Ke015 - v2h

Meines Erachtens ist das Thema V2H etwas zu kurz gekommen. Ich habe mich beim Anschaffen meiner PV-Anlage gegen eine Batterie entschieden in der Hoffnung, dass ich vielleicht bald meine Batterie vor der Tür stehen habe. Technisch gibt es bestimmt die von Euch beschriebenen Einschränkungen. Aber regulatorisch sollte dies doch einfacher möglich sein, da ich ja nur „meinen“ (gekauften oder PV-Strom) ins Haus zurück speise und nicht ins Netz. Oder?

Würde ehrlich gesagt stark davon abraten:

  • Du zyklisierst das teuerste Teil im Auto künstlich
  • Du hast Nebenverbraucher und 2 mal Umwandlung die den Wirkungsgrad deutlich reduzieren
  • Meist steht das Auto im Gegensatz zum Stationärspeicher nicht immer am Haus und ist dann tagsüber zum Speichern oftmals nicht da wenn man ihn bräuchte.

Für mich sinnvolle use case von Rückspeisen Aus einem Auto:

  • V2L wenn man unterwegs ist (Grillen, kühlen, etwas aufblasen (SUP,…)
  • Notstromversorgung deutlich verlängern (in Kombination mit einem Speicher der dann potenzielle schnell leer wird oder gemeinsam schafft man auch ne Wärmepumpe)

Falls du diese Entscheidung bereust, kannst du vergleichsweise günstig zu dem was Solateure anbieten und vor allem komplett selbst und sehr einfach einen AC-Speicher nachrüsten. Also einfach in die Steckdose stecken und einen Lesekopf am Stromzähler befestigen.
Zum Beispiel sowas hier: Zendure SolarFlow 2400 AC+ | AC-gekoppelter Speicher für Bestands-PV – Zendure Deutschland.._gsMQ..&gclid=EAIaIQobChMIv-jK6vWJlgMVKEVBAh1OmyyLEAAYASAAEgIQtvD_BwE&gbraid=0AAAAAqDHQPT_aksQgcyDs2HV924AJSFA5
Geht natürlich auch noch größer, aber dann vermutlich irgendwann nicht mehr wirtschaftlich :slight_smile:

Hallo, wir haben uns bewusst dazu entschieden, diesmal nur über V2G zu sprechen, damit die Folge nicht zu überladen wird und natürlich, weil das alle Menschen betrifft, da es eben auch einen großen Einfluss auf das gesamte Energiesystem hat. V2H-Angebote gibt es auch schon, allerdings auch nur in wenige. Auch dort geht es ja um das Zusammenspiel verschiedener Komponenten (Smart Meter, PV, evtl Speicher, Auto, Wallbox..). Und dazu braucht es ein sehr ausgeklügeltes Energiemanagementsystem. Also auch nicht alles trivial.

Ich halte V2H auch für wesentlich relevanter für die Praxis, weil man hier richtig Geld sparen kann, wenn bei einer PV Anlage der Speicher im Haus entfällt oder kleiner dimensioniert wird.

Die technischen Bedenken teile ich nicht, da ja auch ein stationärer Stromspeicher mit den häufigen Ladezyklen umgehen kann.

Überdies kann man dann in Kombination mit einem Smart Meter und einem dynamischen Stromtarif den so vergrößerten Stromspeicher auch im Winter zu einer Reduzierung der Stromkosten einsetzen, wenn die Stromproduktion von der PV Anlage nicht ausreicht.

V2G halte ich in Deutschland für Dienstwagennutzer auch künftig für eine Randerscheinung, da sie häufig am Arbeitsplatz kostenlos oder subventioniert laden können. Die Rückspeisung ins Netz wäre dann schlicht Betrug am Arbeitgeber.

Die Ausgrenzung von PV Anlagenbetreiber verstehe ich jedoch nicht. Sie könnten natürlich zu bestimmten Zeiten über V2G mehr für Ihren Strom erzielen, als die fixe Einspeisevergütung für PV Strom. Dies ist jedoch marktwirtschaftlich richtig, da ein höherer Strompreis eine Verknappung indiziert.

Technisch kann man einen Teil der Probleme über einen zweiten Stromzähler abfangen, über den dann nur der Strom für das E Auto und ggf. die Wärmepumpe abgerechnet wird.

Hab nie behauptet ein Auto könnte damit nicht oder schlechter als ein Stationärspeicher umgehen. Aber z.B. unser gebraucht gekaufter ionic 5 84kwh passt von der Reichweite gut, aber ein älterer 72 kWh würde mir tatsächlich von der Reichweite auf langen Urlaubsfahrten schon etwas Einschränkungen erzeugen. Jede zusätzliche zyklisierung verringert auf dauert die Reichweite (auch wenn’s nicht viel ist) und wohingegen die aktuelle Kapazität bei nem Stationärspeicher in meinen Augen relativ egal ist, würd’s mich am Auto massiv stören wenn wir nach 3 Jahren plötzlich 50km weniger weit kommen würden UND ein Akkutausch dabei ein wirtschaftlicher Totalschaden ist.

Hab Spaß mit V2G, ich werde es bei unserem Auto definitiv nicht machen und sei es nur um möglichst viel Reichweite und ein gutes Akku Zertifikat für den Wiederverkauf zu haben. Die (in meinen Augen zu geringen) möglichen Einsparungen stehen in meinen Augen einfach in keinem Verhältnis zu den potenziellen Nachteilen am Auto…

Use cases wie V2L und Notbetrieb wie oben beschrieben ausgenommen, da in meinem Augen hier der Nutzen im Vergleich zum Risiko/Abnutzung sehr positiv steht.

Da ich maximal 2 Urlaubsfahrten mache, ist eine um 50km reduzierte Reichweite völlig irrelevant für mich.

Zudem dürfe ein stationärer Stromspeicher mit einer Kapazität von 70 kWh aktuell so um die 25.000€ kosten. Dafür bekomme ich schon einen gebrauchten IONIQ 5.

Ich finde das Thema V2H auch super spannend, aber der Fortschritt bei dem Thema bleibt frustrierend. Wir haben gar kein Auto. Sobald es dort einen Standard gibt und der in der Praxis funktioniert, könnte ich mir schon vorstellen, ein E-Auto zu kaufen, mit dem expliziten Ziel es auch als erweiterte Batterie zu nutzen. Wir haben hier eine 8 kWp-PV und 12,6 kWh Speicher, dynamischen Tarif und Wärmepumpe - Gerade im Winter würde sich das mit dem Modul 3 mit tageszeitabhängigen Netzentgelten schon lohnen. Mit entsprechender Technik im Keller könnte das E-Auto sogar dazu dienen, bei einem längeren Ausfall Strom heranzukarren - Wir waren im Januar in Berlin für 30 Stunden betroffen. :wink:

Aber es ist natürlich ein Fehler, den Akku im Auto mit dem im Haus zu vergleichen. Ich wäre sicher etwas extremer als der Durchschnittsfahrer, der vielleicht 10 oder 20% des Akkus dafür einsetzen will, aber auch ich würde noch genug Kapazität lassen, um eine größere Stadtfahrt zu machen. Und wenn man sich dann noch an die 80%-Regel hält, bleibt von den 70 kWh gar nicht mehr so viel übrig.

Zudem habe ich Zweifel, dass V2H für Bestandsfahrzeuge nachgerüstet wird. Ich sage: V2H kommt leider nicht morgen, und dann nur bei Neufahrzeugen, am Anfang wohl vor allem bei den hochpreisigen. Aber vielleicht liege ich ja falsch, dieses Video zu V2L beim Ioniq 5 macht ein bisschen Hoffnung.