problem der Förderlandschaft, das dringend mehr Aufmerksamkeit verdient – gerade weil diese Programme in der öffentlichen Kommunikation, etwa auch in der LdN-Folge mit der Bauministerin, oft als zentrale Werkzeuge für bezahlbares und nachhaltiges Wohnen dargestellt werden. Frau Hubertz hatte ja sogar in der Folge dieses Programm zum Fördern von genossenschaftlichem Wohnen genannt und gelobt. Leider scheint das in der realen Welt mal wieder ein Rohrkrepierer zu sein. Vielleicht haben wir ja bei Bank Nr. 12 mehr Glück.